In vielen Ländern stottern die Motoren

Erneut weniger Neutraktoren in Europa ausgeliefert – Stärkere Rückgänge in Mittel- und Osteuropa – Größter Markt Frankreich verzeichnet Verkaufsplus – Deutscher Markt bleibt stabil – 22 europäische Schleppermärkte im Überblick

Europa / Traktorenzulassungen 2023: In vielen Ländern  stottern die Motoren

Der Traktorenmarkt in Europa ging 2023 erneut zurück. Dennoch gibt es positive Signale aus den beiden Kernmärkten: Frankreich meldet einen Anstieg der Neuzulassungen um 2,3 Prozent auf 35.665 Einheiten, und in Deutschland wurden erneut mehr als 30.300 Traktoren an den Kunden gebracht. Auch in Großbritannien legten die Neuzulassungen von Traktoren über 50 PS um zwei Prozent zu. Im Gegensatz dazu setzten Italien, Polen und Spanien ihren negativen Trend fort. Hier liegen die Traktorenverkäufe sogar zweistellig im Minus. Gleiches gilt für die osteuropäischen Märkte. Somit resultiert insgesamt ein Abwärtstrend auf dem europäischen Traktorenmarkt: Über das gesamte Jahr 2023 summierte sich der Absatz in den 22 relevantesten Traktorenmärkten auf knapp 151.700 Maschinen. Das sind mehr als fünf Prozent weniger als im Jahr zuvor. Ein Überblick:

Frankreich festigt seine Stellung als größter Traktorenmarkt Europas, denn es kann im Jahr 2023 einen Anstieg von zwei Prozent auf 35.665 Erstzulassungen vermelden. Dieses erfreuliche Wachstum steht im Kontrast zu anderen Ländern, in denen die Zahlen rückläufig sind.

Laut Angaben des französischen Herstellerverbandes Axema zeigten insbesondere Standardtraktoren ein robustes Wachstum um 4,2 Prozent auf insgesamt 26.200 Einheiten.

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Im Gegensatz dazu gehen die Erstzulassungen von Wein- und Obstbautraktoren mit 3.303 Einheiten (minus 10,6 Prozent) im zweiten Jahr in Folge stark zurück und erreichen den niedrigsten Stand seit 2013. Die Zahl der 2023 neu angemeldeten Kommunaltraktoren klettert um 1,8 Prozent auf 6.154 Stück.

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Die Top-5-Marken in den Kategorien Standard-, Wein-, Obstbau- und Kommunaltraktoren sind John Deere, New Holland, Fendt, Claas und Kubota. Zusammen teilen sie drei Fünftel des französischen Traktorenmarktes unter sich auf. Davon geht allerdings allein ein Fünftel an die Marke John Deere, die mit einem leichten Plus von 2,5 Prozent weiter unangefochten an der Spitze der französischen Auswertung steht.

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New Holland, der Vorjahresdritte, verzeichnet einen Verkaufszuwachs von über 600 Neumaschinen im Vergleich zum Vorjahr (plus 16 Prozent) und erobert sich auf Kosten von Fendt den zweiten Platz zurück. Neben der CNH-Marke können Deutz-Fahr (plus 11,1 Prozent), Farmtrac (plus 30,9 Prozent) und Lamborghini (plus 73,4 Prozent) zweistellige Zuwächse verbuchen. Das chinesische Fabrikat Lovol (plus 213,3 Prozent) kann seine Absatzzahlen in Frankreich sogar verdreifachen.

Nach weiteren Informationen von Axema steigt die durchschnittliche PS-Leistung der Standardtraktoren weiter an und erreicht nun 163,5 PS. Besonders im Traktorensegment über 300 PS verzeichnet der Verband deutliche Zuwächse.

In Deutschland kannte der Traktorenabsatz in der ersten Jahreshälfte 2023 nur eine Richtung: aufwärts. Dann aber wurde der Rückwärtsgang eingelegt – mit teilweise zweistelligen monatlichen Verkaufsrückgängen. Letztlich wurde im Kalenderjahr 2023 lediglich ein einziger Traktor mehr als im Vorjahr zugelassen. Mit 30.345 Neuzulassungen bleibt der Gesamtmarkt 2023 also stabil.

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Der Hersteller Fendt kann sich als Spitzenreiter durchsetzen, indem er mehr als 6.000 Traktoren auslieferte. Laut Statistik waren es genau 6.140 Maschinen, was einen stattlichen Zuwachs von über 15 Prozent und einen Marktanteil von über 20 Prozent bedeutet. John Deere, traditioneller Dauerrivale, muss somit den ersten Platz räumen. Im Vergleich zum Vorjahr schrumpft die Zahl der neu zugelassenen grün-gelben Traktoren um gut acht Prozent auf 5.899 Stück, der Verkaufsanteil fällt damit wieder unter die 20-Prozent-Marke (19,4 Prozent MA).

