Magazin Landtechnik

Innovation Award Agritechnica 2019 – Teil 3 :

39 Silbermedaillen werden vergeben

Die DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) hat jetzt die Preisträger des Innovation Award Agritechnica 2019 bekannt gegeben. Zu dem führenden Neuheiten-Preis der internationalen Landtechnikbranche wurden in diesem Jahr 291 Neuheiten eingereicht. Die DLG-Neuheitenkommission vergab eine Goldmedaille und 39 Silbermedaillen. Lesen hier und in unseren nächsten Ausgaben, welche Neuheiten mit einer Silbermedaille ausgezeichnet werden.

Innovation Award Agritechnica 2019 – Teil 3: 39 Silbermedaillen werden vergeben

John Deere – Intelligente Schwingungstilgung für Großpackenpresse

Aufgrund der hohen Massen- und Presskräfte induzieren die Großpackenpressen Schwingungen, die die Traktorkabine zu unangenehm starken Nickbewegungen anregen. Mit der intelligenten Schwingungstilgung werden diese Schwingungen an Modellen der Traktorbaureihe 7R in Verbindung mit Pressen von John Deere nahezu vollständig eliminiert.

Basierend auf den Signalen der Beschleunigungssensoren im GPS-Empfänger und anderen traktorinternen Signalen wird der stufenlose Fahrantrieb mit der Anregungsfrequenz der Ballenpresse so verstellt, dass eine periodische Änderung der Geschwindigkeitsvorgabe die von der Presse induzierten Schwingungen kompensiert. Hierzu ist keine zusätzliche Hardware erforderlich.

Halle 13, Stand C40

Hortech – VENTUM

Mit der selbstfahrende Erntemaschine VENTUM wird erstmalig eine Maschine angeboten, welche Gemüseernte, Aufbereitung und Verpackung in einem automatisierten Prozess zusammenfasst. Nach dem Schnitt wird das Erntegut über ein Fördersystem mit unterschiedlich schnell laufenden Transportbändern in Richtung der Aufbereitung be- fördert. Durch diese Technik wird das Erntegut gestreckt und locker verteilt.

Fremdkörper und unerwünschte Partikel werden bei der Übergabe auf das nächste Band per Luftstrom über einen 30 cm breiten Spalt separiert.

Das gereinigte, gewogene und in Kisten abgefüllte Erntegut wird vollautomatisch auf ein Transportfahrzeug übergeben.

Halle 21, Stand F04

John Deere – Effizienzpaket für Großmähdrescher

John Deere hat bei der Entwicklung des neuen Doppel-Axialrotor-Mähdreschers nicht nur die Baugruppen zum Dreschen und Abscheiden, sondern auch alle anderen leistungsbestimmenden Baugruppen unter Berücksichtigung maximaler Effizienz überarbeitet. Ziel der Konstruktion war es, auch unter erschwerten Erntebedingungen eine maximale Leistungsstabilität bei möglichst unveränderten Maschineneinstellungen zu erhalten. Dies beginnt bei einem identischen Drehpunkt von Schrägförderer und Zuführtrommel, um den Zuführwinkel zu den Rotoren immer identisch zu halten. Dazu gehört auch ein vollkommen neues schlankes Antriebskonzept auf Riemenbasis, das es erlaubt, bei einem derzeit maximalen Kanalbreitenmaß von 1,72 m und 710er-Frontbereifung eine Transportbreite von 3,5 m einzuhalten. Das Doppel-Axialrotor-Dresch- und Abscheidekonzept wurde auf maximale Strohdurchsatz- und Leistungsstabilitätswerte ausgelegt. Insbesondere bei der Reinigung wurde hoher Wert auf die Ableitung großer Luftvolumenströme auch über die Strohverteiltechnik gelegt, um den Luft-Gegendruck zu minimieren und damit die Windsichtung zu maximieren. Am Häcksler endet die Optimierung durch Ersatz der bekannten Winkelmesser gegen sogenannte „gedellte“ Messer mit Golfball-Luftstromeffekt zur Maximierung des Luftvolumenstromes.

