Magazin Wirtschaft

Russland :

Heinische Landmaschinenindustrie verliert Marktanteil

Landtechnikverband Sojusagromasch führt erwartetes Umsatzwachstum ausschließlich auf eine Erhöhung der Importe zurück - Einfuhrzölle entfristet

In Russland soll demnächst ein neuer Versuch gemacht werden, die Ausstattung des Agrarsektors mit Landtechnik zu verbessern. Wie Landwirtschaftsminister Alexej Gordejew am Rande vom diesjährigen "Tag des Fe ldes" erklärte, ist die Regierung mit der Ausarbeitung eines entsprechenden Maßnahmenkatalogs beauftragt worden.

Vorgesehen sei unter anderem die Förderung des heimischen Landmaschinenbaus und insbesondere der Investitionen in die Entwicklung neuer Technik. Die aktuelle Lage bezeichnete Gordejew als kritisch. Verglichen mit anderen Ländern sei die technische Ausstattung der Landwirtschaft in Russland rückständig.

Laut einer Prognose des Verbandes der Landmaschinenhersteller (Sojusagromasch) soll der Absatz von Agrartechnik in Russland in diesem Jahr gegenüber 2005 um 400 Mio. $ (319,04 Mio. Euro) auf rund 2,7 Mrd. $ (2,15 Mrd. Euro) steigen, war allerdings ausschließlich auf eine Erhöhung der Importe um 45 Prozent auf 1,8 Mrd. $ (1,44 Mrd. Euro) zurückgeführt wird. Laut Einschätzung von Sojusagromasch sinkt damit der Anteil der Landtechnik heimischer Herkunft am russischen Markt um 10 Prozentpunkte auf etwa ein Drittel.

Der Importzoll von 70 Euro je Kilowatt Motorenleistung auf über drei Jahre alte Mähdrescher und Häckslern ist in Russland mittlerweile entfristet worden. Die in der letzten Juliwoche in Kraft getretene Abgabe löst eine provisorische Regelung ab, die seit Oktober 2005 galt und auf neun Monate begrenzt war. Gegen die Befristung hatte sich Sojusagromasch stark gemacht. Laut einem Bericht der in Moskau erscheinenden "Bauernnachrichten" hatte der Branchenverband argumentiert, die Exporte von Landtechnik nach Russland warden durch ausländische Regierungen mit Haushaltsmitteln gefördert.

 

Verband stellt Forderungen

Der Präsident von Sojusagromasch, Konstantin Babkin, verlangte beim "Tag des Feldes" mehr Unterstützung für seine Branche, unter anderem durch eine Senkung der Steuerlast, die Förderung von Exporten und Leasinggeschäften sowie leichteren Zugang zu Investitionskrediten. Außerdem forderte Babkin faire Wettbewerbsbedingungen für die heimischen Produzenten gegenüber der Konkurrenz aus dem Ausland.

Die seit Anfang dieses Jahres verzeichneten Einfuhren von Mähdreschern nach Russland seien gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 2 Prozent gestiegen, bei Häckslern sei sogar eine Verdoppelung zu verzeichnen gewesen, und das trotz der Anwendung der neuen Importzölle in Höhe von 100 Euro je Kilowatt Motorenleistung für neue beziehungsweise 70 Euro für gebrauchte Maschinen, monierte der Verbandspräsident. Unterdessen sei die Produktion der russischen Hersteller an Mähdreschern um 12 Prozent gesunken. Andererseits habe der Ausstoß von Häckslern jedoch um 11 Prozent zugelegt. Gleichzeitig seien 6 Prozent weniger Traktoren vom Band gegangen. Bei Sämaschinen und Grubbern sei ein Rückgang um ein Viertel zu verzeichnen gewesen, während die Produktion von Pflügen sogar um 55 Prozent eingebrochen sei. Die Importe von Landmaschinen nach Russland stiegen bereits seit vier Jahren stark an; dementsprechend verringere sich der Anteil der Agrartechnik heimischer Herkunft am Inlandsmarkt, konstatierte Babkin.


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