Deutz-Fahr kann sich 8,2 Prozent des Marktes sichern und damit erfolgreich den dritten Platz verteidigen. Claas (plus 5,5 Prozent) schafft über 2.000 Neuzulassungen und rückt vom fünften auf den vierten Rang vor. Nummer fünf im deutschen Ranking ist jetzt Kubota (plus 3,5 Prozent). Vorjahresvierter Case IH/ Steyr (minus 16,2 Prozent) schneidet erheblich schwächer ab als im Vorjahr und muss sich in der aktuellen Rangliste mit Platz sechs vor Konzernschwester New Holland zufriedengeben.

Auf Konzernebene dominiert AGCO die deutsche Traktorenlandschaft mit den Marken Fendt, Valtra und Massey Ferguson. Gemeinsam kommen sie auf 8.847 Einheiten und sichern dem amerikanischen Konzern somit gut 30 Prozent des Marktvolumens, wobei Fendt mehr als zwei Drittel beisteuert. Der Großkonzern John Deere belegt mit seiner gleichnamigen Marke den zweiten Platz mit 5.899 neu zugelassenen Traktoren und einem Marktanteil von rund 19 Prozent.

CNH Industrial erreicht mit 3.370 Traktoren einen Marktanteil von gut elf Prozent. Die SDF-Gruppe sichert sich mit den vier Traktorenmarken Deutz-Fahr, Same, Hürlimann und Lamborghini den vierten Platz unter den Konzernen und bringt insgesamt 2.853 Traktoren auf den Markt, was einen Verkaufsanteil von 9,4 Prozent bedeutet.

Südeuropa (I, E, P)

Nach einem rapiden Anstieg der Traktorenverkäufe im Jahr 2021 wies die italienische Statistik bereits im darauffolgenden Jahr wieder einen Rückgang von etwa 17 Prozent aus, der sich 2023 weiter fortsetzte: Laut FederUnacoma wurden im vergangenen Jahr lediglich 17.613 Traktoren auf dem italienischen Markt abgesetzt. Das bedeutet ein weiteres Minus von fast 13 Prozent.

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Als Ursachen für den Marktrückgang führt der italienische Herstellerverband vor allem wirtschaftliche Unsicherheiten, höhere Landmaschinenpreise, gestiegene Kreditzinsen sowie einen Rückgang staatlicher Kaufanreize für Landmaschinen an.

Nach weiteren Verbandsangaben betrifft der Rückgang vor allem Modelle im mittleren Leistungsbereich zwischen 57 und 130 kW (minus 23 Prozent), während Modelle mit geringer Leistung von 20 bis 56 kW (minus 5 Prozent) und Leistungsklassen über 130 kW (minus14 Prozent) geringere Rückgänge verzeichnen. Einzige Ausnahme: die Kompaktklasse bis 19 kW wächst; hier stiegen die Neuanmeldungen um 63 Prozent.

Beim Marktführer New Holland sinken die Zulassungszahlen um ein Fünftel. Dennoch kann der Platzhirsch mit 16,3 Prozent Marktanteil sein Revier unangefochten verteidigen. Auf dem zweiten Platz folgt wie im Vorjahr die Marke John Deere (9,5 Prozent MA), die ebenfalls überdurchschnittliche Verkaufs- rückgänge erleidet (minus 17,2 Prozent). Wacker geschlagen hat sich dagegen der Drittplatzierte Antonio Carraro (9,2 Prozent MA), der neben Deutz-Fahr als einziges Fabrikat in den italienischen Top Ten seinen Marktanteil ausbauen kann. Die größten Zuwächse gehen 2023 auf das Konto von Solis: Die indische Traktorenmarke kann ihre Verkaufszahlen auf fast 500 Einheiten mehr als verdoppeln.

In Spanien führten Hitzerekorde zu erheblichen Einbußen in der landwirtschaftlichen Produktion. Auch das spanische Landwirtschaftsministerium sieht die Hauptursache für den Marktrückgang bei Neutraktoren um fast 14 Prozent in der großen Dürre. Schon 2022 waren die Erstzulassungen um mehr als 1.800 Einheiten geschrumpft. Während 2021 noch mehr als 11.100 Traktoren in Spanien zugelassen worden waren, wurden im vergangenen Jahr lediglich 8.779 Neutraktoren angemeldet. Davon gehen allein über 20 Prozent auf das Konto von John Deere – erneut die meistverkaufte Marke in Spanien. Allerdings wurden 2023 nur 1.926 von den grüngelben Traktoren in den Markt gebracht, was einem zweistelligen Rückgang entspricht. Auf Rang drei gibt es einen Wechsel: Fendt kann sich die Bronzemedaille sichern, obwohl auch die Zahl der neu zugelassenen Dieselrösser auf 628 fällt. Vorjahresdritter Kubota muss in der Gruppe der ersten Zehn die größten Verluste hinnehmen (minus 34,7 Prozent) und rutscht demzufolge auf Rang 6 der aktuellen Auswertung. Lediglich die AGCO-Tochter Valtra (plus 3,9 Prozent) sowie Kioti (plus 1,8 Prozent), eine Marke des südkoreanischen Herstellers Daedong Industrial, können mehr Traktoren als im Vorjahr auf dem spanischen Markt platzieren.

