Die wirtschaftliche Stimmung der deutschen Landwirte hat sich im Juni 2023 leicht verschlechtert. Sie liegt bei 13,2 Punkten im Vergleich zu 14,9 im Dezember 2022 (siehe Grafik), damit aber höher als im Juni 2022 (11,1).
Der Grund für den Rückgang liegt in der schlechteren Beurteilung der zukünftigen Lage in zwei bis drei Jahren. Diese liegt fast unverändert nahe dem bisherigen Tiefstand. Die Beurteilung der aktuellen Situation befindet sich dagegen unverändert auf vergleichsweise hohem Niveau.
Einzig bei Veredlungsbetrieben hat sich die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Situation im Vergleich zu Dezember verbessert. Sie übertrifft inzwischen die Einschätzung der Ackerbau- und Futterbaubetriebe. Die Einschätzung der zukünftigen Lage wird jedoch bei allen drei Betriebsformen schlechter gesehen.
Im Vergleich zum Dezember 2022 wird die aktuelle Stimmungslage vor allem durch niedrigere Erzeugerpreise für Getreide, Milch und Rinder, aber auch durch die nationale Agrarpolitik gedrückt. Schweine-, Ferkel-, und Düngemittelpreise werden dagegen deutlich positiver wahrgenommen.
Im Vergleich zu Juni 2022 werden die Preise für Schweine, Treibstoff, Futter- und Düngemittel deutlich positiver beurteilt. Dämpfend wirken sich allerdings politische Unsicherheiten und gestiegene Zinsen für Fremdkapital aus.
Investitionsplanungen im Vergleich zur Dezember-Umfrage unverändert
Das geschätzte Investitionsvolumen für das zweite Halbjahr 2023 liegt mit 5,8 Mrd. Euro auf Höhe des ersten Halbjahres 2023.
Die Investitionsplanungen in den wichtigsten Bereichen Wirtschaftsgebäude und Maschinen bleiben dabei nahezu unverändert. Die Planungen, Land zu erwerben, gehen dagegen zurück.

Liquiditätslage leicht verschlechtert
Der Anteil der Betriebe, der die Liquiditätslage aktuell als sehr angespannt beurteilt, steigt von 12 % im Dezember auf 16 %. 51 % der Be-triebe schätzen die Lage dagegen als nicht angespannt ein (57 % im Dezember).

Höherer Eigenkapital-Anteil bei Maschinenfinanzierungen geplant
Die höheren Fremdkapitalzinsen machen sich aktuell auch bei den Finanzierungen der Investitionen be-merkbar.
Bei der Anschaffung von Maschinen und Geräten planen Landwirte laut aktueller Umfrage im Durchschnitt rund 48 % Eigenkapital und 27 % Bankfinanzierungen einzusetzen (Rest: Hersteller-/Händlerfinanzierungen, Leasing, Miete). Im Dezember lag der geplante Eigenkapitalanteil noch bei 41 % und Anteil der Bankfinanzierungen bei 37 %.
Das Konjunktur- und Investitionsbarometer Agrar wird halbjährlich im Auftrag des DBV, des VDMA Fachverbandes Landtechnik und der Landwirtschaftlichen Rentenbank in einer repräsentativen Umfrage ermittelt. Zur aktuellen Runde im Juni 2023 befragte dazu das Markforschungsinstitut Produkt + Markt rund 1.000 Landwirte und Lohnunternehmer in ganz Deutschland.










