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Magazin Personal & Recruiting

Innenwirtschaft :

Technikspezialist für den Milchviehstall

In einer der milchviehstärksten Regionen Deutschlands, im oberschwäbischen Bad Waldsee, absolviert Alex Kibele im Land- und Melktechnikunternehmen Neyer seine Ausbildung zum Land- und Baumaschinenmechatroniker.

Innenwirtschaft: Technikspezialist für den Milchviehstall

Alex Kibele schätzt die Arbeit in der Innenwirtschaft.

Neyer Landtechnik zählt zu den führenden Landtechnik-Fachbetrieben in der Region Allgäu-Bodensee-Oberschwaben. In über 180-jähriger Tradition und mit einem kompetenten Team von 35 Mitarbeitern steht das Unternehmen für innovative und serviceorientierte Landtechnik für den modernen Landwirt. Das Unternehmen vertreibt als A-Händler New Holland Traktoren und Erntemaschinen sowie Produkte der Firmen Kuhn, Weidemann und Bergmann. Außerdem betreibt Neyer Landtechnik das GEA Fachzentrum Allgäu-Oberschwaben mit den Bereichen Melktechnik, Fütterungstechnik und Aufstallungen. Der Fokus in diesem Geschäftsbereich liegt insbesondere auf automatischen Melksystemen sowie Komplettlösungen für den Stall. Zudem bietet Neyer Landtechnik neben einer modernen Werkstatt auch auf 1.000 Quadratmetern Lagerfläche über 15.000 verschiedene Verschleiß- und Ersatzteile an. Ersatzteile können vor Ort oder auch in der Online-Filiale unter www.neyer.de erworben werden.

Alex Kibele lernt hier Land- und Baumaschinenmechatroniker

Im Interview mit Alex Kibele stellte sich gleich zu Beginn heraus, dass ihm die Begeisterung für Technik und die Landwirtschaft in die Wiege gelegt worden ist.

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Alex ist heute 21 Jahre alt und in Waldburg in der Nähe von Ravensburg aufgewachsen. In seiner Kindheit war Alex mit seinem Vater zuhause häufig in der Werkstatt am Schrauben und Tüfteln. Ebenfalls von klein auf war Alex auf dem benachbarten Milchviehbetrieb im Einsatz. Die Begeisterung für die Landwirtschaft und Technik war im Gespräch mit Alex deutlich spürbar.

Aufgrund der aktuellen Lage führte der Autor das Interview für den eilboten mit Alex Kibele telefonisch.

Alex Kibele lernt Land- und Baumaschinenmechatroniker.

Alex Kibele lernt Land- und Baumaschinenmechatroniker.

eilbote: Was hat dich auf die Idee gebracht, Spezialist für die Technik im Milchviehstall zu werden?

Alex Kibele: Nachdem mich die Technik, der Umgang mit Tieren und die praktische Arbeit direkt beim Landwirt begeistern, habe ich mich gegen das Abitur und für eine Ausbildung zum Land- und Baumaschinenmechatroniker entschieden. Die meiste Zeit arbeite ich in der Abteilung für die Technik der Innenwirtschaft.

Wie bist du auf das Unternehmen Neyer Landtechnik aufmerksam geworden?

Bei der Suche nach dem Ausbildungsplatz hat mich Herr Neyer beim Vorstellungsgespräch gleich zu einem Praktikum eingeladen. Während der Praktikumszeit war ich zwei Tage in der Landtechnik und zwei Tage in der Melktechnik eingesetzt. Die verschiedenen Einsätze im Melktechnikbereich, im Stall bei den Tieren und direkt beim Kunden haben mich begeistert.

Was fasziniert dich an deiner Ausbildung und deiner Tätigkeit?

Zum einen ist es die Mischung der Land- und Industrietechnik und zum anderen sind es die engen Kundenbeziehungen und die Kühe im Stall.

In jedem Roboter steckt etwas Land- aber auch Industrietechnik. Es macht mir viel Freude, mich in diese technisch komplexen Maschinen reinzudenken. Es ist einfach faszinierend, zum Beispiel einen Spaltenroboter zu programmieren und dann zu sehen, wie dieser vollautomatisch durch den Stall fährt.

Das Ausbildungsprogramm im Unternehmen Neyer gefällt mir sehr gut, denn dadurch erhalte ich einen guten Eindruck über jede einzelne Abteilung und kann dieses Wissen bei meiner eigenen Tätigkeit gut einbringen.

Das Ausbildungsprogramm sieht unter anderem vor, dass ich während der Ausbildung jeweils vier Wochen im Lager, in der Landtechnikwerkstatt und im Verkauf mitarbeitete.