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Der portugiesische Traktorenmarkt verzeichnet im Kalenderjahr 2023 einen Rückgang von fast neun Prozent. Bis Ende Oktober hatte das Minus im westlichsten Land Europas sogar bei fast 20 Prozent gelegen, dann aber konnten mehrere Fabrikate einen Gang hochschalten. Über das gesamte Jahr betrachtet wurden letztlich 5.313 Einheiten neu gemeldet.

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Die meisten neu verkauften Traktoren kommen vom indischen Hersteller International Tractor Limited (ITL). Dessen Exportmarke Solis kann als einziges Fabrikat in den Top 5 die Verkäufe steigern. Bis Ende 2023 weist die Statistik 712 Traktoren aus, was einem Marktanteil von 13,4 Prozent entspricht. Die größten Zuwächse können aber die Maschinen des ebenfalls indischen Traktoren- und Mähdrescherherstellers Preet (plus 49 Prozent) für sich verbuchen, von denen nun 76 Stück ihre Dienste in der portugiesischen Landwirtschaft tun. Das zweitgrößte Kuchenstück (12,1 Prozent MA) bleibt dem Vorjahresmarktführer New Holland, der jedoch einen Rückgang von über 14 Prozent hinnehmen muss. Die Plätze drei, vier und fünf sichern sich wie im Vorjahr trotz jeweils prozentual zweistelliger Verkaufsrückgänge die Marken Kubota (9,1 Prozent MA), John Deere (8,5 Prozent MA) und Deutz-Fahr (7,6 Prozent MA). Unter den zehn Erstplatzierten zeigen Lamborghini (plus 12,6 Prozent) und die LS-Kompakttraktoren aus Südkorea (plus 35,4 Prozent) die höchsten Zuwächse.

Alpenländer (A, CH, SLO)

Auch wenn der langjährige Marktführer Steyr im Jahr 2023 mit 833 Einheiten etwas weniger Traktoren als im Vorjahr verkauft hat, kann das österreichische Fabrikat seinen Marktanteil weit über die Marke von 18 Prozent hieven. Mit Abstand und 14,2 Prozent Marktanteil schiebt sich Vorjahresvierter John Deere – übrigens größter Gewinner (plus 16,2 Prozent) in der aktuellen österreichischen Zulassungsstatistik – auf den zweiten Rang. Vorjahreszweiter New Holland (minus 2,0 Prozent) muss sich mit dem dritten Platz begnügen, während Fendt trotz konstantem Marktanteil von 11,8 Prozent auf den vierten Platz abrutscht. Auch der Tiroler Hersteller Lindner konnte im vergangenen Jahr weniger Neutraktoren in der Alpenrepublik absetzen. 371 Einheiten entsprechen einem Rückgang von fast 20 Prozent. Zwar schrumpft somit der Marktanteil auf etwa acht Prozent, was dennoch – wie in den Vorjahren – für Platz 5 in der österreichischen Rangliste reicht.

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John Deere konnte 91 mehr Einheiten als im Vorjahr verkaufen, während von Claas 42 Neutraktoren mehr als 2022 zugelassen wurden. Aber auch Deutz-Fahr (plus 15 Einheiten), sowie die beiden Schwestermarken Landini und McCormick (jeweils plus 12 Einheiten) konnten die Zahl der Neuzulassungen steigern.

Mit deutlichem Vorsprung ist CNH Industrial der stärkste Konzern in unserem Nachbarland. Die Marken Steyr, New Holland und Case IH konnten ihren Marktanteil auf 36 Prozent ausbauen. Auf dem zweiten Platz liegt weiterhin AGCO (22,7 Prozent MA), gefolgt von dem Ein-Marken-Unternehmen John Deere mit einem Marktanteil von unter 15 Prozent.

Laut der offiziellen Statistik wurden im letzten Jahr in der Schweiz 2.118 landwirtschaftliche Fahrzeuge neu auf die Straße gebracht. Das entspricht einem Plus von vier Prozent. Die Rangliste der Zulassungen führt 2023 weiterhin Fendt an. Mit einem Zuwachs von über 20 Prozent auf 398 verkaufte Traktoren kann der bayerische Hersteller seinen Marktanteil in der Eidgenossenschaft auf fast 19 Prozent ausbauen. Auch John Deere (plus 15,9 Prozent) verzeichnet eine überdurchschnittliche Steigerung und behauptet erneut den zweiten Platz.

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Hingegen gibt es auf den weiteren Plätzen mehrere Rangverschiebungen: Neu auf Platz 3 steht die Marke Deutz-Fahr (minus 3,1 Prozent), die sich trotz rückläufiger Verkaufszahlen an New Holland vorbeischieben kann. Die CNH-Tochter (minus 27,8 Prozent) muss neben Claas (minus 30,4 Prozent) die meisten Federn in den Schweizer Top 10 lassen. Die österreichische Marke Steyr (plus 23 Prozent) schafft es wieder unter die führenden zehn Traktorenmarken.

