Die Agravis Raiffeisen AG hat ihr Ergebnis 2023 im Vorjahresvergleich gesteigert, obwohl der Umsatz deutlich rückläufig war. Finanzvorstand Hermann Hesseler bezifferte bei der digitalen Bilanzpressekonferenz den Umsatz des Agrarhandels- und Dienstleistungsunternehmens für das vergangene Geschäftsjahr auf rund 8,8 Mrd. Euro, nach 9,4 Mrd. Euro im Vorjahr.
„Der Rückgang ist ausschließlich auf gesunkene Preise für wichtige Produktgruppen wie Getreide, Raps, Düngemittel und Energie zurückzuführen“, so Hesseler. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) bezifferte er auf 64,5 Mio. Euro, verglichen mit 61,5 Mio. Euro im Vorjahr. Außerdem hat sich laut Hesseler das Eigenkapital des Konzerns bis Ende 2023 im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt um 32 Mio. Euro auf 663 Mio. Euro erhöht. Die Eigenkapitalquote bezifferte der Finanzvorstand auf 29 Prozent.
Den größten absoluten und auch relativen Umsatzrückgang verzeichnete der Konzern in seiner Sparte „Agrar Großhandel“ in den Bereichen Pflanzenbau, Agrarerzeugnisse, Futter und Tiergesundheit, nämlich um 399 Mio. Euro oder 11,8 Prozent auf 2,986 Mrd. Euro. Ausschlaggebend dafür war Hesseler zufolge das deutlich niedrigere Preisniveau für wichtige Betriebsmittel und Rohstoffe. Außerdem verringerten sich die Erlöse im Geschäftsfeld „Agrar Landwirtschaft“ um 269 Mio. Euro auf 2,625 Mrd. Euro.
Allein in der Sparte „Technik“ stieg der Erlös 2023 sogar nach dem starken Vorjahreswert, und zwar um 167 Mio. Euro auf 1,305 Mrd. Euro. Hesseler zufolge investierten die Landwirte vor allem im ersten Halbjahr 2023. Ursache waren nach seinen Angaben Maschinenlieferungen, die sich 2022 aufgrund gestörter Lieferketten verzögert hätten. Der Auftragsbestand habe sich am 31. Dezember 2023 weiterhin auf hohem Niveau bewegt, so der Finanzvorstand. Die aktuellen Landtechnikbestände auf den Höfen der 115 Agravis-Standorte bezeichnete er als „beherrschbar“.
Konservativer Ausblick
Mit Blick auf 2024 prognostizierte der Agravis-Vorstandsvorsitzende Dr. Dirk Köckler einen Rückgang des Konzernumsatzes um 700 Mio. Euro auf 8,1 Mrd. Euro und ein im Vorjahresvergleich um 4,4 Mio. Euro kleineres EBT von 60,1 Mio. Euro. Laut Köckler basieren diese „konservativen“ Erwartungen auf dem Preisniveau der zweiten Hälfte von 2023.