In der Berufsschule, der Max-Eyth-Schule in Kirchheim unter Teck, gibt es zur Technik für die Innenwirtschaft nicht viel zu hören, sehen oder schrauben. In der Landtechnikklasse, in welcher ich sitze, geht es unter anderem um Traktoren, Mähdrescher, Feldhäcksler und Strohpressen. Ich finde diese Inhalte ebenfalls sehr interessant und es macht Spaß, diese Inhalte zu lernen. Zusätzlich dazu eigne ich mir im Ausbildungsbetrieb das Wissen für die Technik der Innenwirtschaft an.

Wie sieht dein Arbeitsalltag aus? Könntest du mal verschiedene Projekte und Einsätze beschreiben?

Die oberste Priorität in der Melktechnik ist, dass die Anlagen laufen. Aus diesem Grund ist jeder Tag anders. Am Morgen wird als ers- tes geschaut, ob die geplanten Termine für Service oder Montage ausgeführt werden können oder es einen Notfall gibt. Fällt zum Beispiel ein Melkroboter aus, dann muss alles schnell gehen. Anhand der Fehlermeldung entscheide ich, welche Ersatzteile voraussichtlich benötigt werden und lade mir diese ins Melktechnikservicefahrzeug. Beim Landwirt angekommen wird geprüft, welcher Fehler vorliegt und wie lange dessen Behebung dauert. Nun muss abgewogen werden: kann der Fehler schnell behoben werden oder wird mehr Zeit benötigt? Sollte für die Fehlerbehebung mehr Zeit benötigt werden, dann wird geschaut, ob der Melkroboter kurzfristig wieder melken kann und die vollständige Fehlerbehebung auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden könnte, denn die Kühe müssen regelmäßig gemolken werden.

Nachdem die Störung behoben ist, wird der ganze Roboter noch einmal geprüft, und man tauscht sich mit dem Landwirt über seine Erfahrungen aus.

Montage und Inbetriebnahme von neuen Anlagen

Jedes einzelne Projekt ist spannend und das macht meine tägliche Arbeit so faszinierend und abwechslungsreich.

Beim Einbau des Melkroboters in einen neuen Stall wird der Roboter im Verlauf des Stallbaus installiert. Im Gegensatz dazu erfolgt der Einbau in bereits vorhanden Ställe etwas anders. Der Melkroboter kann vielleicht gar nicht an den endgültigen Standort gefahren werden und zusammen im Team und mit dem Landwirt wird eine Lösung gesucht und gefunden.

Montage des GEA Melkroboters Monobox.

Montage des GEA Melkroboters Monobox.

Egal ob im neuen Stall oder bereits bestehenden Ställen: von Anfang an gibt es einen sehr engen und intensiven Kundenkontakt. In jedem Stall ist es etwas anders: Wie wird die Milchleitung geführt? Wie wird der Roboter mit Wasser und Strom versorgt?

Vor der Inbetriebnahme werden alle Funktionen des Roboters mit Hilfe des Laptops angesteuert und geprüft. Nun beginnt das „Einmelken“: Die Kühe werden zum ersten Mal von einem Roboter gemolken. Für diese entscheidende und eventuell auch etwas angespannte Phase ist das gewonnene Dreiecksvertrauen zwischen Landwirt, seinen Kühen und uns besonders wichtig.

Der Roboter läuft, das Einmelken war erfolgreich, der von mir programmierte Spaltenschieber fährt vollautomatisch durch den Stall, der Kunde ist zufrieden und dankbar für meinen Einsatz. Es sind diese Momente, die mich in meinem Handeln bestätigen.

Du machst 2021 deinen Abschluss zum Land- und Baumaschinenmechatroniker. Wie sehen deine weiteren Pläne aus?

Mein oberstes Ziel ist es, meine Ausbildung erfolgreich abzuschließen. Im Anschluss an meine Ausbildung würde ich gerne als Geselle im Unternehmen Neyer weitere Erfahrungen sammeln und weiteres Wissen aufbauen. Im weiteren Werdegang könnte ich es mir gut vorstellen, auf die Meisterschule zu gehen.

Die Praxis, die Landwirtschaft und das Schrauben sind für mich das Wichtigste. Natürlich bleibe ich der Land- und Melktechnik treu.

Autor: Michael Rabe, Fachreferent für Landtechnik/Motorgeräte und technischer Berater im VdAW e.V. (Verband der Agrargewerblichen Wirtschaft e.V.), Telefon (0711) 167 79 17, rabe@vdaw.de


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