Die slowenische Landwirtschaft ist im europäischen Vergleich kleinstrukturiert, bei den Marktanteilen der Traktorenhersteller gibt es immer wieder Veränderungen. Im vergangenen Jahr wurden offiziell 1.104 Traktoren verkauft, verglichen mit jeweils knapp 1.400 Einheiten in den beiden Vorjahren. Insgesamt schrumpfte der Traktorenmarkt 2023 um mehr als 19 Prozent. Trotz eines signifikanten Verkaufsrückgangs bleibt New Holland (minus 21,8 Prozent) weiterhin Marktführer. Mit einem leichten Zuwachs schieben sich die grün-gelben Traktoren von John Deere (plus 2,4 Prozent) auf den zweiten Platz vor die blauen Solis Traktoren (minus 22 Prozent). Fendt belegt nun Platz 4 mit einem Plus von 5,2 Prozent, gefolgt vom Kompakttraktorhersteller LS Mtron (plus 26,1 Prozent) aus der südkoreanischen LS Group, der die stärksten Zuwächse in den slowenischen Top 10 verzeichnet. Deutz-Fahr, 2022 noch auf Platz 4, verkaufte im letzten Jahr lediglich 34 Traktoren, und damit um die Hälfte weniger als noch im Jahr zuvor.

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Nordeuropa (N, S, SF, DK, LT)

2022 gehörte Norwegen zu den wenigen Ländern, in denen der Traktorenmarkt zulegen konnte – und zwar auf mehr als 2.800 Einheiten. Doch 2023 legte auch das skandinavische Nicht-EU-Land wieder den Rückwärtsgang ein: Die Zulassungszahlen fielen um mehr als acht Prozent auf 2.619 Einheiten. Ein Viertel davon – 655 Traktoren – konnte John Deere ausliefern und damit den Vorsprung auf Valtra (22,3 Prozent MA) ausbauen. Die weiteren Plätze gehen ebenfalls wie im Vorjahr an Massey Ferguson, Fendt, Claas, Deutz-Fahr und New Holland. Entgegen dem allgemeinen negativen Markttrend können Fendt (plus 10,1 Prozent) und Claas (plus 14,4 Prozent) mehr Traktoren in dem skandinavischen Königreich verkaufen. Bei den CNH-Marken New Holland (minus 41 Prozent) und Case IH (minus 57,4), die bereits im Jahr 2022 erheblich an Käufergunst eingebüßt hatten, gingen die Verkaufszahlen ein weiteres Mal deutlich zurück. Erfolgreichster Konzern in Norwegen ist AGCO, dessen Marken sich in der Jahreswertung die Plätze zwei, drei und vier sichern und zusammen mehr als die Hälfte des norwegischen Traktorenmarktes halten.

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Im benachbarten Schweden wurden 2023 laut Statistik insgesamt 2.256 Neutraktoren angemeldet. Nachdem es bereits im Vorjahr einen kräftigen Rückgang gegeben hatte, setzt sich der negative Trend im Traktorengeschäft somit fort. John Deere sichert sich ein Viertel des Marktkuchens, während ein Fünftel an Valtra geht. Neben dem Marktführer John Deere (plus 3,1 Prozent) können auch Massey Ferguson (plus 1,2 Prozent), Kubota (plus 5,9 Prozent) und vor allem Claas (plus 20,8 Prozent) ihren Absatz in dem skandinavischen Land steigern.

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Für das wald- und seenreiche Finnland registrieren die Statistiker 2023 rund 8.300 neu zugelassene landwirtschaftliche Fahrzeuge. Davon sind aber gut 6.800 Stück mit weniger als 35 PS ausgestattet und bringen keine 1.800 Kilogramm auf die Waage.

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Die Anzahl der Neutraktoren mit über 35 kW unter der Haube konnte sich hingegen nach einem kräftigen Rückgang in 2022 im vergangenen Jahr wieder leicht erholen: Mit 1.540 Einheiten wurden davon etwa drei Prozent mehr in den Verkehr gebracht.

Unangefochtener Marktführer bleibt die heimische Marke Valtra. Die AGCO-Tochter kann ihren Marktanteil sogar noch weiter hochschrauben. 656 zugelassene Einheiten bedeuten einen Marktanteil von knapp 43 Prozent. Wenngleich auch die Konzernschwestern Fendt (minus 10,1 Prozent) und Massey Ferguson (minus 12,9 Prozent) Einbußen verzeichnen, geht mehr als die Hälfte der in Finnland neu registrierten Traktoren über 35 kW auf das Konto von AGCO (plus 4,7 Prozent).

Kräftig zulegen kann das Fabrikat New Holland (plus 31,1 Prozent) und zieht mit 135 registrierten Einheiten von Platz 4 im Vorjahr an John Deere und Claas vorbei und kann sich den zweiten Rang in der aktuellen Auswertung sichern. John Deere registriert 2023 lediglich 126 Neuanmeldungen in Finnland (minus 36,7 Prozent), damit sinkt der Marktanteil auf lediglich 8,2 Prozent.

Noch im Jahr 2022 hatte der dänische Traktorenmarkt um über 20 Prozent zugelegt. 2023 hielten sich die Landwirte aber bei den Traktoreneinkäufen wieder zurück: Das Marktvolumen bei Traktoren über 40 PS Motorleistung schrumpft um mehr als zwölf Prozent auf 1.622 Einheiten.

