Magazin Landtechnik

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Drei Techniken zur Schonung des Bodens

Am Rande der 65. Weltpflügermeisterschaft zeigte die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) moderne, bodenschonende Agrartechnologie.

: Drei Techniken zur Schonung des Bodens

Das HfWU-Team bei der Pflügerweltmeisterschaft: Prof. Dr. Albert Stoll, Stefan Würtele, Fabian Klein, Frederick Munz und Mario Bosch (v.l.).

Der Pflug sorgt seit Jahrtausenden für ein gutes Saatbeet. Heute erledigen die Landwirte die Arbeit oft mit gigantischen Traktoren. „Es ist ein Entwicklungsstand erreicht, bei dem die Reifen oft an ihre Grenzen stoßen, die enorme Zugleistung der Traktoren verfügbar zu machen. Hier sind Alternativen gefragt“, erläuterte HfWU-Professor Dr. Albert Stoll am Rande der „65. Weltpflügermeisterschaften“ auf dem Hofgut Einsiedel bei Tübingen.

Drei solcher alternativer Fahrwerkskonzepte konnten Interessierte am Stand der HfWU auf dem Gelände der Pflügerweltmeisterschaft ansehen. Die Hersteller John Deere, Case und Claas hatten die entsprechenden Schlepper aufgefahren:

  1. Raupenlaufwerke zum Beispiel haben aufgrund der großen Aufstandsfläche eine bessere Traktion und oft einen geringeren Bodendruck als Standardreifen“, führt Stoll weiter aus. Voll- oder Teil-Raupenfahrwerke erlaubten zudem einen schonenden Einsatz von Traktoren unter nassen Einsatzbedingungen, im Herbst oder in der Landschaftspflege in Moorgebieten.
  2. Eine weitere Möglichkeit, den Bodendruck der Reifen zu verringern, ist eine Reifendruckregelanlage. Mit ihr kann der Reifeninnendruck an die jeweiligen Einsatzbedingungen angepasst werden und so der Bodenverdichtung entgegengewirkt werden. Zudem trägt der jeweils passende Reifendruck zu einer effizienteren Feldbewirtschaftung und geringerem Kraftstoffverbrauch bei.
  3. Bei einem weiteren Fahrwerkskonzept, das die HfWU präsentierte, können alle vier Traktor-Räder gelenkt werden. Diese Allradlenkungen erlauben eine Schrägstellung des Traktors, die auch Hundegang genannt wird. Damit fährt jedes Rad in einer eigenen Spur und die Last des Fahrzeugs wird entsprechend großflächig verteilt.

Auskunft zu den neuartigen Fahrwerken erteilten neben Stoll dessen Professoren-Kollegen Dr. Heinrich Schüle und Dr. Maria Müller-Lindenlauf sowie Mitarbeiter der Herstellerfirmen. Detaillierte Informationen zu den jeweiligen Konzepten gab es zudem anhand einer Poster-Präsentation, die der Agrarwirtschaftsstudent Frederick Munz im Rahmen seiner Bachelor-Arbeit unter Leitung von Prof. Stoll erstellt hatte.


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