Tierproduktion - Viele Ställe stehen jetzt leer

Zahl der Viehhalter nahm in zehn Jahren um knapp 50.000 ab – Dafür sind die Herdengrößen deutlich gestiegen

Tierproduktion: Viele Ställe stehen jetzt leer

Knapp 170.000 Betriebe halten noch Nutztiere in Deutschland. In zehn Jahren ist das ein Rückgang von 28 Prozent.

Die Haltung von landwirtschaftlichen Nutztieren auf den Bauernhöfen in Deutschland ist klar rückläufig. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) jetzt auf Basis von endgültigen Ergebnissen der Landwirtschaftszählung mitteilte, gab es 2020 hierzulande noch rund 168.800 Betriebe mit Tieren auf dem Hof; zehn Jahre zuvor waren es mit 216.100 noch 28,0 % mehr gewesen. Insgesamt hielten im vergangenen Jahr 64 % der rund 262.800 landwirtschaftlichen Betriebe Vieh; im Vergleich mit 2010 erfolgte damit ein Rückgang um 8 Prozentpunkte.

Am weitesten verbreitet war unter den Bauern die Rinderhaltung. Insgesamt 108.000 Höfe oder 64 % aller Betriebe mit Nutzvieh hielten 2020 zusammen rund 11,3 Millionen Rinder. Innerhalb einer Dekade haben damit 25 % der Landwirte ihre Rinder abgeschafft; die Zahl der Tiere ging dagegen nur um 10 % zurück. Dadurch erhöhte sich der Durchschnittsbestand je Halter von 87 auf 104 Stück. Noch stärker verlief der Strukturwandel bei den Milcherzeugern, deren Zahl seit 2010 um fast 40 % auf 54.300 Höfe gesunken ist; der Milchkuhbestand ging um 5,6 % auf rund 3,9 Millionen Tiere zurück. Die durchschnittliche Milchkuhherde wuchs dabei von 46 Milchkühen je Betrieb auf 72. Die Aufgabe der Tierhaltung war im Betrachtungszeitraum relativ gesehen am stärksten in der Schweinehaltung ausgeprägt; hier sank die Zahl der Betriebe innerhalb einer Dekade um 47 % auf 31.900 Halter. Die Schweinepopulation insgesamt ging hingegen nur um 5 % auf 26,3 Millionen Stück zurück.

Das Wachstum der verbliebenen Betriebe äußerte sich in einer Zunahme der durchschnittlich gehaltenen Tiere je Hof von 459 auf 826 Schweine. Bei den Betrieben mit Hühner- und Legehennenhaltung sank die Zahl der Halter in den letzten zehn Jahren ebenfalls, und zwar um etwa 15 % auf 49.400. Die erst ab 2016 vorliegenden Daten zu den Haltungsplätzen zeigen bei Hühnern bis 2020 einen moderaten Anstieg von 1,2 % auf etwa 186,3 Millionen Plätze.

Die Landwirtschaftszählung 2020 erfolgte zum Stichtag 1. März. Seitdem hat es weitere halbjährlich durchgeführte Viehbestanderhebungen gegeben, nach denen sich die Zahl der Betriebe mit Schweinen und Rindern auf dem Hof weiter verringert hat, ebenso wie die Viehbestände. Der Strukturwandel ist also aktuell noch stärker ausgeprägt, als es die Destatis-Daten aus der Landwirtschaftszählung 2020 zeigen.

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