Magazin Rottal-Schau 2018

Erneuerbare Energien :

Neuer Filter zur Aufbereitung von Biogas

Hohenheimer machen aus Gärresten Aktivkohle

Ein neuer biologischer Filter soll die Brennqualität von Biogas weiter verbessern. Wie die Universität Hohenheim berichtete, haben dortige Forscher gemeinsam mit Kollegen der Universität Lissabon ein Herstellungsverfahren entwickelt, bei dem Gärreste aus Biogasanlagen zum Einsatz kommen. Diese ließen sich durch das Verfahren der Hyperthermalen Karbonisierung (HTC) in Aktivkohle umwandeln, die dem Gas dann überschüssiges Kohlendioxid entziehen könne. Die Aufnahmekapazität belaufe sich auf das zwei- bis zweieinhalbfache herkömmlicher Aktivkohlen.

Die Gewinnung erfolge durch Erhitzen der Biomasse in einem Druckbehälter. Nach dem Auspressen und Trocknen vermischten die Forscher die Kohle nach eigenen Angaben mit Lauge und erhitzten sie dann wieder auf 600° C. Auf diese Weise bildeten sich Mikroporen, in denen sich später das Kohlendioxid einlagern könne. Man hoffe jetzt darauf, das Verfahren gemeinsam mit dem Industriepartner HTCycle in die Anwendung überführen zu können.

Laut Darstellung der Fachgebietsleiterin im Bereich Konversionstechnologien nachwachsender Rohstoffe in Hohenheim, Prof. Andrea Kruse, besteht das praktische Forschungsziel in der Rentabilitätssteigerung von Biogasanlagen. Neben der Herstellung von Kohlenstoff aus den Rückständen forsche man auch an der Gewinnung von Stickstoff und Phosphaten.


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