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Marktführer John Deere kann seinen Marktanteil um mehr als fünf Prozentpunkte auf 26 Prozent ausbauen, während der Vorjahreszweite New Holland 2023 fast 30 Prozent weniger Maschinen auf den dänischen Markt bringt als noch im Jahr zuvor. Profiteur ist die Schwestermarke Case IH, die sich nun mit knapp 17 Prozent Marktanteil den zweiten Rang sichert.

Claas kann trotz des negativen Gesamttrends seinen Marktanteil auf fast zehn Prozent ausbauen. Und auch Deutz-Fahr kann seinen Traktorenabsatz in Dänemark um fast die Hälfte (8,5 Prozent MA) steigern und sich damit zum zweiten Mal in Folge ein größeres Stück vom Marktkuchen abschneiden; 2021 hatte der Marktanteil noch bei weniger als zwei Prozent gelegen.

Im baltischen Litauen schrumpft die Anzahl der neu in den Markt gebrachten Traktoren auf unter tausend Einheiten, das ist ein Minus von fast 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Geringer fällt der Verkaufsrückgang beim langjährigen Marktführer John Deere aus: Obwohl auch das US-Fabrikat weniger Neumaschinen absetzen kann (minus zehn Prozent) klettert der Marktanteil auf über 20 Prozent. Zweitplatzierter im Zulassungsranking ist jetzt Valtra. Während die AGCO-Tochter 2021 noch mit gut fünf Prozent Marktanteil zufrieden sein musste, erobert sie 2023 über zwölf Prozent des litauischen Marktes – trotz rückläufiger Verkaufszahlen.

Claas (plus 7,1 Prozent) ist nach einem erheblichen Absatzrückgang im Jahr 2022 um fast ein Drittel wieder auf dem Vormarsch und macht in der litauischen Zulassungsstatistik 2023 den größten Sprung nach vorn.

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Zentral- und Südosteuropa (PL, CZ, HU, BG, RS, HR)

Im benachbarten Polen wurden 2023 deutlich weniger Neutraktoren als im Vorjahr verkauft. Das Zentrale Kraftfahrzeug- und Kraftfahrerregister (CEPiK) registrierte bis Ende Dezember lediglich 10.311 Ackerschlepper, was einem Rückgang von über 1.400 Stück oder zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. New Holland führt erneut das Top-Trio an, mit 1.794 neu angemeldeten Traktoren. Auf den folgenden Plätzen befinden sich John Deere (1.533 Einheiten) und Kubota (1.183 Einheiten) – neben Solis auf Platz 10 im Übrigen die einzige Marke unter den polnischen Top 10, die ihre Verkaufszahlen steigern konnte. Alle drei führenden Fabrikate können ihre zweistelligen Marktanteile weiter ausbauen.

Wie das polnische Fachmagazin „atr express“ berichtet, zeigt sich in unserem östlichen Nachbarland erneut eine große Marktdiversifizierung über die verschiedenen Leistungsklassen.

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Kubota erreicht den ersten Platz im Leistungsbereich bis 70 PS, während New Holland bei Traktoren zwischen 71 und 140 PS das Ranking anführt. Von den Großtraktoren über 141 PS trugen die meisten einen springenden Hirsch im Logo. Größte Verlierer im aktuellen Zulassungsranking sind die Traktoren aus dem tschechischen Brünn. Von 826 Maschinen im Jahr 2022 ging es für Zetor im vergangenen Jahr runter auf lediglich 290 Stück, der Marktanteil sackt demzufolge auf unter drei Prozent. Überdurchschnittliche Rückgänge müssen auch Massey Ferguson (minus 32,4 Prozent), Case IH (minus 21,7 Prozent) und Claas (minus 20,6 Prozent) hinnehmen.

Im Jahr 2022 hatte der tschechische Traktorenmarkt einen kräftigen Anstieg der Verkaufszahlen erlebt, der maßgeblich auf die beachtlichen Zuwächse der heimischen Marke Zetor zurückzuführen war. Damals konnten die Brünner Traktoren einen Marktanteil von über 20 Prozent für sich reklamieren. Über das gesamte Jahr 2023 schrumpfte dieser Anteil allerdings auf unter fünf Prozent.

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Insgesamt wurden in Tschechien 2023 erheblich weniger Traktoren als in den beiden Vorjahren auf den Markt gebracht; die Statistiker registrierten lediglich 2.819 Einheiten (minus 16 Prozent).

John Deere, im Vorjahr noch auf dem zweiten Platz, kehrte 2023 mit einem Plus von 10,5 Prozent bei den Stückzahlen zu alter Stärke zurück. Erneut geht nun knapp ein Fünftel des tschechischen Marktes auf das Konto des amerikanischen Konzerns. Die Klein- und Kompakttraktoren der indischen Marke Solis (9,7 Prozent MA) erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit, allerdings wurden von ihnen weniger als noch im Vorjahr ausgeliefert. Auch die beiden deutschen Marken Fendt (plus 11,7 Prozent) und Deutz-Fahr (plus 11,3 Prozent) verzeichnen ein gesteigertes Kaufinteresse. Von den Minitraktoren des indischen Herstellers Captain (plus 76,2 Prozent), die 2022 erstmals in der Rangliste auftauchten, fanden im vergangenen Jahr über hundert Stück einen Erstkäufer.

