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John Deere :

Jahresbilanz – Mit Landmaschinen weniger verdient

Nettogewinn-Erwartung für 2020 liegt zwischen 2,7 bis 3,1 Milliarden US-$ – 2019 waren es 3 Milliarden US-$

John Deere: Jahresbilanz – Mit Landmaschinen weniger verdient

Zukunftsstudie: Der selbstständig arbeitende und elektrisch betriebene Traktor braucht keine Kabine mehr.

Der Landtechnikhersteller John Deere hat im letzten Quartal des Geschäftsjahres 2019 seinen Umsatz steigern können, aber Einbußen beim Nettogewinn hinnehmen müssen. Wie der Konzern in der vergangenen Woche berichtete, legte der Umsatz in den Monaten August bis Oktober im Vergleich zur Vorjahresperiode um 5 % zu und erreichte rund 9,9 Mrd. $ (9,0 Mrd. Euro). Der im selben Zeitraum erwirtschaftete Nettogewinn belief sich auf 722 Mio. $ (654 Mio. Euro); das entsprach einem Minus von 8 %.

Den Unternehmensangaben zufolge konnte John Deere im Geschäftsjahr 2019 seinen Umsatz insgesamt um 5 % auf rund 39,3 Mrd. $ (35,7 Mrd. Euro) steigern. Deutlicher fiel der Zuwachs beim Nettogewinn aus, der um 885 Mio. $ (804 Mio. Euro) oder 37 % auf gut 3,3 Mrd. $ (3,0 Mrd. Euro) zulegte.

„Das Geschäftsergebnis von John Deere ist von der Unsicherheit des Agrarsektors geprägt“, erklärte der Vorstandschef von Deere & Company, John C. May. Die anhaltenden Handelskonflikte und schwierigen Aussaat- und Erntebedingungen hätten bei den Landwirten zu verringerten Investitionen in neue Maschinen geführt. Gleichzeitig sei die gesamtwirtschaftliche Lage aber weiterhin positiv; dies trage zu einer höheren Nachfrage bei kleineren Maschinen bei und habe zu soliden Ergebnissen im Bereich der Bau- und Forstmaschinen geführt.

Die Maschinenumsätze konnte John Deere im vierten Quartal 2019 um 4 % auf 8,7 Mrd. $ (7,9 Mrd. Euro) und im Gesamtjahr um 5 % auf 34,9 Mrd. $ (31,5 Mrd. Euro) steigern. Der Überschuss in dieser Sparte legte in den letzten drei Monaten des Geschäftsjahres um 23 % zu und belief sich auf 631 Mio. $ (573,2 Mio. Euro); bezogen auf das Gesamtjahr wurden etwa 2,7 Mrd. $ (2,5 Mrd. Euro) und damit 92 % mehr als im Vorjahr erzielt.

Gewinn der Landmaschinensparte sinkt

Die Umsätze mit Landmaschinen & Maschinen für die Rasen- und Grundstückspflege sind im vierten Quartal und im Geschäftsjahr 2019 um zwei Prozent auf 23,6 Mrd. $ (21,4 Mrd. Euro) gestiegen. Gründe waren bessere Preise und eine höhere Maschinenproduktion. Der positive Effekt wurde teilweise durch ungünstige Umrechnungskurse ausgeglichen. Das Ergebnis der Sparte sank im Geschäftsjahr um elf Prozent auf 2,5 Mrd. $ (2,25 Mrd. Euro).

Steigende Umsätze bei Bau- und Forstmaschinen

Die Umsätze im Bau- und Forstmaschinenbereich stiegen im vierten Quartal und im Geschäftsjahr. Gründe dafür waren vor allem größere Liefermengen und höhere Preise, wobei der Effekt durch ungünstige Umrechnungskurse teilweise ausgeglichen wurde. Die Einbeziehung der Wirtgen Group Umsätze aus den zusätzlichen zwei Monaten im Jahr 2019 trug mit 4 % zum Anstieg der Jahresumsätze auf 11, 22 Mrd. $ (10,13 Mrd. Euro) bei. Lässt man Wirtgen außer Betracht, wurde das schwächere Ergebnis der Bau- und Forstmaschinen Sparte im vierten Quartal durch höhere Produktions- und Vertriebskosten sowie gestiegenen Ausgaben im Bereich Administrations- und Gemeinkosten verursacht. Außerdem war der Produktmix ungünstiger. Insgesamt wurden die Effekte durch höhere Liefermengen und bessere Preise teilweise ausgeglichen. Das Jahresergebnis (ohne Wirtgen Group) ist gestiegen, wobei sich höhere Preise und größere Liefermengen positiv auswirkten. Das Ergebnis wurde teilweise durch höhere Produktionskosten und einen ungünstigen Produktmix beeinflusst.

Ausblick für die Landmaschinen

Die weltweiten Umsätze des Unternehmens mit Landmaschinen sowie Maschinen für die Rasen- und Grundstückpflege werden, so die Prognose von John Deere, 2020 voraussichtlich um 5 bis 10 Prozent sinken, wobei ungünstige Umrechnungskurse mit 1 Prozent berücksichtigt sind. In den Vereinigten Staaten und Kanada werden die Landmaschinenumsätze der Branche 2020 voraussichtlich um ca. 5 Prozent niedriger ausfallen. Dieser Rückgang wird vor allem auf eine geringere Nachfrage nach leistungsstarken Maschinen zurückgeführt. In den EU28-Märkten erwartet der Konzern 2020 stabile Branchenumsätze. In Südamerika wird bei Traktoren und Mähdreschern ein ähnlicher Umsatz wie im vergangenen Geschäftsjahr erwartet. In Asien werden die Umsätze etwa gleich hoch ausfallen wie im Vorjahr. Die weltweiten John Deere Umsätze mit Bau- und Forstmaschinen werden 2020 voraussichtlich um 10 bis 15 Prozent niedriger ausfallen, wobei ungünstige Umrechnungskurse mit 1 Prozent zu Buche schlagen dürften. Der Ausblick beruht auf einer nachlassenden Baukonjunktur und der Anpassung der Maschinenbestände bei den Vertriebspartnern. Im Forstmaschinenbereich wird für die Branche weltweit ein vergleichbarer Umsatz wie im Vorjahr erwartet.


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