John Deere: Trauer um Traktor-Pionier Ludwig Becker

Nachruf: John Deere: Trauer um Traktor-Pionier Ludwig Becker

Ludwig Becker.

Am 4. März ist Ludwig Becker im Alter von 83 Jahren verstorben. Mit der Familie trauern viele John Deere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ihn über Jahrzehnte kollegial und freundschaftlich begleitet haben. Die Landtechnik verliert mit Ludwig Becker einen der bedeutendsten Ingenieure des internationalen Traktorenbaus.

Im Jahr 1969 trat Ludwig Becker in das John Deere Werk Mannheim als Versuchsingenieur ein. Schon bald entdeckte der studierte Maschinenbauer seine Leidenschaft für die Entwicklung von Traktoren. Er hat mit seinem Team von Ingenieuren die Rahmenbauweise von Traktoren und somit die modulare Fertigung nach individuellen Kundenwünschen realisiert. Diese Entwicklung trägt noch heute maßgeblich zum Erfolg des Mannheimer Traktorenwerks bei. Mehr als eine Million Traktoren der 6000er-Baureihe wurden inzwischen weltweit verkauft.

Pionier war er auch im Erkennen der wachsenden Bedeutung der Elektronik in modernen Landmaschinen. Unter seiner Leitung wurden Technologien, wie der CAN Datenbus oder die Traktor-Anbaugeräte-Automatisierung, zum ersten Mal in Traktoren eingesetzt. Aber auch neue Komfortmerkmale wie das stufenlose Getriebe oder die gefederte Vorderachse hat Ludwig Becker in den Markt gebracht. In den Entwicklungsabteilungen wurde von ihm die Einführung der CAD Technologie konsequent vorangetrieben.

Er war aber nicht nur ein fähiger Ingenieur, sondern auch eine Führungspersönlichkeit. Schon weit bevor moderne Managementmethoden wie Coaching und Mentoring Einzug hielten, gelang es ihm, Kompetenzteams aufzubauen. Er lebte den jungen Ingenieuren Disziplin vor, gab ihnen Verantwortung und entwickelte sie zu Führungskräften. Bis zum Ende seiner beruflichen Laufbahn war er als Manager für die Entwicklung der globalen Traktorplattform zuständig und Teil des Führungsteams im John Deere Werk Mannheim.

Für seine Verdienste um die Entwicklung innovativer Traktorenkonzepte, deren kontinuierlicher Weiterentwicklung und deren Verbreitung zugunsten einer produktiveren Landwirtschaft wurde ihm im Jahre 2010 die Max-Eyth-Gedenkmünze verliehen. Auch ohne landwirtschaftlichen Hintergrund hat sich Ludwig Becker zum Spezialisten entwickelt und die weltweiten Kundenbedürfnisse verstanden. Dabei hat er den Blick über den Tellerrand nie verloren und Innovationen außerhalb der Landtechnik beobachtet. Mit viel Beharrlichkeit und Durchsetzungskraft gelang es ihm, neue Technologien zu erkennen und einzuführen, frei nach seinem Motto: „Gute Ideen haben viele, es gelingt aber nur wenigen, sie umzusetzen.“


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