Die ungarische Landwirtschaft weist eine vielfältige Struktur auf. Rund die Hälfte der landwirtschaftlich genutzten Fläche wird von wenigen Großbetrieben bewirtschaftet. Die Mehrzahl der Betriebe ackert aber auf weniger als fünf Hektar. Es besteht weiterhin Modernisierungsbedarf. Dennoch wurden 2023 gut 27 Prozent weniger Neuschlepper in der Donaurepublik ausgeliefert. Auch Marktführer John Deere, der knapp ein Viertel des Verkaufsvolumens für sich reklamiert, muss kräftig Federn lassen. Die Zahl der verkauften Traktoren schrumpft auf 539 Stück (minus 35,3 Prozent).

Die beiden Nächstplatzierten verzeichnen allerdings noch größere Rückgänge: Von den Solis-Traktoren werden nur 271 Stück abgesetzt (minus 36,4 Prozent), und auch New Holland (minus 32,8 Prozent) kommt mit lediglich 262 neuen Maschinen auf den Markt. Stärkster Gewinner im Feld der Traktorenfabrikate ist das Unternehmen Claas, das mit 243 registrierten Maschinen fast doppelt so viele Traktoren ausliefert wie im Jahr zuvor.

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Während Bulgarien 2022 noch ein leichtes Plus vermelden konnte, ging es 2023 wieder abwärts; und zwar gleich zweistellig um genau elf Prozent. Insgesamt wurden 1.262 Traktoren neu in den Verkehr gebracht. Marktführer John Deere lieferte zwar weniger Maschinen als im Vorjahr aus, die aber jetzt mehr als ein Fünftel des Marktes ausmachen. Platz zwei geht 2023 an Kubota. Dank eines Zuwachses von über 40 Prozent kann der japanische Hersteller seinen Marktanteil auf über elf Prozent ausbauen. Vor dieser Leistung den Hut ziehen müssen die beiden Marken aus dem CNH-Konzern Case IH (minus 44,5 Prozent) und New Holland (minus 30,7 Prozent), die 2023 erheblich weniger Ackerschlepper in dem Balkanstaat platzieren konnten. Die kompakten LS Traktoren aus Südkorea erfreuen sich dagegen wieder größerer Beliebtheit und sichern sich den fünften Rang bei knapp sieben Prozent Marktanteil.

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Auch Serbien, oft als Kornkammer des westlichen Balkans bezeichnet, sieht sich mit einem deutlich gealterten landwirtschaftlichen Fuhrpark konfrontiert. 2022 hatte der serbische Markt mit knapp 40 Prozent den größten Zuwachs unter den betrachteten europäischen Ländern vermeldet. 2023 geht der Markt wieder um fast 15 Prozent zurück. Insgesamt wurden 2.676 landwirtschaftliche Fahrzeuge neu in Betrieb genommen. Die chinesischen Traktoren der Marke Foton (plus 35,7 Prozent) können ihre Position entgegen der negativen Marktentwicklung weiter stärken und steigern ihren Marktanteil von 7,7 auf 12,2 Prozent.

Knapp dahinter landet die Traktormarke Belarus aus Minsk, deren Absatzzahlen allerdings um gut ein Fünftel sinken. Trotz zweistelliger Einbußen kann auch die heimische Marke IMT (minus 11,7 Prozent) ihre Position am Markt festigen. Auch die westlichen Fabrikate John Deere (plus 12,6 Prozent), Claas (plus 39,6 Prozent) und Case IH (plus 24,0 Prozent) unter den Top 10 konnten größere Stückzahlen in Serbien ausliefern.

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In Kroatien, wo unzählige Klein- und nur wenige Großbetriebe die Landwirtschaft prägen, erweist sich der Traktorenmarkt als stabil (plus 0,6 Prozent). Insgesamt wurden hier 1.021 Traktoren neu verkauft. John Deere (plus 8,3 Prozent), im Vorjahr auf Platz 2, ist nun wieder das meistverkaufte Fabrikat. Knapp dahinter folgt die italienische SDF-Marke Lamborghini, die sich 2022 dank starker Zuwächse von über 40 Prozent den ersten Rang sichern konnte. Claas (plus 19,3 Prozent) erklimmt mit starken Verkaufszahlen den dritten Platz vor Deutz-Fahr (plus 1,1 Prozent). Die größten Zuwächse verzeichnen jedoch die blauen Solis Traktoren von International Traktor Limited (ITL), einem der größten indischen Traktorenhersteller. Mit 31 zusätzlich verkauften Maschinen steigt ihr Marktanteil auf 6,7 Prozent.

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Westeuropa (B, NL, GB)

Der belgischeTraktorenmarkt bleibt nach einem Absatzhoch in 2021 – mit mehr als 2.000 Einheiten – weiter im Abwärtstrend. Nach einem über 15-prozentigen Rücksetzer im Jahr 2022 schrumpft der Gesamtmarkt um gut weitere elf Prozent auf rund 1.800 Stück. Der Absatzrückgang trifft praktisch alle Hersteller. Ausnahmen sind lediglich Valtra mit einem Plus von 6,7 Prozent und 95 abgesetzten Einheiten und McCormick (13 Einheiten). Trotz eines Rückgangs von 14,4 Prozent behauptet John Deere mit einem Marktanteil von 22,5 Prozent die Spitzenposition auf dem belgischen Traktorenmarkt. New Holland sichert sich trotz eines moderaten Absatzrückgangs von 6,5 Prozent knapp 20 Prozent Marktanteil. Auch der Drittplatzierte Fendt (minus 7,8 Prozent) verliert, kann aber seinen Marktanteil auf 13,5 Prozent ausbauen.

