Magazin Landtechnik

Pneumatische Drillmaschine Horsch Express 3KR mit SingularSystem im DLG-Test :

Optimaler Platz fürs Pflänzchen

Bei Mais und Zuckerrübe ist sie Standard, die Einzelkornsaat. Auch bei Getreide lassen theoretische Ansätze und erste praktische Versuche von Forschungseinrichtungen auf einen positiven Effekt der Saatgutvereinzelung schließen. Horsch ist einer der Pioniere dieses Gedankens. Mit der Express 3KR mit SingularSystem wurde erstmals ein praxisreifes System zur DLG-Prüfung vorgestellt.

Pneumatische Drillmaschine Horsch Express 3KR mit SingularSystem im DLG-Test: Optimaler Platz fürs Pflänzchen

Bild 3: Die Horsch Express 3 KR, hier aufgebaut auf der Kreiselegge Kredo 3.

Eine verhältnismäßig geringe Saatstärke rückt mit steigenden Saatgutpreisen gerade für Hybridgetreide und dem Risiko niedriger Verkaufspreise immer mehr in den Blickpunkt – gerade bei sehr kostenorientiert denkenden Landwirten.

Speziell bei diesen geringen Aussaatstärken ist der Pflanzenbauer auf eine funktionierende Kornvereinzelung am Sägerät angewiesen, um den Standraum der Einzelpflanze und somit das zur Verfügung stehende Nährstoffreservoir zu optimieren. Folglich kann man annehmen, dass sich die Pflanzen bei geringerem Konkurrenzdruck kräftiger entwickeln. Weiterhin geht man davon aus, dass das Mikroklima, welches sich in solchen homogenen Pflanzenbeständen einstellt, eine positive Wirkung auf die Pflanzengesundheit hat. Horsch arbeitet bereits seit mehreren Jahren an einem entsprechenden System zur kontinuierlichen Vereinzelung der Getreidekörner. Die zur Prüfung vorgestellte pneumatische Drillmaschine Horsch Express 3KR war mit dieser „SingularSystem“ genannten Option ausgestattet.

Bild 1: Aufbau eines Säschares.

Bild 1: Aufbau eines Säschares.

Bild 2: Funck-Dosierer mit Tasche (Pfeil).

Bild 2: Funck-Dosierer mit Tasche (Pfeil).

Das Horsch SingularSystem

Die zur Prüfung vorgestellte Horsch Express 3KR war auf einer Kreiselegge Kredo 3 aufgebaut. Auf einer Arbeitsbreite von 3 m verteilen sich in zwei Reihen insgesamt 20 Scheiben-Säschare (Bild 1) mit einem Reihenabstand von 15 cm. Andruckrollen und Striegel verschließen die Saatrille nach der Kornablage wieder. Die Steuerung erfolgt per ISOBUS-Terminal.

Beim Säprozess wird das Saatgut mittels eines Rotors aus dem Saatgutbehälter ausgetragen. Der entsprechende Rotor ist in Abhängigkeit von der Sämenge auszuwählen und einzubauen; seine Drehzahl wird in Abhängigkeit von der Fahrgeschwindigkeit und Aussaatmenge elektronisch geregelt. Die Fahrgeschwindigkeit erfasst die Drillmaschine dabei selbst über einen Radarsensor in Höhe der Säschiene. Das Saatgut wird anschließend pneumatisch über den Verteilerkopf auf die Särohre verteilt. Oberhalb jedes Säschares durchläuft das Saatgut dann den sogenannten Funck-Dosierer. In diesem Dosierer läuft eine elektrisch angetriebene Dosierscheibe, die die einströmenden Körner per Zentrifugalkraft nach außen drückt und so vereinzelt. Die einzelnen Saatkörner werden dann von den Taschen am Rand der Dosierscheiben (Bild 2, siehe Pfeil) aufgefangen und anschließend mit dem Luftstrom durch den Auslass des Dosierers zum Säschar abgegeben und im Boden abgelegt.

Bild 4: Die Prüfingenieure untersuchen die Dosiergenauigkeit auch in der Halle und im Labor.

