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Wacker Neuson (Kramer/Weidemann) :

Rekordumsatz auch dank Landtechnik

Kramer und Weidemann mit 256 Mio. Euro Umsatz in 2018 – Werksausbau geplant

Wacker Neuson (Kramer/Weidemann): Rekordumsatz auch dank Landtechnik

Das Geschäft mit Teleskopladern zieht kräftig an.

Mit 18,5 Prozent Umsatzplus war die Landtechnik im Geschäftsjahr 2018 die wachstumsstärkste Sparte der Wacker Neuson Group. Und auch im neuen Jahr erwartet Konzernchef Martin Lehner für die Agrartechnik-Töchter des Baumaschinen-Herstellers mit Hauptsitz München wieder ähnliche Wachstumsraten. 256 Millionen Euro Umsatz standen am Jahresende bei den beiden Marken Weidemann und Kramer zu Buche. Ohne Engpässe in der Lieferkette hätte das Ergebnis noch besser ausfallen können, so Lehner bei der Vorstellung der Zahlen in der Bayerischen Börse. Die Sparte Landtechnik im Konzern ist Finanzvorstand Wilfried Trepels zufolge in den vergangenen Jahren im Schnitt um rund 7,5 Prozent jährlich gewachsen.

Der Gesamtumsatz des Konzerns stieg im Geschäftsjahr 2018 auf die neue Rekordmarke von 1,706 Milliarden Euro (plus elf Prozent). Für das laufende Jahr erwartet sich der seit eineinhalb Jahren amtierende Vorstandschef Lehner ein Umsatzwachstum von vier bis acht Prozent. Bis zum Jahr 2022 soll Wacker Neuson die Zwei-Milliarden-Umsatz-Grenze erreicht haben. Lehner: „Wir wollen doppelt so schnell wachsen wie der Markt.“

Die Agrartechnik soll dabei einen großen Anteil liefern. So wird laut Lehner das Kramer-Werk in Pfullendorf erweitert. Vor allem die Nachfrage nach den Teleskop-Ladern, die dort einst für Claas gefertigt wurden und in einer Zusammenarbeit mit John Deere hergestellt werden, zieht kräftig an, so Lehner: „Die Kooperation von Wacker Neuson mit John Deere entwickelt sich beim Umsatz weit überproportional im Vergleich zum Geschäft mit Claas.“ Das Kooperationsmodell mit den Amerikanern kommt auch im neuen Wacker Neuson-Werk in Shanghai zur Anwendung, das den stillgelegten Standort Manila auf den Philippinen ersetzt. Dort werden vor allem Minibagger und Knick-Lader auch für die Grün-Gelben und speziell für den chinesischen Markt gefertigt.

Auch die Werke von Weidemann werden ausgebaut, vor allem im Bereich Forschung und Entwicklung. Für diesen Bereich ist dort seit dem 1. Januar Thomas Tilly der verantwortliche Geschäftsführer. Der Maschinenbauingenieur hat seinen kompletten beruflichen Werdegang zuvor bei Claas in Harsewinkel absolviert. Dort war er in der Forschung und Entwicklung für die Sparte selbstfahrende Feldhäcksler in Gesamtproduktverantwortung tätig.

Für bessere Margen bei der Produktion in Europa sorgt laut Lehner eine eigene Stahlbaufertigung in Serbien. Er sieht die Vorteile in der Produktion außerhalb der EU mit sehr günstigen Löhnen bei einem guten Know-how der Arbeiter, zugleich sichere eine gute Infrastruktur die Lieferungen in die Werke in Österreich und Deutschland. Und auch die Probleme des vergangenen Jahres mit Zulieferern wie Deutz (hier hatten Probleme mit dem Drittlieferanten Neue Halberg-Guss zu Verzögerungen bei den Motoren gesorgt) sind laut Lehner beseitigt: „Wir haben neue Lieferanten-Ketten aufgebaut.“ Zudem sei die Bevorratung, etwa mit Euro-V-Norm-Motoren, aufgestockt worden.

Europa ist mit 73,2 Prozent vom Umsatz her nach wie vor die wichtigste Absatzregion für die kompakten Baumaschinen und Hoflader aus dem Konzern, allerdings legte in der Region Amerika der Umsatz 2018 auch um 11,3 Prozent auf 397,8 Millionen Euro zu. Von Kanada ausgehend will Wacker Neuson – auch nach erfolgreichen Versuchen mit der Marke Weidemann – nun das gesamte Nordamerikageschäft deutlich ausbauen. Beendet wird hingegen die eigene Produktion in Brasilien. Lehner: „Südamerika generiert leider zu wenig Geschäft dazu.“


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