Magazin Landwirtschaft

EU/Frankreich :

Warnung vor Heizöl in neuen Motoren

Mit den neuen Abgasvorschriften der Stufe 3b müssen sich die Landwirte von dem billigen Kraftstoff verabschieden Frankreich als eines der betroffenen Länder – Steuerabschlag bleibt aber erhalten Übergangsfristen bei neuen Motoren und alten Kraftstoffen überlappend.

Die Anforderungen der Europäischen Union zur Absenkung des Schwefelgehalts im Treibstoff bedeuten in einigen EU-Mitgliedstaaten Umstellungen für die Landwirte. Wo bisher Heizöl im Tank für die Schlepper erlaubt war, steht nun eine Umstellung auf regulären Diesel bevor. Den Abschied vom Heizöl mit seinen höheren Schwefelwerten bedingen nicht nur die Umweltvorschriften einer EU-Richtlinie aus dem Jahr 2009, die jetzt umgesetzt werden, sondern auch die Anforderungen der Motorentechnik.

Auf die neuen Abgasvorschriften der schrittweise seit diesem Jahr einzuführenden Abgasstufe 3b mit ihren Normen für Stickoxid und Partikel haben die Traktorenhersteller mit neuen Systemen zur Nachbehandlung der Emissionen reagiert, die jedoch laut Angaben von Landmaschinenexperten die hohen Schwefelgehalte des Heizöls nicht vertragen. Wer in bestimmten EU-Staaten bisher Heizöl tanken durfte, muss zudem auf sich überlappende Übergangsvorschriften achten. So gilt laut Angaben der französischen Firma Urbaine des Petroles (UDP) für Traktoren in Land- und Forstwirtschaft in Frankreich noch eine Übergangsfrist bis 1. November, bevor im Agrarsektor die Nutzung des neuen schwefelarmen Kraftstoffs verpflichtend wird, der seit Jahresanfang eingeführt wird. Die neuen Abgasvorschriften gelten in der EU für neu gefertigte Traktoren ab 130 kW aber bereits seit diesem Jahr.

Viel höherer Grenzwert

Für den bislang in Frankreich gängigen Treibstoff in Heizölqualität, der dort in Traktoren eingesetzt werden durfte, galt bislang ein Schwefel-Grenzwert von 1000 mg/kg. Mit den neuen Vorschriften sind es lediglich 10 mg/kg. Zwei Besonderheiten bleiben aber bestehen: Wie bisher wird der Kraftstoff für die Landmaschinen rot eingefärbt. Und wie bislang erhalten die Bauern eine kräftige Steuerermäßigung auf ihren Treibstoff. Ähnlich sieht es in Großbritannien aus. Was die Motorenverträglichkeit angeht, so betont man beim Fachverband Landtechnik im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), dass die Hersteller Warnhinweise an den Maschinen und in den Bedienungsanleitungen angebracht haben. Vereinzelt hätten Hersteller Schäden durch den alten Kraftstoff mit den höheren Schwefelwerten gemeldet, heißt es dort mit Blick auf europäische Länder außerhalb der EU. So warnt man beim VDMA vor der Betankung neuer Modelle mit Lagerbeständen des alten Kraftstoffs in den betroffenen Ländern.


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