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John Deere :

Beruf und Familie im Einklang

Anne Moorbrink kennt zwei Berufswelten: Die Arbeit bei einem Landmaschinenhersteller und beim John Deere Vertriebspartner. Beides hat seine Vorzüge, hat sie festgestellt. Bei der Berufswahl ging es für sie nicht nur um Karriere, sondern auch um das private Umfeld.

John Deere: Beruf und Familie im Einklang

Anne Moorbrink ist für das Marketing im Betrieb zuständig.

„Achtung! Diese Person könnte jederzeit unkontrolliert anfangen, über Trecker zur reden!“ Dieser humorvolle Warnhinweis ist einer von mehreren Image-Aufklebern der Firma „Rebo Landmaschinen“ aus dem niedersächsischen Rechterfeld bei Visbek im Landkreis Vechta, einem großen John Deere-Vertriebspartner mit sieben Niederlassungen. Er stammt aus der Marketingabteilung, die Anne Moorbrink (37) leitet, und die selbst gern über Traktoren spricht. Schließlich war sie mehrere Jahre im Produktmanagement beim Hersteller John Deere in Mannheim für die Baureihe 6R zuständig und hat die Technik anderen Vertriebs- partnern europaweit erklärt.

Als Quereinsteigerin zur Landtechnik

Von Mannheim ins beschauliche Rechterfeld, von der deutschen Zentrale mit 2.900 Mitarbeitern zu einem Vertriebspartner mit 200 Kollegen: Dass die gebürtige Berlinerin mal in diesem Job im Oldenburger Münsterland landet, hätte sie noch vor wenigen Jahren nicht gedacht. Doch letztlich ist alles genauso gekommen, wie sie es sich gewünscht hatte.

Die ersten Berührungspunkte mit Landtechnik hatte die „Quereinsteigerin“, wie sie sich selbst bezeichnet, als Jugendliche bei der Arbeit auf einem Pferdehof. „Damals schon war ich beeindruckt von Traktoren“, sagt sie.

Der Eindruck vertiefte sich während eines einjährigen „Work and travel“-Aufenthalts in Australien, wo sie nach dem Abitur auf Tomaten- und Bananenplantagen arbeiten und auch Traktor fahren durfte. „Ich habe dort festgestellt, dass mich die Landwirtschaft und insbesondere die Landtechnik fasziniert“, blickt sie zurück.

So wundert es nicht, dass sie sich nach der Rückkehr im Jahr 2004 für ein Agrarstudium entschied. Die Wahl des Studienortes fiel auf Neubrandenburg, da sie sich dort an der Fachhochschule mehr Praxisnähe erhoffte als beim Universitätsstudium. Die Praxis vertiefte sie nach zwei Jahren Studium, indem sie sich für ein Jahr beurlauben ließ. Die Zeit nutzte sie für mehrmonatige Praktika auf einem Milchviehbetrieb und bei der Pflanzenbauberatung „Hanse Agro“ in Schleswig-Holstein.

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Einschneidendes Praktikum

Nach einem zweimonatigen Aufenthalt in Ecuador folgten fünf Monate Praktikum bei John Deere in Bruchsal. „Das war einschneidend für mich: Ich habe festgestellt, dass man nicht unbedingt in der Landwirtschaft arbeiten muss, um mit Landtechnik zu tun zu haben“, sagt sie. Hier hatte sie viele Berührungspunkte mit der vielfältigen Agrarbranche, die ihr von Anfang an gefiel.

Nach Abschluss des Bachelorstudiums nutzte sie die Kontakte, um auf einem Ackerbaubetrieb in Mecklenburg-Vorpommern bei der Ernte zu helfen. Neben einem 9000er John Deere Traktor saß sie auch erstmals in einer Mähdrescherkabine. „Das machte sehr viel Spaß. Aber gleichzeitig stellte ich fest, dass ich noch viele Wissenslücken hatte“, erklärt sie.

Der John Deere Vertriebspartner Rebo beschäftigt 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Der John Deere Vertriebspartner Rebo beschäftigt 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Masterstudium in Hohenheim

Darum schrieb sie sich in Hohenheim zum Masterstudium „Agribusiness“ ein. Hierbei konnte sie Module im Bereich Agrartechnik mit Marketing kombinieren – im Nachhinein gesehen genau das, was sie später beruflich machen sollte.

Auch zur Masterarbeit suchte sie den Kontakt zu John Deere: Sie durfte für einen Feldvergleichstest in einem Team von Vorführfahrern Mähdrescher fahren. „Im Anschluss hatte ich mich gleich auf eine Einstiegsstelle im Produktmanagement in Mannheim beworben“, berichtet sie – mit Erfolg. Als Spezialistin war sie dort für die Traktorenbaureihe 6R zuständig. Zu den Aufgaben gehörte unter anderem die Aufbereitung von Informationen für Produkthandbücher oder für die Produktvorstellung bei den Vertriebspartnern. Hierzu war sie auch in Lissabon bei der Präsentation vor europäischen Vertriebspartnern.

Einblick in die Traktorproduktion

Nach zwei Jahren wechselte sie innerhalb der Abteilung in den Bereich „Future“, bei dem es um Baureihen geht, die sich noch in der Entwicklung befinden. Hier war ihre Praxiserfahrung gefragt. „Wir haben zum Beispiel überprüft, ob das, was sich die Ingenieure ausgedacht hatten, auch zu den Bedürfnissen der Kunden passt“, erklärt Anne Moorbrink.

Anne Moorbrink fotografiert auch selbst.

Anne Moorbrink fotografiert auch selbst.

