Am 20. Juni ging die zwölfte Ausgabe der Demopark-Messe zu Ende. „Unsere Bilanz ist ausgesprochen erfreulich. Hersteller aus über 50 Produktsegmenten standen den Besuchern in allen Belangen Rede und Antwort“, sagt Tobias Ehrhard, Messedirektor und Veranstalter. 33.000 nationale wie internationale Besucher informierten sich bei mehr als 400 Ausstellern aus dem In- und Ausland auf dem 25 Hektar großen Flugplatzgelände.
Ein Schwerpunkt lag diesmal auf der Automatisierung und Elektrifizierung. „Leistungsstarke Akkutechnik ermöglicht mittlerweile gerade im Gerätesektor Laufzeiten, die den Varianten mit Verbrennungsmotor in nichts mehr nachstehen“, betont Ehrhard. Hinzu kommen Gewichtsvorteile und niedrige Geräuschemissionen, die ein komfortables Arbeiten unter den verschiedensten Umfeldbedingungen ermöglichen. Insbesondere in der Grün- und Flächenpflege wird auch Automatisierung dieser Tage großgeschrieben. „Schwarmintelligenz bei der Mahd oder autonome Ansätze im Maschineneinsatz sind im Kommen“, resümiert der Messedirektor.
Entsprechendes Gerät gab es beispielsweise beim auf Kommunalfahrzeuge spezialisierten Hersteller Hako: Er zeigte neue, im Erlkönig-Design gehaltene Multicar-Modelle, unter anderem in der ZE-Variante (Zero Emission), sprich: elektrischer Antrieb. Dabei werden natürlich auch die Nebenaggregate wie die Hydraulik per Strom angetrieben, gleichzeitig sind die bisherigen Anbaugeräte weiter nutzbar. Bei Agria gab es den vollelektrisch betriebenen und funkferngesteuerten Geräteträger 9700e zu sehen. Er kann reguläre 3-Punkt-Anbaugeräte (KAT1) betreiben, ist aber wesentlich leiser, womit er auch in entsprechend sensiblen Umgebungen eingesetzt werden kann. Außerdem ist er laut Hersteller im Vergleich zum Verbrenner beinahe wartungsfrei. Die Akkulaufzeiten betragen je nach Anwendungsfall zwischen fünf (Mulcher) und acht (Balkenmäher) Stunden. Zu haben sind die Maschinen mit verschiedenen Ladeoptionen: Neben einer herkömmlichen 230V-Steckdose sind auch 380V-Starkstrom oder ein Kfz-Schnelllader möglich. Letzterer ist beispielsweise für Anwender an Autobahnen interessant, die so in der Pause auf dem Rasthof die Raupe schnell wieder aufladen können. Die Maschine ist nach dem seit 1. Mai 2023 geltenden Programm „Bundesförderung Energie- und Ressourceneffizienz“ voll förderungsfähig. Laut der Experten am Messestand wäre sie zudem bereits fähig, alleine zu arbeiten. Hier ist aber bisher die Gesetzeslage der beschränkende Faktor, nicht die Technologie. Daher sind große autonome Maschinen in Deutschland noch nicht offiziell vorgestellt worden.

© T. Meyer
Der Grandstand von Toro ist kompakt und damit auch im städtischen Umfeld auf Gehwegen gut zwischen zwei Einsätzen unterwegs.

