Magazin Landwirtschaft

Schweinehaltung :

Jeder dritte Mäster plant aufzugeben

Umfrage der ISN zeigt relativ hohe Ausstiegsbestrebung – Grund sind Auflagen und Stimmungsmache und weniger die Wirtschaftlichkeit

Stimmungsmache gegen die Tierhaltung, Auflagenflut und fehlende Perspektiven sind die wichtigsten Gründe, warum viele Schweinehalter hierzulande nicht mehr weiter machen wollen. Wie die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) am 18. Februar bei ihrer Mitgliederversammlung in Münster unter Berufung auf eine aktuelle Umfrage unter 839 Mästern berichtete, wollen 31,5 % von ihnen in den nächsten zehn Jahren die Produktion aufgeben. Dadurch werde sich die Zahl der gehaltenen Mastschweine voraussichtlich um gut 10 % verringern. Im Sommer 2018 hatte bereits rund die Hälfte aller Sauenhalter solche Ausstiegsabsichten geäußert.

ISN-Vorsitzender Heinrich Dierkes stellte angesichts der Umfrageergebnisse fest, dass „die Verlagerung der Tierhaltung ins Ausland voranschreitet“. Innerhalb von zehn Jahren habe Deutschland bereits zwei Drittel seiner Sauenhalter verloren, während dieser Bereich in Spanien aufgestockt worden sei. Die Schuld gibt er dabei weniger den Marktschwankungen, sondern der Politik, denn wenn „Sachverstand, Perspektiven, Planungssicherheit und Vertrauen fehlen, dann gibt es für den Betrieb keine Zukunft mehr“.

Auch ISN-Geschäftsführer Dr. Torsten Staack kritisierte, dass die ungelösten Zielkonflikte die Entwicklung der Mastbetriebe be- oder meist sogar verhinderten. Dabei fielen einer ISN-Analyse zufolge für den Bau eines Tierwohlstalles mit Außenklimabereich zwischen 20.000 Euro und 50.000 Euro allein für Genehmigungs- und Gutachterkosten an.

Generell sei die fehlende Planungssicherheit, wie beispielsweise beim Kastenstand, ein Problem, denn „wenn man nicht weiß wie es weitergeht, ist das der Investitionstod“, so Staack. Ihm zufolge waren im vergangenen Jahr die Themen Markt, Umwelt mit der Düngerverordnung und TA-Luft, die Haltung mit den K-Fragen Kastenstand, Kastration, Kennzeichnung und Kupierverzicht sowie die Öffentlichkeitsarbeit Arbeitsschwerpunkte der ISN.


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