Halle 13, Stand C40

Naïo Technologies – Dino – Autonomer Roboter mit Präzisions-Unkrautbekämpfungsgerät

Der Roboter Dino in Kombination mit dem Präzisions-Unkrautbekämpfungsgerät ist das erste autonome Gerät, das zur mechanischen Unkrautbekämpfung in den Salatreihen eingesetzt werden kann. Die Maschine lokalisiert den unter ihr liegenden Salat und aktiviert zwei elektrisch angetriebene Messer, die dann zwischen den Kulturpflanzen das Unkraut bekämpfen. Zusätzlich wird eine digitale Karte erstellt, die auch für die Ernte genutzt werden kann. Die Anbauer können mit dieser Technik die Kosten für die händische Unkrautbekämpfung senken. Der Roboter Dino, in Kombination mit dem Präzisions-Unkrautbekämpfungsgerät, bietet eine gewichtsreduzierte Alternative zur am Traktor angebauten Variante, wodurch Verdichtungen reduziert werden.

Pavillon 11, Stand B04

Lemken – iQblue connect

iQblue connect ist ein herstellerübergreifendes, nachrüstbares und portables Modul zur Automatisierung von Gerätefunktionen auf ISOBUS-Basis, mit dem sich TIM (Tractor Implement Management)-Funktionen nach dem neuesten AEF-Standard einfach und kostengünstig realisieren lassen. Damit kann die Geräte-Aktorik über den Traktor automatisiert angesteuert werden. iQblue connect verfügt über einen GPS-Empfänger, eine Mobilfunkverbindung sowie eine Schnittstelle zur universellen Datenaustauschplattform agrirouter. Zudem ist eine mobile Datenanbindung integriert, um Geräte in die digitale Dokumentation einzubinden. Das System kann über eine einheitliche Schnittstelle einfach und werkzeuglos für verschiedene Anbaugeräte genutzt werden, wobei sich iQblue connect eigenständig auf das neue Gerät konfiguriert.

Die Erweiterung des Moduls um gerätespezifische Installationskits ermöglicht es, Funktionen von verschiedenen, auch rein mechanischen Arbeitsgeräten zu automatisieren. iQblue connect kann auch auf vorhandenen Anbaugeräten unter Verwendung der bestehenden Aktorik nachgerüstet werden.

Halle 11, Stand A42

Rostselmash – RSM Night Vision System

Ähnlich wie bei Systemen aus dem Automobilbereich nutzt „RSM Night Vision-System“ zusätzlich zum sichtbaren Spektrum auch noch einen Teil des nahinfraroten Spektrums der Silizium-basierten und damit kostengünstigen Kameratechnologie aus. Im Gegensatz zu teuren Thermokameras besitzt das System eine größere Reichweite und muss nicht außen an der Maschine angebracht werden, wo die ständige Gefahr einer Verschmutzung besteht. Die elektronische Vorverarbeitung und die Algorithmen des RMS-Systems ermöglichen hohe Empfindlichkeiten bei sehr geringer Lichtintensität. Daher kann diese Technologie bei Standardbeleuchtungen der Traktoren nachts eingesetzt werden, ermöglicht Sichtweiten von 250 m bis zu 1.500 m und höhere Arbeitsgeschwindigkeiten – bei gleichzeitiger, deutlicher Verbesserung der Personen- und Hinderniserkennung. Das Bild der in der Kabine angebrachten, nach vorne blickenden Hauptkamera wird auf die Frontscheibe projiziert, die seitlich blickenden Kamerabilder auf einen Monitor. Mit RSM Night Vision kann der Fahrer Hindernisse oder Personen in seiner Umgebung „sehen“, obwohl das menschliche Auge dazu nicht in der Lage wäre.

Halle 09, Stand A31b


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