Magazin Wirtschaft

Fokus Gebrauchte – Fütterungstechnik :

Auf den Zustand kommt es an...

... ob gebrauchte Futtermischwagen in Deutschland ein zweites Leben haben. Die Zahl der Mastrinder und Kühe geht in Deutschland weiter zurück, während gleichzeitig Tierbestände und Professionalität der Betriebe wachsen. Daher ist zuverlässige und leistungsfähige Fütterungstechnik gefragt. Arndt Suilmann von der Schröder-Gruppe, Wildeshausen, berichtet im eilbote-Gespräch über die Vermarktung gebrauchter Futtermischwagen.

Fokus Gebrauchte – Fütterungstechnik: Auf den Zustand kommt es an...

Junge oder besonders gut erhaltene Futtermischwagen bleiben in der Region.

Eilbote: Wie ist das Interesse für gebrauchte Fütterungstechnik in Deutschland?

Arndt Suilmann: Den größten Teil der gebrauchten Futtermischtechnik platzieren wir immer noch in unserer Kundschaft und im deutschen Markt. In den vergangenen Jahren zeigte sich hier jedoch eine klare Trendwende: Der Anteil der ins Ausland verkauften Maschinen hat sich in den vergangenen Jahren vervielfacht und liegt mittlerweile bei knapp 35 Prozent. Gleichzeitig ist der Gesamtumsatz in diesem Bereich konstant gestiegen.

Der Strukturwandel in der Rinderhaltung geht ungebremst weiter...

...die sinkende Zahl der Betriebe bei gleichzeitig wachsenden Tierbeständen pro Betrieb bringt neue Anforderungen mit sich. Unsere örtlichen Kunden brauchen moderne Maschinen, mit denen sie eine hohe Schlagkraft und Einsatzsicherheit haben. Die gebrauchten Maschinen, die dann zurückkommen, haben immer mehr Stunden in kürzester Zeit geleistet. Dementsprechend höher ist auch der Verschleiß. Daher ist es besonders bei Futtermischwagen wichtig, auf den Zustand zu achten. Gerade die Maschinen mit hohem Verschleiß wandern dann häufiger ins Ausland ab, wo sich die nötigen Reparaturen durch geringere Stundenlöhne eher lohnen.

Nach zehn Jahren hat man einen Mischwagen quasi „mitverfüttert“, sagt man. Für welche Maschinen gibt es ein zweites Leben in Deutschland?

Maschinen, die in Deutschland bleiben, sind in der Regel jung und/oder noch in einem guten Zustand. Der klassische Kunde möchte nicht das Geld für die neue Maschine investieren und sucht daher etwas gutes Gebrauchtes.

Sicherlich wirken sich die schwankenden Milcherlöse auch auf den Handel aus. Stärker macht sich dies dann aber bei Neumaschinen bemerkbar. Die Kunden zögern in schlechten Zeiten mit der Investition oder setzen auf günstigere gebrauchte Technik.

Gute gebrauchte Futtermischwagen bleiben also eher in der Region.

Interesse besteht hier eigentlich nur an jungen und oder besonders gut erhaltenen Futtermischwagen. Die Landwirte in unserer Region schrauben oder schweißen in der Regel nicht an ihren Maschinen herum. Sie fragen daher nur Technik in gutem Zustand nach. Insbesondere für kleinere Betriebe ist gut erhaltene und kostengünstigere Gebrauchttechnik interessant.

An welchen Maschinen ist das Interesse vergleichsweise hoch?

Hauptsächlich sind gezogene Futtermischwagen gefragt. Selbstfahrer sind relativ schwierig zu vermarkten, da die Anzahl der Interessenten wesentlich geringer ist. Dahingegen spielt das Fassungsvermögen keine wesentliche Rolle, da die Kundschaft sehr heterogen ist: So sucht ein Landwirt aus Österreich vielleicht eine kleinere Maschine, während sich der Großbetrieb in Osteuropa eher für eine größere interessiert, die ebenfalls gut erhalten ist. Es kommt darauf an, dass Zustand und Preis zueinander passen.

Was spricht aus Ihrer Sicht für den Kauf gebrauchter Fütterungstechnik?

Der Vorteil eines gebrauchten Futtermischwagens liegt vor allem in den geringeren Investitionskosten. Hinzu kommt die oft schnellere Verfügbarkeit.

Werden in Zahlung genommene Futtermischwagen überholt?

Wir versuchen, die Maschinen in der Regel im vorhandenen Zustand zu verkaufen, um den Preisvorteil für den Kunden möglichst hoch zu halten. Reparaturen erhöhen den Preis der Maschine und werden in der Regel nur auf Kundenwunsch durchgeführt. Ausnahme bilden hier junge Gebrauchte, bei denen der Kunde einen guten Zustand erwartet. Hier kann sich die Investition, wie zum Beispiel in eine neue Schnecke, lohnen.

Wie checken Sie den Zustand bei Inzahlungnahmen?

Der Außendienstmitarbeiter schaut sich die Maschine vor Ort beim Kunden an und achtet auf mögliche Verschleißkennzeichen. Diese pflegt er ebenso wie die wichtigsten Maschinendaten in eine spezielle Bewertungs-App ein. Anhand dieser Informationen können wir als Gebrauchtmaschinen-Verkäufer problemlos den Marktwert ermitteln.

Die häufigsten Mängel beim Futtermischwagen treten typischerweise an den Seitenwänden und den Schnecken auf. Sie sind dem größten Verschleiß ausgesetzt.

Welche Relevanz haben Internet-Portale bei der Vermarktung gebrauchter Fütterungstechnik?

Eine Vermarktung ohne die Internet-Portale wäre nicht möglich. Das gilt insbesondere für ältere oder stark gebrauchte Futtermischwagen.

Zur Person

Arndt Suilmann ist als Gebrauchtmaschinen-Fachberater für die Schröder-Gruppe tätig. Dienstsitz des 28-Jährigen ist der Stammsitz im oldenburgischen Wildeshausen, wo sich auch das Gebrauchtmaschinenzentrum der Gruppe befindet.

Das Familienunternehmen ist einer der größten privaten Landmaschinenhändler in Deutschland. Die Brüder Heiner, Volker und Bernd Schröder leiten das Unternehmen bereits in der sechsten Generation. Zusammen mit zahlreichen Unterhändlern vertreibt die Schröder-Gruppe an 20 Standorten in Nordwest- und Nordostdeutschland unter anderem das komplette AGCO-Programm. Die Fütterungstechnik kommt von Strautmann. Allein in Deutschland beschäftigt die Gruppe eigenen Angaben zufolge mehr als 800 Mitarbeiter. Daneben betreibt das Unternehmen weitere Standorte in Lettland und Rumänien.

Kontakt
Arndt Suilmann, Heinrich Schröder Landmaschinen KG
D-27793 Wildeshausen
Telefon (0 44 31) 89 07-2 84
Telefax (0 44 31) 89 07-11
Mobil: 01 51- 68 92 78 38
asuilmann @ schroeder-gruppe.de


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