landtechnik

Plus bei Mähdreschern und Telekopladern

Von Januar bis Mai 2023 wurden neun Prozent weniger Schlepper zugelassen als in der Vorjahresperiode

Aktualisiert am

Der italienische Traktoren- und Landmaschinenmarkt hat in den ersten fünf Monaten dieses Jahres ein zwiespältiges Bild abgegeben. Wie der Verband der italienischen Landtechnikhersteller (FederUnacoma) anlässlich seiner Jahresversammlung am 3. Juli in Bologna berichtete, wurden bis Ende Mai insgesamt 8.354 Traktoren neu zugelassen, was im Vergleich zum selben Zeitabschnitt von 2022 rund 9 % weniger waren. Auch die Zahl der zugelassenen Anhänger ging zurück, und zwar um 4,7 % auf 3.334. Gestiegen ist dagegen die Zahl der neu zugelassenen Mähdrescher; der Verkauf von 166 Maschinen bedeutete ein Plus von 25,8 %. Deutliche Zuwächse gab es außerdem bei den Teleskopladern und den Traktoren mit Ladepritschen. Die betreffenden Neuzulassungen legten hier um 18,1 % auf 555 sowie um 13,1 % auf 268 zu. Für den scheidenden Verbandspräsidenten Alessandro Malavolti kam der Rückgang bei den Schleppern nicht überraschend.

Fördergelder wurden angekündigt, jedoch nicht gewährt

So seien zwar Fördergelder zur Modernisierung des Landmaschinenparks angekündigt, aber noch nicht gewährt worden. Der Mangel an Investitionskapital erkläre auch die Zahlen des Jahres 2022, denn der Zulassung von 20.200 neuen Traktoren habe die von 51.400 gebrauchten gegenübergestanden. Dabei erscheinen auch manche Wirtschaftszahlen der Branche laut Malavolti besser, als sie sind. So habe die italienische Landtechnikindustrie 2022 laut den Daten des nationalen Statistikamtes (ISTAT) einen Gesamtumsatz von 15,5 Mrd. Euro verzeichnet, was einem Plus von 13,3 % im Vergleich zu 2021 entsprach. Dieses Ergebnis sei zwar ein historischer Rekord, der höhere Umsatz heiße aber nicht mehr Profit, stellte Malavolti klar. Mit den höheren Erlösen seien größtenteils nur die gestiegenen Produktionskosten gedeckt worden.

Export stärker gewachsen

Eine detailliertere Analyse des Verbandes ergab außerdem, dass die positive Umsatzentwicklung vor allem auch dem Export zu verdanken ist. Der Ausfuhrwert lag 2022 bei 7,3 Mrd. Euro, was einem Plus von 16,7 % zum Vorjahr entsprach. Alles in allem könnte die Branche aber mit einer gewissen Zuversicht in die Zukunft blicken, erklärte Malavolti. Nach Einschätzung von FederUnacoma wird der positive Trend in den nächsten drei Jahren anhalten. Für Traktoren werde mit einem jährlichen Absatzwachstum von 4,5 % gerechnet, und bei den anderen Landmaschinen sogar mit 5 %, hieß es. „Unsere Branche wird weiterhin wachsen, denn bei einer Weltbevölkerung von fast zehn Milliarden Menschen im Jahr 2050 wird die Nachfrage nach Lebensmitteln um geschätzte 50 % bis 70 % steigen müssen“, zeigte sich Malavolti auch langfristig optimistisch.

Geld aus dem Wiederaufbaufonds

Auch Landwirtschaftsminister Francesco Lollobrigida meldete sich bei der Jahresversammlung von FederUnacomo zu Wort und bestätigte die Zuweisung von 400 Mio. Euro an Fördergeldern für die Branche aus dem Wiederaufbaufonds. Zudem versprach er zusätzliche 225 Mio. Euro aus dem nationalen Innovationsfonds. Die zum Abschluss der Jahresversammlung an die Spitze des Verbandes gewählte Mariateresa Maschio hob hervor, wie wichtig für die Landtechnikindustrie der enge Austausch mit der Politik sei. Dies gelte besonders heute, denn „selten mussten sich die Unternehmen in einer so schwierigen und komplexen Lage wie der jetzigen zurechtfinden“. Diese Komplexität mit zu verwalten, gehöre zu den wichtigsten Aufgaben von FederUnacoma, betonte Maschio, die als erste Frau den Verband führt. Sie ist Geschäftsführerin des in der norditalienischen Stadt Vicenza ansässigen Unternehmens Mascar, das Maschinen zur Heuernte und Aussaat herstellt.


Weitere Artikel zum Thema

weitere aktuelle Meldungen lesen