Für sie war es spannend, ein Rädchen im großen Getriebe der Traktorproduktion zu sein. „In Mannheim arbeiten 500 Ingenieure, da werden im Jahr bis zu 40.000 Traktoren gebaut. Erst, wenn man in den Meetings mit der Produktion und dem Engineering sitzt, weiß man, wie komplex das alles ist“, lautet ihre Erfahrung nach fünf Jahren.

Umzug nach Niedersachsen

Dann gab es die nächste Veränderung für sie: Sie gründete eine Familie, ging in den Mutterschutz und anschließend in Elternzeit. „Da kam bei mir und meinem Mann ein Perspektivwechsel, auf einmal steht die Familie im Mittelpunkt.“

Ihr Mann, der ebenfalls bei John Deere, aber in Bruchsal arbeitete, stammt ursprünglich aus der Nähe von Friesoythe in Niedersachsen. Dorthin wollte die junge Familie zurückkehren, auch um den Kindern das Aufwachsen in ländlicher Umgebung zu ermöglichen. Das war im Ballungszentrum Mannheim mit den hohen Grundstückspreisen nicht möglich. Für Anne Moorbrink bedeutete das der Abschied vom bisherigen Arbeitgeber.

Doch wo eine Tür zugeht, geht eine andere auf: Von ihrer bisherigen Tätigkeit kannte sie den John Deere-Vertriebspartner Rebo mit Hauptsitz in Rechterfeld – rund 60 Kilometer von ihrem neuen Wohnort entfernt. Hier bewarb sie sich kurzerhand. Geschäftsführer Alexander Bruns schien quasi auf ihren Anruf gewartet zu haben: Er hatte in den Jahren zuvor den Part Marketing und Werbung mit betreut, was aber zunehmend zur Belastung wurde. „Bei einem wachsenden Unternehmen mit über 200 Mitarbeitern ist das aber so gut wie nicht zu schaffen“, weiß Anne Moorbrink heute. Von daher kam Bruns das Angebot mehr als gelegen, seit Januar 2018 gehört sie zum Team.

Perspektiven beim Vertriebspartner

In der Tat bieten Vertriebspartnerunternehmen wie Rebo interessante Perspektiven für Hochschulabsolventen wie Moorbrink. Mit der Zentrale in Rechterfeld und sechs Filialen in Schwaförden, Damme, Neuenkirchen-Vörden, Edewecht, Aurich und seit 2020 auch in Nordenham erstreckt sich das Vertriebsgebiet über zwölf Landkreise von der Grenze von Nordrhein-Westfalen bis zur Küste einschließlich der sieben Inseln. Neben John Deere als Hauptlieferant arbeitet Rebo noch mit den Marken Kramer, Siloking, Pöttinger, Fliegl und dem Mulchgerätehersteller Perfect zusammen.

Darum hat auch Anne Moorbrink als Marketingleiterin heute alle Hände voll zu tun: „Der Titel klingt bedeutungsvoller, als er ist, ich bin in der Abteilung allein“, sagt sie lächelnd. Das sieht sie keinesfalls als Nachteil: „Ich habe hier viele Freiheiten und Aufgaben und kann sehr kreativ sein.“ Zu ihren Aufgaben gehören:

■ Sie macht Fotos, Produkt- und Imagevideos einschließlich Schnitt,

■ sie gestaltet Broschüren und Flyer bis hin zu Merchandising-Artikeln wie Kugelschreiber oder Lieferscheinaufdrucke,

■ sie kümmert sich um Anzeigen und andere Werbemaßnahmen,

■ sie ist verantwortlich für die Außenwerbung und den Aufdruck auf Fahrzeugen,

■ sie unterstützt die Geschäftsführung bei der Marktbearbeitung und dem Erreichen der selbstgesteckten Ziele.

Wichtiger Erfahrungsschatz

Was ihr dabei zugute kommt: In ihrem bisherigen Werdegang hat sie über die freiwilligen Praktika viel über die heutigen Kunden wie Landwirte und Lohnunternehmer gelernt. Während ihrer Tätigkeit bei John Deere dagegen gewann sie intensive Kenntnisse zu den Produkten. Und da sie an der Schnittstelle zwischen Hersteller und Vertriebspartner gearbeitet hat, kennt sie auch viele Vertriebsthemen.

Natürlich war der Abschied von den Kollegen in Mannheim erst nicht einfach. „Ich habe mich dort sehr wohl gefühlt“, sagt sie. Allerdings gibt es bei ihrer jetzigen Tätigkeit auch viele Vorteile, die vieles aufwiegen:

■ Sie hat ein familienfreundliches Arbeitsumfeld mit einem Tag Präsenz in Rechterfeld und sonst Homeoffice mit sehr selbstständiger Arbeitseinteilung.

■ Die Lebenshaltungskosten auf dem Land in Norddeutschland sind deutlich niedriger als im Ballungszentrum Mannheim.

■ In dem Unternehmen gibt es eine flache Hierarchie mit kurzen Entscheidungswegen. Sie hat ein sehr flexibles Arbeitsumfeld mit viel kreativer Freiheit und Gestaltungsmöglichkeiten.

■ Und mit dem Vertriebspartner ist sie der Marke John Deere treu geblieben.

Unterm Strich hat sich für Anne Moorbrink alles richtig gefügt. Was andere Berufseinsteiger von diesem Beispiel lernen können: Eine Karriere- und Lebensplanung ist so gut wie nicht möglich. Es ist immer sinnvoll, seinen Neigungen und einem Stück weit dem Bauchgefühl zu folgen.

Wer Ambitionen zu einer Tätigkeit bei einem Hersteller oder seinem regionalen Vertriebspartner hat, ist gut beraten, über Praktika und Abschlussarbeiten einen Fuß in die Tür zu bekommen.


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