Bild 4: Die Prüfingenieure untersuchen die Dosiergenauigkeit auch in der Halle und im Labor.

Duale Prüfung

Wie für das Einzelkriterium „Arbeitsqualität“ für Drillmaschinen üblich, umfasste die DLG-Prüfung der Horsch Express 3KR im Wesentlichen eine Laborprüfung mit statisch positionierter Maschine zur Bestimmung der Dosier- und Querverteilungsgenauigkeit sowie einen Feldtest mit Bonitierung des Feldaufgangs mit mindestens Weizen und Raps sowie der Bestimmung der Pflanzenlängsverteilung.

Im Laborversuch (Bild 4) erreichte die Horsch Express 3KR ein Traumergebnis: Bei Weizen in der Ebene und mit Neigung in alle vier Richtungen sowie bei Gerste in der Ebene war die Dosiergenauigkeit durchgängig hoch und wurde nach dem Bewertungsschlüssel der DLG-Prüfungskommission mit „sehr gut“ bewertet. Im Raps wurden bei eingestellten Fahrgeschwindigkeiten von 8 und 12 km/h „gute“ und „sehr gute“ Ergebnisse erzielt. Bei der Querverteilung war die Schwankungsbreite der Ergebnisse in einzelnen Fällen höher.

Beim Feldtest mit Winterraps (Bild 3) wurden Aussaatstärken von 20, 30 und 40 Körnern pro Quadratmeter gewählt. Bei den Bonituren, die drei Wochen nach der Saat durchgeführt wurden, haben die Prüfingenieure Feldaufgänge von 93,3 %, 83,1 %, und 85,1 % ermittelt. Diese Ergebnisse werden nach dem gültigen DLG-Prüfrahmen mit „sehr gut“ und „gut“ bewertet.

Bei der Weizenaussaat Mitte September 2017 wurden Versuchsparzellen mit Saatstärken von 200 und 100 Körnern pro Quadratmeter angelegt. Während der Bonituren Mitte Oktober 2017 wurden Feldaufgänge von 93,8 % und 83,7 % ermittelt. Auch diese Ergebnisse werden mit „sehr gut“ und „gut“ bewertet. Um insbesondere die Längsverteilungsgenauigkeit nach Vereinzelung genauer bewerten zu können, wurde für die Horsch Express 3KR nicht nur der Variationsfaktor nach dem DLG-Prüfrahmen für Drilltechnik, sondern auch der Variationskoeffizient nach dem DLG-Prüfrahmen für Einzelkornsätechnik ermittelt. Dafür wurden nach Abschluss des Feldaufgangs 1.000 Pflanzenabstände erfasst. Hier erreichte die Drillmaschine in Längsrichtung Variationskoeffizienten von 25 % und 28 % bei Weizen und Variationskoeffizienten zwischen 23 % und 29 % bei Raps. Nach dem DLG-Prüfrahmen für Einzelkornsägeräte werden diese Ergebnisse mit „gut“ bewertet.

Fazit

Die pneumatische Drillmaschine Horsch Express 3KR konnte in der DLG-Prüfung zeigen, dass sie mit dem SingularSystem eine Vereinzelung des Saatguts in Weizen und Raps in einer Qualität erreicht, die einer Einzelkornsämaschine entspricht. Die gesamten Ergebnisse der DLG-Prüfung sind im Prüfbericht 6795 kostenfrei unter www.dlg-test.de/bestellung abrufbar.

Georg Horst Schuchmann
DLG-Testzentrum
Technik und Betriebsmittel
g.schuchmann @ DLG.org

Die DLG-Prüfung des Kriteriums „Arbeitsqualität“ für Drillmaschinen umfasst

■ Dosiergenauigkeit und Querverteilung im Labor

■ Dosiergenauigkeit, Feldaufgang, Pflanzenlängsverteilung und Tiefenablagegenauigkeit im Feld

Zusätzlich wurde nach dem Maßstab für Einzelkornsägeräte bewertet.


Horsch

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