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Zahl der ungeeigneten Bewerber steigt auch in der Landtechnikbranche

Roberto Kühne, Inhaber und Geschäftsführer Firma Technisch Werkstätten Langengrassau, Vorstandsmitglied der Landesinnung Brandenburg und stellvertretender Bundesinnungsmeister im Bundesverstand LandBauTechnik, über seine Erfahrungen mit den Kompetenzen angehender Azubis

LandBauTechnik-Bundesverband: Zahl der ungeeigneten Bewerber steigt auch in der Landtechnikbranche

Roberto Kühne ist stellvertretender Bundesinnungsmeister.

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„Wir haben in unseren Unternehmen das Ziel, in jedem Ausbildungsjahr zwei Azubis einzustellen. Aufgrund sinkender Bewerberzahlen und ungeeigneter Bewerber erreichen wir das Ziel nicht immer. Um vorzeitige Ausbildungsabbrüche zu vermeiden, haben wir als Ausbildungsbetrieb einen dreistufigen Bewerbungsprozess. Gerne möchte ich unseren eigenen Bewerbungsprozess einmal erläutern: In der Stufe 1 bewerten wir die Bewerbung – welche Noten und Beurteilungen hat der Bewerber. Hier stellen wir fest, dass die Anzahl und die Qualität im Hinblick auf die Noten in den letzten Jahren allgemein gesunken sind. Bewerber mit einen Notenschnitt besser als 3,7 werden zur Stufe 2, dem Bewerbungsgespräch mit Test, eingeladen. Hier liegt unser Augenmerk auf dem Test, der aus zwei Teilen besteht. Der erste Teil besteht aus zwei Fragen, die die Bewerber mit einigen Sätzen in eigenen Worten beantworten sollen. Diese Aufgabe fällt über 50 Prozent der Bewerber äußerst schwer. Ebenso schwer fällt es den Bewerbern, Aufgaben überhaupt zu lesen. Im zweiten Teil werden von uns allgemeine Multiple Choice-Fragen aus Naturwissenschaft, Gesellschaft und Mathematik gestellt. Hier fällt uns immer wieder auf, dass beispielsweise rund 30 Prozent eine Prozentrechenaufgabe mit drei Auswahlantworten nicht richtig beantworten. Bei der Auswertung im Nachgang zu richtigen und falschen Fragen kommt dann häufig die Antwort: ‚Das habe ich so nicht gelesen‘. Die Stufe 3 unseres Bewerbungsprozesses ist ein mindestens dreitägiges Praktikum.

Als Fazit aus unserem Bewerbungsprozess können wir bestätigen, dass die in der Pisa-Studie abgefragten Lese- und Schreib- sowie Mathekompetenzen im Durchschnitt in den letzten Jahre gesunken sind. Wir als Betrieb sehen es als sehr kritisch, wenn nach zehn Jahren Schulbildung ein Bewerber einfache Aufgaben nicht erlesen kann oder einfache Prozentrechnung nicht beherrscht. Als Ausbildungsbetrieb haben wir nicht die Kapazitäten, diese schulischen Defizite abzufangen. Daher müssen wir in letzter Zeit immer mehr ungeeignete Bewerber zurückweisen, die mit ihren schulischen Vorkenntnissen die anspruchsvolle Ausbildung zum Land- und Baumaschinenmechatroniker ganz sicher nicht bestehen würden.“


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