Magazin Grünfutter- und Weidetechnik

Vorbau-Kamera-Monitor-Systeme :

Bundeseinheitliche Regelung tritt in Kraft

Empfehlungen des Verkehrsministeriums für Kamera-Monitor-Systeme zum Ausgleich bei Sichtfeldeinschränkungen bei Vorbaumaßüberschreitung von mehr als 3,5 m veröffentlicht

Vorbau-Kamera-Monitor-Systeme: Bundeseinheitliche Regelung tritt in Kraft

Die DLG-anerkannte Vorbau-Kamera.

Mit der Bekanntgabe im „Verkehrsblatt“, dem alle zwei Wochen erscheinenden Amtsblatt des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur der Bundesrepublik Deutschland, hat das Bundesverkehrsministerium kürzlich eine bundeseinheitliche Regelung für Vorbau-Kamera-Monitor-Systeme in Kraft gesetzt. In den veröffentlichten, umfangreichen Empfehlungen werden die Anforderungen an ein Kamera-Monitor-System definiert, das zum Ausgleich von Sichtfeldeinschränkungen bei einer Überschreitung des maximal zulässigen Vorbaumaßes von 3,5 m dienen kann. Die jetzt veröffentlichten Regelungen decken sich weitestgehend mit einem Prüfrahmen, den eine ehrenamtliche Prüfungskommission des Testzentrums Technik und Betriebsmittel der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft e. V.) 2015 veröffentlicht hat und der den Prüfungen für ein Prüfzeichen „DLG-anerkannt Gesamt-Prüfung für Vorbau-Kamera-Monitor-Systeme“ zugrunde liegt. Hintergrund dieser Prüfung ist die Möglichkeit einen Einweiser durch ein technisches System zu ersetzen. Dieser wurde bisher bei einem über 3,5 m hinausgehenden Vorbaumaß in einem 2009 veröffentlichten „Merkblatt für angehängte Arbeitsgeräte“ bei eingeschränktem Sichtfeld. Die genannten Überschreitungen des gesetzlich zulässigen Vorbaumaßes von 3,5 m treten insbesondere bei Verwendung von Frontanbaugeräten auf. Dies betrifft land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge ebenso regelmäßig wie Bau- und Kommunalfahrzeuge wie Radlader, Bankettmäher oder auch im Winterdienst. Nicht zuletzt aufgrund der heute deutlich erhöhten Verkehrsdichte und einer damit verbundenen Gefährdung des Einweisers durch den Straßenverkehr war die jahrzehntealte Einweiser-Regelung bereits in der Vergangenheit in der Praxis nicht umsetzbar und daher in die Kritik geraten. Den Anstoß zur Entwicklung dieser wichtigen Prüfung, die nun in geltendes Recht umgesetzt wurde, hatte der Fachausschuss für Normen und Vorschriften des DLG-Fachzentrums Landwirtschaft gegeben, da heutige Traktoren höherer Leistungsklassen bereits ohne Anbaugeräte das maximal zulässige Vorbaumaß erreichen können. Insbesondere Lohnunternehmer hatten bemängelt, dass schon bei Transportfahrten mit einem Frontgewicht, z. B. in Silage-Häckselketten, ein Einweiser vonnöten wäre. Als vom Kraftfahrtbundesamt für Fragen des Sichtfelds benannter Technischer Dienst bietet das DLG-Testzentrum Technik und Betriebsmittel die entsprechenden Prüfungen für Hersteller von Kamera-Monitor-Systemen an. Die Eignung eines Kamera-Monitor-Systems wird mit über das Prüfzeichen „DLG-anerkannt Gesamt-Prüfung“ nach außen sichtbar dokumentiert. Für Rückfragen zur praktischen Umsetzung der Prüfung steht der zuständige Prüfingenieur Jürgen Goldmann unter 0 69 / 247 88-6 74 bzw. j.goldmann@DLG.org zur Verfügung.


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