Alle Jahre wieder ist der IVG Medientag Garten ein wichtiger Treffpunkt für Fachjournalisten, Fotografen und Blogger der Grünen Branche. Hier erhalten sie exklusive Einblicke auf die kommenden Produkt-Highlights für das bevorstehende Gartenjahr. So präsentierten auch Anfang März, kurz vor dem Saisonstart, knapp 40 Aussteller ihre Unternehmen im Eingangsbereich Nord der Koelnmesse und stellten ihre aktuellen Neuheiten aus dem gesamten Spektrum des Gartenmarktes vor. In einer entspannten Atmosphäre hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, Fragen zu stellen und detaillierte Einblicke zu gewinnen.
Trotz Streiks im Bahn- und Flugverkehr konnte Anna Hackstein, Geschäftsführerin beim IVG, etwa 160 Medienvertreter aus Fach- und Konsumentenpresse in Köln begrüßen. Die konstante Teilnehmerzahl unterstreiche die wachsende Bedeutung dieser herausragenden Veranstaltung innerhalb der Grünen Branche, freute sich Hackstein.
Witterung hinterlässt Spuren
Marktforscher Klaus Peter Teipel präsentierte die Zahlen der Grünen Branche für das vergangene Jahr und betonte: „Das Jahr 2023 wird für den Gartenmarkt ganz sicher nicht in positiver Erinnerung bleiben. Die in ihrer Breite und Ausmaß problematischen Rahmenbedingungen haben dem Markt ein nicht vorhersehbares Minus beschert.“
Nach einem schlechten Start aufgrund ungünstiger Witterungsbedingungen hätten vor allem politische Einflüsse und ihre Auswirkungen auf das Konsum- und Sparverhalten, massive Preissteigerungen sowie die Reiselust der Deutschen zu einem deutlichen Rückgang der Nachfrage im Gartenbereich geführt. Verunsicherung und Sorgen ließen das Konsumklima auf einem sehr niedrigen Niveau verharren. „Trotz eines hohen Interesses an der Vielfältigkeit der Produkte auf dem ‚Grünen Markt‘ haben sich die Konsumenten angesichts stark steigender Preise einschränken und/oder auch ihre Ausgabeprioritäten verschieben müssen“, erklärte Teipel. Angesichts dieser schlechten Rahmenbedingungen sei der Gartenmarkt mit einem blauen Auge davongekommen. „Mit einem Umsatz von rund 19,7 Milliarden Euro hat er ein Minus von 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erzielt“, berichtete Teipel.
Jedoch war der Rückgang nicht in allen Warengruppen gleichmäßig verteilt. Das Segment für biologisch-chemischen Bedarf verzeichnete beispielsweise ein Wachstum von 6,3 Prozent. Hingegen sank der Umsatz im Segment für Lebendes Grün um 3,2 Prozent. Auch die Umsätze im Bereich der Hartwarensegmente, zu denen Gartengeräte, -maschinen, Möbel und andere Gartenausstattung gehören, gingen zurück – um 5,8 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro.
Klaus Peter Teipel wagte einen Ausblick auf das Jahr 2024 und prognostizierte ein echtes Wachstum nur unter deutlich verbesserten Bedingungen. Doch es gibt aus seiner Sicht einen Hoffnungsschimmer: „Die sinkenden Inflationsraten machen Hoffnung auf einen leicht anziehenden Konsum in den mittel- und langfristigen Bedarfsbereichen. Insgesamt tendiert die Konsumstimmung jedoch schwach.“ Angesichts des anhaltenden Reisebooms erwartet der Marktexperte im laufenden Jahr jedoch keine größeren positiven Impulse für den Gartenbereich. Vielmehr betonte Teipel abschließend, dass eine maßvolle Preisgestaltung im Gartenmarkt einer der Schlüsselfaktoren sein dürfte, um wieder etwas Schwung in die Nachfrage zu bringen.
Akku-Power-Pur
Bei frühlingshaftem Wetter präsentierten mehrere Gartengerätehersteller zum Saisonauftakt ihre Produktneuheiten für 2024 im Eingangsbereich Nord des Kölner Messegeländes. Hier ist ein kurzer Überblick:

© Stiga
Die nächste Generation
Stiga erweitert seine Mähroboter-Flotte: Die Modelle A500, A750 und A1000 eignen sich für kleinere Rasenflächen von 500 bis 1000 Quadratmetern, die größeren A7500 und A10000 für bis zu 10.000 Quadratmeter. Die neuen Modelle aus der A-Serie planen ihre Routen intelligent und manövrieren dank des Active Guidance Systems (AGS) selbstständig durch Gärten jeder Größe und Beschaffenheit. Dabei lassen sich Schnittwinkel und -muster individuell anpassen. Die Einsatzorte sind klar definierbar, potenzielle Hindernisse werden erkannt und gemeldet.