In der Konzernauswertung führt CNH Industrial (581 Einheiten) 2023 den belgischen Traktorenmarkt an, gefolgt von AGCO (451 Einheiten) und John Deere (415 Einheiten).

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In den Niederlanden werden die markenbezogenen Verkaufszahlen aufgrund von Datenschutzbestimmungen traditionell mit einem Jahr Verzögerung veröffentlicht. Über den 2,5-prozentigen Rückgang im 2022er Gesamtmarkt hatte der eilbote bereits berichtet. Nun steht aber auch fest, dass sich New Holland in dem Jahr die Krone aufsetzen darf. Mit 756 verkauften Maschinen (plus 13,2 Prozent) schraubt die CNH-Tochter ihren Marktanteil auf 22 Prozent hoch. Zusammen mit den weiteren Konzernmarken Case IH und Steyr kann sich CNH Industrial somit 2022 knapp ein Drittel des niederländischen Marktes sichern. Zwar konnte auch Vorjahressieger John Deere mehr Maschinen verkaufen und sich somit 20,7 Prozent des Marktkuchens sichern, rutscht aber trotzdem im 2022er Ranking auf den zweiten Rang. Fendt belegt den dritten Platz, wobei der Marktanteil bei den Neumaschinen aufgrund rückläufiger Zulassungszahlen auf zwölf Prozent schrumpft. Große Rückgänge unter den Top-10-Marken müssen aber auch Iseki (minus 21,3 Prozent) und Deutz-Fahr (minus 25,2 Prozent) hinnehmen.

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Wie die Handelsorganisation Fedecom allerdings bereits mitgeteilt hat, wurden 2023 – also im vergangenen Kalenderjahr – allein 2.662 Standard- und Schmalspurtraktoren in den Niederlanden verkauft. Dies entspricht einem Anstieg um 155 Einheiten im Vergleich zum Vorjahr. Marktkenner führen das über sechsprozentige Plus vor allem auf gute Umsätze im letzten Dezember zurück.

Auf den britischen Inseln wurden im letzten Jahr 11.816 Ackerschlepper mit über 50 PS Motorleistung zugelassen, was einem Anstieg von zwei Prozent gegenüber 2022 entspricht.

Europa / Traktorenzulassungen 2023: In vielen Ländern  stottern die Motoren

Laut Angaben der Agricultural Engineers‘ Association (AEA) war der britische Traktorenmarkt in den letzten Jahren abgesehen vom Pandemie-Jahr 2020 erstaunlich stabil. Die Zulassungen auf der Insel bewegten sich in sechs der letzten sieben Jahre zwischen 11.580 und 12.040 Einheiten. Dabei kletterte die durchschnittliche Motorleistung laut AEA, die vor allem im oberen Leistungsbereich ein starkes Absatzplus registrierte, auf 174 PS.

Auch Großbritannien veröffentlicht die markenbezogenen Zulassungszahlen aufgrund wettbewerbsrechtlicher Vorschriften immer erst mit einem Jahr Verzögerung. Die vorliegende Tabelle bezieht sich daher auf die Zulassungen von Standard- und Kompakttraktoren in den Jahren 2022 und 2021. Demnach belaufen sich die Gesamtzulassungen in 2022 auf 13.017 Maschinen – ein Rückgang um 1.054 Einheiten im Vergleich zu 2021.

Nach Angaben des britischen Herstellerverbandes verbucht John Deere ein kräftiges Absatzplus. 2022 gehen demnach allein 3.960 Zulassungen auf das Konto des amerikanischen Fabrikates, was einen Anteil von 30,4 Prozent am Gesamtmarkt bedeutet. New Holland (16,3 Prozent MA) bleibt auf dem zweiten Platz, muss allerdings einen kräftigen Rücksetzer von 20,9 Prozent hinnehmen. Die dritte Position geht wieder an Massey Ferguson (10,3 Prozent MA). Neben dem Marktführer John Deere konnten lediglich JCB (plus 5,0 Prozent), der Hersteller aus Staffordshire, und Kubota (plus 1,0 Prozent) mehr Traktorentechnik an die britischen Landwirte ausliefern.

Das starke Verkaufsplus trägt John Deere auch an die Spitze der Konzernwertung. Der CNH Industrial Konzern (26 Prozent MA), der noch im Jahr 2021 die Liste anführte, kann lediglich 3.390 Zulassungen für sich verbuchen. Es folgt AGCO mit 2.895 Zulassungen (22,2 Prozent MA).

John Deere vorn In Europa

Auch in den aktuellen europäischen Traktorencharts steht John Deere wieder am häufigsten auf dem Siegerpodest. Die grün-gelben Traktoren können sich in zwölf der 22 betrachteten Länder die Marktführerschaft sichern. Sieben Male platziert sich das US-Fabrikat auf dem zweiten Rang und einmal auf dem dritten.

