Magazin Landwirtschaft

DBV :

Die Ernteschätzung geht noch weiter nach unten

Bauernverband rechnet nur noch mit 35,6 Millionen Tonnen Getreide – Aussaat in zu trockene Böden zwecklos

DBV: Die Ernteschätzung geht noch weiter nach unten

Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat am 22. August seine Schätzung zur diesjährigen Getreide- und Rapsernte weiter nach unten gesetzt. Der DBV geht in seiner abschließenden Bilanz davon aus, dass die deutschen Bauern in diesem Jahr einschließlich Körnermais lediglich 35,6 Mio. t Getreide einfahren werden. Das sind nochmals 400.000 t weniger als vor drei Wochen geschätzt. Gegenüber der durchschnittlichen Menge der Jahre 2013 bis 2017 von 47,9 Mio. t entspricht dies einem Rückgang von 12,3 Mio. t beziehungsweise 26 %. Die dies- jährige Winterrapsernte beziffert der Bauernverband jetzt auf 3,3 Mio. t; im Vorjahr waren 4,3 Mio. t Rapssaat gedroschen worden.

„Die Ernte fällt noch schlechter aus als anfangs erwartet“, resümierte DBV-Präsident Joachim Rukwied heute in Berlin. Das derzeitige Schadensbild – nicht nur bei Getreide und Ölsaaten, sondern vor allem bei Grundfutter – bestätige die ersten Befürchtungen. „Deshalb halten wir es nach wie vor für dringend geboten, dass Bund und Länder ein Hilfsprogramm mit Unterstützungsmaßnahmen für die betroffenen Betriebe rasch auf den Weg bringen“, betonte der Bauernpräsident.

„Die deutschen Bauern haben eine miserable Getreideernte eingefahren“, stellte Rukwied fest. Hinzu kämen Einbußen bei Kartoffeln, Zuckerrüben und vor allem beim Grundfutter für die Tiere.

„Miserable Ernte eingefahren“

In einigen Regionen bewegten sich die Ertragsverluste zwischen 50 % und 70 % bis hin zu Totalausfällen. Mit Blick auf die nächste Ernte müsste in diesen Tagen die Rapsaussaat erfolgen. „Eine Aussaat in staubtrockene Böden ist jedoch zwecklos“, so der DBV-Präsident.

Zur diesjährigen Ernte wurde dem Bauernverband zufolge Getreide auf einer Fläche von 6,19 Mio. ha angebaut, was eine Abnahme um 81.600 ha gegenüber 2017 bedeutete. Den Durchschnittsertrag veranschlagt der DBV auf knapp 5,8 t/ha, womit das Ertragsniveau dem des ebenfalls sehr heißen und trockenen Jahres 2003 entspricht. Im Vergleich zur vorjährigen Ernte blieben die Erträge demnach im Bundesmittel um 21 % hinter dem damaligen Ergebnis von 7,3 t/ha zurück.

Die Schätzungen beruhen laut DBV auf Daten und Informationen der Landesbauernverbände. In den Erntemeldungen seien die Ausfälle bei der Körnermaisernte bereits eingerechnet. In den von der Dürre betroffenen Regionen würden die Maisbestände aufgrund der Futterknappheit schon jetzt als Silomais gehäckselt.


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