Magazin Landwirtschaft

Mecklenburg-Vorpommern :

Vorrangflächen zur Futtergewinnung freigegeben

Rund 26.000 Hektar stehen zusätzlich zur Futtergewinnung bereit – Qualität dürfte allerdings mäßig sein

Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern können nun auch Ökologische Vorrangflächen (ÖVF) zur Futtergewinnung nutzen. Angesichts der anhaltend trockenen Witterungsbedingungen hat Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus ab dem 1. Juli die Nutzung von Brachen, die als ÖVF ausgewiesen wurden, entsprechend freigegeben. Durch die Ausnahmegenehmigung stehen landesweit zusätzlich rund 26.000 ha zur Futtergewinnung bereit.

Wie das Schweriner Agrarressort gestern mitteilte, wurde gleichzeitig festgelegt, dass im Interesse der Insekten und anderen Tiere pro stillgelegter Parzelle maximal 80 % der Fläche für die Mahd beziehungsweise Beweidung genutzt werden dürfen. Der andere Teil müsse als Rückzugsraum erhalten bleiben. Backhaus hofft, mit dieser Maßnahme den viehhaltenden Betrieben zu helfen, „wenn auch sicherlich die Qualität des Futters auf diesen Flächen nicht mehr sehr hoch sein wird“.

Laut Ministeriumsangaben haben die Landwirte aufgrund der extremen Trockenheit 2018 und des in diesem Jahr anhaltenden ungünstigen Witterungsverlaufs mit unterdurchschnittlichen Niederschlägen erhebliche Einbußen in der Futtererzeugung zu verzeichnen. Der erste Futterschnitt sei weit unter den in normalen Witterungsjahren erzielten Erträgen zurückgeblieben. Zudem seien die Wasservorräte in den Böden nahezu aufgebraucht.

Derweil hat auch das französische Landwirtschaftsministerium aufgrund der schwierigen Futtergewinnung infolge ausbleibender Niederschläge ökologische Vorrangflächen zur Mahd freigegeben. Wie das Agrarressort mitteilte, sind von der Trockenheit Tierhalter in 24 Départements in den Regionen Auverne-Rhône-Alpes, Occitaine, Provence-Alpes-Côtes d’Azur (PACA), Centre-Val de Loire und Nouvelle-Aquitaine und damit von einer schlechten Futtergewinnung betroffen.

Laut einem aktuellen Hinweis des Statistischen Dienstes vom Pariser Landwirtschaftsministerium (Agreste) befindet sich landesweit insgesamt die Futtergewinnung auf „normalem“ Niveau. Allerdings gebe es „sehr starke“ Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen. In PACA und Occitaine gebe es auch erhebliche Differenzen beim Raufutteranfall innerhalb der Regionen, der dort mit 67 % beziehungsweise 42 % defizitär sei gegenüber dem übrigen Teil der Region.


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