New Holland kann in vier Ländern den ersten Platz erobern und landet sechsmal auf dem zweiten Rang. Viermal belegt die Marke des CNH Industrial Konzerns den dritten Platz.

Fendt sichert sich 2023 die Spitzenposition auf dem deutschen Heimatmarkt. Die Marktoberdorfer stehen außerdem in der Schweiz ganz oben auf dem Siegertreppchen. In Frankreich, Belgien und den Niederlanden kann die Premiummarke jeweils den dritten Rang für sich reklamieren. Lokalkolorit zahlt sich auch für Valtra und Steyr aus, die in ihren Heimatmärkten jeweils den höchsten Traktorenabsatz verzeichnen.

AGCO dominiert grosse Märkte

Nach einem bereits fast zehnprozentigen Rückgang im Jahr 2022 sinkt das Marktvolumen für landwirtschaftliche Zugmaschinen erneut. Unterm Strich geht der Absatz in den 22 betrachteten europäischen Ländern 2023 um weitere fünf Prozent auf 151.694 Einheiten zurück. Lediglich sieben Länder weisen für 2023 eine mindestens stabile Bilanz auf, darunter die bedeutenden Flächenmärkte Frankreich und Deutschland. Und auch in Großbritannien wurden mehr neue Traktoren auf den Markt gebracht, sodass das Gesamtvolumen auf der Insel nun höher ausfällt als in Polen, wo erneut ein zweistelliges Minus gemeldet wurde. Besonders profitieren konnte auch der niederländische Markt von der Kaufbereitschaft der Kunden – mit einem über sechsprozentigen Plus. Hingegen fällt in 15 Ländern die Bilanz schlechter aus als im Vorjahr, darunter Schlüsselmärkte wie Italien, Polen und Spanien.

Betrachtet man allein Frankreich, Deutschland und Italien, also die drei Länder, in denen europaweit alljährlich mehr als die Hälfte der landwirtschaftlichen Neufahrzeuge abgesetzt werden, so lieferte dort allein die Allis-Gleaner Corporation (AGCO) mit den Marken Fendt, Valtra und Massey Ferguson mehr als 20.000 Traktoren aus. Das John Deere Logo prangt an mehr als 14.700 Neumaschinen. CNH Industrial vereint auf seine Marken New Holland, Case IH und Steyr über 13.500 Anmeldungen.

Europa / Traktorenzulassungen 2023: In vielen Ländern  stottern die Motoren

Klima auf Talfahrt

Unterm Strich sanken die Traktorenverkaufszahlen in Europa 2023 spürbar. Angesichts steigender Betriebs- und Zinskosten sowie sinkender Erzeugerpreise zogen immer mehr Landwirte bei Technikinvestitionen die Handbremse an – Maschinenkäufe wurden vermehrt verschoben. Im Jahresverlauf klagten Händler in ganz Europa zunehmend über stockende Verkäufe und wachsende Lagerbestände, besonders bei Neumaschinen.

Auch die Aussichten für das laufende Jahr sind bislang wenig ermutigend. Zumindest setzt der allgemeine Geschäftsklimaindex für die Landmaschinenindustrie in Europa, den die CEMA (European Agricultural Machinery Association) monatlich ermittelt, seine Talfahrt fort und erreicht sogar historische Tiefstände. Zuletzt fiel der Index im Februar von minus 50 auf minus 52 Punkte (auf einer Skala von minus 100 bis plus 100). Laut CEMA gibt es derzeit keinen einzigen europäischen Markt, für den eine Mehrheit der Umfrageteilnehmer positive Umsatzerwartungen hegt. Allerdings fallen die Zuversichtswerte in Westeuropa und den nordischen Ländern nicht so negativ aus wie in Mittel- und Osteuropa.

Nach weiteren Angaben des europäischen Industrieverbandes betrachtet mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer die aktuelle Geschäftslage über alle Segmente hinweg erneut als ungünstig; zwei Drittel erwarten einen Umsatzrückgang in den kommenden sechs Monaten. Eine allmähliche Stabilisierung deute sich lediglich bei den Erwartungen für die kommenden Auftragseingänge an. Nachdem die Auftragsbestände zu Beginn des letzten Jahres einen Höchststand erreicht hatten, habe sich das Auftragsvolumen erneut deutlich verringert und entspreche nun einer Produktionsdauer von 3,9 Monaten. Laut CEMA ist dieser Wert im langfristigen Vergleich zwar noch immer vergleichsweise hoch, jedoch niedriger als jeweils zu Beginn der letzten drei Jahre.

Europa / Traktorenzulassungen 2023: In vielen Ländern  stottern die Motoren

Dank an Kollegen

Die hier präsentierten Statistiken basieren auf den Veröffentlichungen nationaler Ministerien, Ämter, Fachmedien und -verbände. Ein besonderer Dank geht in diesem Zusammenhang an unsere internationalen Kollegen Francesco Bartolozzi, Frans van Baelen und Marjan Dolenŝek, die uns aktiv bei unseren Recherchen unterstützt haben.


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