© Husqvarna
Grenzenlos
Husqvarna erweitert sein Portfolio an kabellosen Mährobotern mit dem Automower 310E Nera und dem 410XE Nera, speziell konzipiert für mittelgroße Gärten bis zu 1.000 Quadratmetern. Beide Modelle sind mit dem EPOS-Satellitennavigationssystem kompatibel, sodass Anwender virtuelle Begrenzungen bequem über ihr Smartphone erstellen können. Gleichzeitig führt Husqvarna mit diesen beiden Modellen die EdgeCut-Technologie ein. Dabei soll eine kleinere, hochpräzise Mähscheibe im Heck des Mähers für perfekt geschnittene Rasenkanten sorgen.

Starker Feger
Mit dem 82B36 präsentiert die Fachhandelsmarke Cramer ein leistungsstarkes Akku-Blasgerät mit 36 N Blaskraft und ergonomischem Rucksackdesign für Komfort bei der Pflege großer Flächen. Das Gerät bietet drei einstellbare Leistungsstufen und erreicht laut Hersteller Luftgeschwindigkeiten von bis zu 362 km/h. Das axiale Lüfterdesign und das robuste Magnesium-Lüfterrad halten den Geräuschpegel auf 71,7 dB(A), während der bürstenlose 3,1-kW-Motor einen wartungsfreien und effizienten Betrieb gewährleistet.

Kante zeigen auf leichte Art
Für klare Kante sorgt der leichte Akku-Trimmer FSA 30 von Stihl, der mit Akku und Schneidwerkzeug lediglich 2,3 kg wiegt. Die Verwandlung vom Rasentrimmer hin zum Kantenschneider erfolgt werkzeuglos durch einen einfachen 90-Grad-Schwenk des Mähkopfes. Zusätzlich lassen sich Schaftlänge und Griffbügelwinkel individuell anpassen. Serienmäßig ist das kompakte Gerät mit dem PolyCut 3-2 Mähkopf mit Kunststoffmessern ausgestattet; ein werkzeugloser Wechsel zum Fadenmähkopf AutoCut C 3-2 ist möglich. Seine Energie bezieht der FSA 30 aus einem 10,8-V-Lithium-Ionen-Akku AS 2 mit 28 Wh.
Corona war Markttreiber
Während der Corona-Krise erlebte der Gartenmarkt ein kräftiges Wachstum. Laut IVG-Zahlen stieg der Umsatz im Jahr 2020 um ein Zehntel. Gemessen am Endverbraucherpreis inklusive Mehrwertsteuer erzielte der Gartenmarkt damals Erlöse von insgesamt 20,9 Milliarden Euro. In den Jahren davor hatte der entsprechende Wert bei leicht steigender Tendenz jeweils bei rund 18 Milliarden Euro gelegen.

© Dewalt
Unabhängiger Reiniger
Mit dem neuen Akku-Hochdruckreiniger bietet DeWalt eine kabellose Reinigungslösung an, die keinerlei Zugang zu Strom- oder Wasserleitungen erfordert. Mit zwei 18-V-Akkus und Selbstansaugfunktion ermöglicht er eine reibungslose Wasserentnahme aus Eimern oder Regentonnen. Dank drei einstellbarer Druckmodi im Bereich von 70 bis 110 bar kann das Gerät flexibel an verschiedene Reinigungsaufgaben angepasst werden, während Teleskopgriff und Überrollkäfig Handhabung, Transport und Lagerung erleichtern. Eine robuste Aluminiumpumpe und ein bürsten- loser Motor gewährleisten Langlebigkeit.

© Robomow
Innovativer Kantenmodus
Die Robomow Produktfamilie wächst um zwei Modelle: RKS 800 mit 2,5-Ah-Akku und RKS 1500 mit 4,9-Ah-Akku für Rasenflächen bis zu 800 bzw. 1.500 m2. Beide Modelle sind mit bürstenlosen DC-Motoren und langlebigen Lithium-Ionen-Akkus ausgestattet. Mit einem pendelnd aufgehängten Mähdeck und vier doppelschneidigen Stahlklingen ermöglichen sie einen sauberen Schnitt auf 19 cm Breite bei einer variablen Schnitthöhe von 20 bis 70 mm. Für einen präzisen Kantschnitt sorgt das versetzte Mähdeck, das das Mähen über den Radstand hinaus ermöglicht.
Bosch an Bord
Ikra, auch bekannt als OEM-Hersteller von Gartengeräten, präsentiert eine neue 36-Volt-Akku-Linie basierend auf Bosch-Akku-Technologie, was maximale Leistung und Performance gewährleisten soll. Die Gartengeräte sind mit verschiedenen Akkugrößen erhältlich und vollständig kompatibel mit allen 36-Volt-Gartengeräten von Bosch. Das Sortiment umfasst einen 3-in-1 Vertikutierer, einen 3-in-1 Freischneider, ein Multitool mit vier Aufsätzen sowie eine Bodenhacke mit Akkubetrieb. Des Weiteren gehören drei Rasenmäher dazu, mit Schnittbreiten von 33, 38 und 43 cm sowie bürstenlosem Motor und Direct-Drive-Technologie.












