Trübe Aussichten für 2024

Im vorigen Jahr wurde noch ein Umsatz aus heimischer Produktion von insgesamt gut 15 Mrd. Euro erzielt und damit das Ergebnis von 2022 übertroffen

Die Landtechnikindustrie am Produktionsstandort Deutschland hat sich im Geschäftsjahr 2023 erneut insgesamt positiv entwickelt, wobei sich aber mittlerweile eine Marktberuhigung eingestellt hat. Wie der Branchenverband VDMA Landtechnik am 19. März in Frankfurt berichtete, gelang es den Herstellern 2023, mit einem Umsatz aus heimischer Produktion von insgesamt gut 15 Mrd. Euro das Vorjahresergebnis zu übertreffen. „So herausfordernd das aktuelle Umfeld für die Landwirtschaft insgesamt ist, so klar haben die Landwirte und Lohnunternehmer gezeigt, dass sie weitsichtig Zukunftsinvestitionen tätigen“, erklärte Verbandsgeschäftsführer Dr. Tobias Ehrhard im Rückblick.

Spätestens seit Jahresmitte 2023 hatten sich laut Erhard jedoch rückläufige Auftragseingänge bemerkbar gemacht, da die Händler vielerorts bereits gut bevorratet waren. Die Marktberuhigung erstreckte sich über nahezu alle Produktsegmente der Außen- und Innenwirtschaft. Für 2024 prognostiziert der VDMA Landtechnik schon aufgrund statistischer Basiseffekte eine „verhaltene Entwicklung“ der Landtechnikkonjunktur. Zwar hätte sich die Kostensituation bei den landwirtschaftlichen Betriebsmitteln verbessert und die allgemeine Inflation verringert, doch das anhaltend hohe Zinsniveau mache der Branche zu schaffen. Zudem habe sich die wirtschaftliche Situation der landwirtschaftlichen Betriebe aufgrund rückläufiger Erzeugerpreise und Margen bereits spürbar eingetrübt. „Für die nächsten Monate dürfte hier keine wesentliche Änderung in Sicht sein“, sagte Ehrhard.

Exportstärke zahlt sich aus

Ein wesentlicher Umsatztreiber waren im Jahr 2023 dem VDMA Landtechnik zufolge die Traktoren. Sehr gefragt seien aber auch Technologien für eine nachhaltige Pflanzenproduktion gewesen. Bauen konnte die Branche laut Erhard auf ihre Exportstärke. Durchschnittlich gehen nach seinen Angaben fast vier von fünf der hierzulande produzierten Landmaschinen, Traktoren und Softwaresysteme zu Kunden in aller Welt. Als überdurchschnittlich stark habe sich im vergangenen Jahr die Nachfrage in europäischen Schlüsselmärkten wie Frankreich und Großbritannien gezeigt, vor allem aber in den Vereinigten Staaten, berichtete Erhard. Nicht ganz so stark sei das Landtechnikgeschäft am Standort Deutschland gewesen.

Zum Klimaschutz stellte der VDMA Landtechnik klar, dass im Feldeinsatz flüssige und gasförmige Energieträger auch künftig nicht ersetzbar seien. „Der Leistungsbedarf zur Erzeugung von Ackerpflanzen ist enorm; elektrische Antriebe sind hier auf lange Sicht keine Alternative. Umso mehr kommt es jetzt darauf an, vom fossilen Diesel zügig Abschied zu nehmen und auf klimafreundliche Kraftstoffe umzustellen“, betonte Ehrhard. Nicht zuletzt die erhitzte Agrardieseldebatte habe deutlich gemacht, dass „wir die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirte und Lohnunternehmer, gerade im internationalen Maßstab, wieder stärker in den Blick nehmen müssen“, so Erhard.


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