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In Eisenach waren viele Hersteller von Kompakttraktoren vertreten.
Der Grünflächen-Spezialist Wiedenmann hat Autonomie ebenfalls bereits auf dem Schirm: Mit auf der Messe dabei war der Prototyp eines selbstfahren- den Aerifizierers. Das Bodenbelüften wird aktuell noch mit Anbaugeräten durchgeführt, die aber nur sehr langsam bewegt werden können. Daher ist diese Tätigkeit einerseits nicht die beliebteste bei den Fachkräften, zudem bindet sie diese für lange Zeit an eine Fläche. Wiedenmann sieht daher in diesem Feld Bedarf für eine autonome Maschine, zumal der Einsatz häufig in eingezäunten Flächen wie Sportanlagen, Golfplätzen oder auch Liegeflächen in Freibädern stattfindet. Durch die sichere Abtrennung des öffentlichen Raumes sind hier autonome Geräte einfacher umsetzbar, überwachendes Fachpersonal ist dabei meist ebenfalls in der Nähe.
Der unter anderem im Sport- und Golfrasen etablierte Hersteller Toro hat mit der Revolution-Serie die Zero-Turn-Mäher elektrifiziert. Dabei gibt es neben dem klassischen Aufsitzer Z-Master auch die Stand-On-Variante Grandstand. Beide werden mit vier bis sieben Stunden möglicher Arbeitszeit angegeben. Natürlich haben wir ebenfalls eine Runde mit den Geräten gedreht: Dabei fiel uns sofort die Federung der Sitzplattform auf, wodurch es sich auch auf der holprigen Flugplatz-Wiese bei zügigem Tempo mähen ließ. Lange Mäheinsätze gehen hier schonender für den Fahrer aus.
Zero-Turn-Mäher im Kommen
Generell war auf der Messe ein Trend zu Zero-Turn-Mähern festzustellen: Über die letzten Jahre haben immer mehr Hersteller die wendigen Hinterachslenker ins Sortiment genommen. Bisher galt die vor allem in stark verbreitete Maschinenform in Deutschland als Randerscheinung. Kleintraktoren und Frontmäher waren hier bisher eher das Mittel der Wahl, da sie flexibler einsetzbar sind, etwa auch im Winterdienst. Außerdem galt die „Panzersteuerung“ mit zwei Hebeln statt einem Lenkrad als gewöhnungsbedürftig. Durch die immer häufigere Auslagerung von bestimmten Tätigkeiten, wie dem Mähen von großen Flächen an Dienstleister, stieg der Bedarf an sehr schlagkräftiger Technik. Denn punkten kann der Zero-Turn-Mäher vor allem am Ende des Mähstreifens: Ein Hebel nach vorne, der andere nach hinten und die Kehrtwende um 180 Grad wird auf der Stelle vollzogen. Andere Konzepte müssen entweder stauchen oder längere Wendekurven fahren und anschließend deren Reste noch beseitigen. Ein geschickter Zero-Turn-Fahrer dagegen dreht in wenigen Sekunden in die nächste Bahn, wodurch die Effizienz steigt.

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Der Agria 9700e Geräteträger läuft dank E-Antrieb sehr leise, künftig soll er auch autonom arbeiten können.

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Mit der 8,7 PS starken und 121 ccm dicken Stihl MS 880 sägt auch unser Autor – selbst Nebenerwerbs-Forstwirt – nicht alle Tage, daher hat er die Chance ergriffen.
Auch Hersteller wie Ariens – die kürzlich AS-Motor übernommen haben – stehen inzwischen mit einer kompletten Palette in Europa parat, da die Nachfrage steige. Husqvarna hat mit dem neuen Z560X und seinem 152 cm breiten Mähdeck ebenfalls vor allem die Profis im Blick. Kubota dagegen hat seinen neuen Z2-481 eigens für Anwender entwickelt, die sich einen Aufsitzmäher für private und größere Grundstücke wünschen, ohne auf höchste Wendigkeit und Mähleistung sowie den Komfort und die Zuverlässigkeit eines professionellen Produkts verzichten zu müssen. Auch Stiga bietet für den Semi-Pro-Anwender inzwischen elektrische Zero-Turn-Mäher, das Lenkkonzept ist hier über einen Joystick vereinfacht worden. Ein Nachteil der Nullwendekreismäher: Kabinen gibt es hier nicht, weshalb das Wetter – egal ob Regen und Sonne – durchgehend vom Fahrer verkraftet werden muss.

© Kubota
Die Zero-Turn-Mäher – wie der Kubota Z2 – werden auch hierzulande immer beliebter.

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Die kaum aus dem kommunalen Alltag wegzudenkenden Unimogs waren in diversen Ausführungen und Spezialaufbauten vor Ort.
Neben diesen Trends fand sich aber auf der Demopark das gesamte Spektrum an Maschinen und Geräten für Kommunen sowie Betriebe des Garten- und Landschaftsbaus. Das Technikportfolio reichte von handgeführten Motorgeräten bis hin zu schweren Fahrzeugen, verbunden mit allerlei Tools.
Aus der Besucherbefragung des Veranstalters geht hervor, dass Kommunal- und Grünprofis die Kombination aus Innovation und Interaktion als Alleinstellungsmerkmal der Demopark sehr zu schätzen wissen. Neun von zehn Besuchern sehen ihre Erwartungen rundum erfüllt. Mehr als 90 Prozent der vom Veranstalter befragten Besucher haben sich die nächste Demopark, die vom 22. bis 24. Juni 2025 in Eisenach stattfinden wird, bereits im Kalender vorgemerkt.








