Magazin Landwirtschaft

Pflanzenschutz- und Düngemittel :

Nachfrage deutlich abgeschwächt

Dürresommer 2018 hinterließ deutliche Spuren in den Hersteller-Bilanzen

Der Dürresommer 2018 hat auch deutliche Spuren in den Bilanzen der Hersteller von Pflanzenschutzmitteln und Mineraldüngern hinterlassen. Wie der Industrieverband Agrar (IVA) jetzt in Frankfurt berichtete, schrumpften 2018 die Umsätze der in ihm organisierten Unternehmen der deutschen Pflanzenschutzindustrie zum vierten Mal in Folge, und zwar um 7,4 % auf 1,282 Mrd. Euro. Gemessen am Höchstwert von 1,6 Mrd. Euro im Jahr 2014 entspricht das einer Abnahme um etwa 20 %.

Beim Absatz von Mineraldüngern in Deutschland zeigt sich laut IVA ein ähnlich negativer Trend: Nur noch 1,497 Mio. t Stickstoffdünger wurden in der Düngesaison 2017/18 nachgefragt, was einen Rückgang von 9,8 % bedeutete. Ebenfalls um fast 10 % verringerte sich der Phosphatabsatz, und zwar auf rund 208.500 t. Der Verkauf von Kali ging um etwa 9 % auf 392.000 t zurück. Nur der Absatz von Kalkdüngern legte zu, nämlich um 9,5 % auf 2,935 Mio. t.

Mit Blick auf die negative Absatzentwicklung stellte IVA-Präsident Dr. Helmut Schramm fest, diese zeige, dass das Prinzip des integrierten Pflanzenschutzes funktioniere, und „dazu bekennt sich der IVA ohne Wenn und Aber“. Scharfe Kritik übte Schramm jedoch erneut am Umweltbundesamt (UBA). „Gerade als die Behörden auf einem guten Weg waren, den Zulassungsstau abzubauen, zaubert das UBA einen neuen deutschen Sonderweg aus dem Hut“, beklagte der IVA-Präsident. Das UBA knüpfe seit Anfang 2019 seine Zustimmung zu vielen Zulassungen an eine neue Auflage.

So will das UBA laut Schramm den Landwirten ab 2020 untersagen, 10 % ihrer Fläche in der üblichen Bewirtschaftung zu nutzen, wenn sie bestimmte Pflanzenschutzmittel einsetzen. Diese Auflage sei nach Auffassung der Juristen im Innen-, Justiz- und Landwirtschaftsministerium rechtswidrig, weil sie eine Teilenteignung der Landwirte bewirke. „Was der Öffentlichkeit anfangs als Glyphosat-Ausstiegsplan verkauft wurde, stellt sich immer mehr als der Versuch des UBA heraus, über die generelle Pflanzenschutzmittelzulassung Agrarpolitik zu machen“, beklagte Schramm. So gehe Rechtssicherheit verloren.

Der Vorsitzende des IVA-Fachbereichs Pflanzenernährung, Ulrich Foth, wies darauf hin, dass der Stickstoffdüngerabsatz 2017/18 auf den tiefsten Stand seit der Wende gefallen sei. Auch im laufenden Düngejahr sei keine Besserung in Sicht „Volle Lager beim Handel, die Diskussion über die erneute Verschärfung der Düngeverordnung und die drohende Fortsetzung der Trockenheit lassen aus Sicht der Mineraldüngerindustrie wenig Hoffnung aufkommen“, stellte Foth fest.


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