Magazin Landwirtschaft

Weltklimarat :

Neuausrichtung der Landwirtschaft gefordert

IPCC-Forscher empfehlen Umstellung von Landwirtschaft und Ernährung

Weltklimarat: Neuausrichtung der Landwirtschaft gefordert

Zunehmende Starkniederschläge, eine Folge des Klimawandels, schaden der Landwirtschaft.

Wegen ihren negativen Auswirkungen auf Klima und Umwelt fordert der Weltklimarat (IPCC) eine grundsätzliche Neuausrichtung der Landwirtschaft und eine Reduzierung des Fleischverzehrs.

In dem jetzt in Genf vorgelegten Sonderbericht zu Klimawandel und Landsystemen weisen die Autoren darauf hin, dass die Landwirtschaft weltweit für rund 23 % der menschengemachten Treibhausgas-(THG)-Emissionen verantwortlich sei und zugleich in besonderem Maße unter den Folgen des Klimawandels zu leiden habe.

Die Bauern müssten infolge des Klimawandels beispielsweise mit zunehmenden Starkniederschlägen und Überschwemmungen, aber auch häufigeren Dürren rechnen, warnen die beteiligten 107 Wissenschaftler aus 53 Ländern, die für den Sonderbericht mehr als 7.000 Studien ausgewertet haben. Sie befürchten auch eine zunehmende Landdegradation und sich ausbreitende Wüsten, Nahrungsmittelknappheit und steigende Preise, die die Armut insbesondere in der Dritten Welt erhöhen und die Migration vorantreiben dürften.

Die Antwort auf diese Gefahren kann nach Einschätzung der Wissenschaftler nicht in einer weiteren Intensivierung der konventionellen Landwirtschaft liegen. Sie plädieren vielmehr für eine nachhaltigere und konsequent klimaschonende Wirtschaftsweise. Dazu werden auch die ausgewogene Produktion von Biokraftstoffen, die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung und die Aufforstung gezählt. So könnten nach ihren Berechnungen langfristig bis zu 9,6 Mrd. t THG-Äquivalente pro Jahr eingespart werden. Zugleich fordern die Wissenschaftler eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten, die künftig mehr pflanzliche und weniger tierische Produkte enthalten sollten. So wäre weltweit die Einsparung von bis zu 8 Mrd. t an THG-Emissionen möglich, heißt es in dem IPCC-Bericht.

Die Forscher stellen fest, dass der aktuelle Klimawandel in einigen Teilen der Welt für eine Zunahme von Niederschlägen und Biomasse gesorgt habe. Nach ihrer Analyse ist allerdings in anderen Regionen, darunter auch Teile Europas und Nordamerikas, eine Zunahme von Trockenphasen zu beobachten. Maßnahmen gegen den Klimawandel sind aber nach ihrer Einschätzung in allen Teilen der Welt vonnöten, will man die negativen Folgen des Klimawandels global abmildern.


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