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Case IH :

Racine, USA: Wo der Magnum sein Zuhause hat

Traktorenwerk in Racine setzt auf effiziente Produktionsstandards – Hohe Fertigungstiefe – Erlebniszentrum mit Showroom eingeweiht – Multimediales Auditorium mit 150 Plätzen für Präsentationen

Case IH: Racine, USA: Wo der Magnum sein Zuhause hat

Alle Traktorkomponenten werden umfangreich getestet und sind auf eine maximale Lebensdauer ausgelegt.

Racine: Hauptquartier und Magnum-Werk von Case IH.

Racine: Hauptquartier und Magnum-Werk von Case IH.

Anderthalb Stunden Autofahrt nördlich von Chicago. Dort, wo der Root River in den Michigansee mündet, gründete Jerome Increase Case im Jahr 1842 die JI Case Threshing Machine Company. Der Industriepionier baute Maschinen, die die Bewirtschaftung der riesigen Flächen im US-Staat Wisconsin erleichterten.

Noch heute ist Racine Hauptquartier und wichtiger Produktionsstandort von Case IH. Es ist aber auch die Heimat der Magnum Traktoren. Seit 1987, als die ersten aus der 7100er Serie das Werk verließen, werden sie hier produziert.

Neuer Besuchermagnet

Das Management legt Wert auf Effizienz und hohe Qualitätsstandards. Davon, und von der hohen Fertigungstiefe des Case-IH-Werkes konnten sich kürzlich der eilbote als Teil einer Delegation deutscher Agrarjournalisten einen Eindruck verschaffen. Empfangen wurde sie zunächst im brandneuen Besucherzentrum des Werkes. Das so genannte „Racine Experience Center“ ist erst im August dieses Jahres feierlich eröffnet worden. Es umfasst einen Showroom, ein multimediales Auditorium mit 150 Plätzen für Präsentationen und Meetings sowie komplette Catering-Möglichkeiten und einen Konferenzraum. Es ist also nicht nur Ausgangspunkt für Werksführungen, sondern Treffpunkt für Interessenten, Kunden und Händler. Das neue Marken-erlebniszentrum feiert die Case IH Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Ein an der Wand installierter Zeitstrahl schildert in Wort und Bild die Meilensteine der Firmengeschichte. Im knapp 2000 m2 großen Schauraum sind historische und aktuelle Maschinen nebeneinander ausgestellt. Präsentiert wird auch der autonome Traktor ACV, der den Besuchern Einblicke in die Zukunft der Landwirtschaft eröffnen soll.

Die ältesten Stücke der Sammlung sind ein 75-PS-Dampftraktor mit Stahlrädern und ein Vierzylinder-Tourenwagen Case N aus dem Jahre 1913. Darüber hinaus teilt sich ein Powershift-Zugtier aus der ersten 7100er Magnum-Generation den Raum mit verschiedenen stufenlosen Hightech-Ausführungen aus der Magnum-380-Serie.

In einem Fan-Shop können sich die Besucher mit speziellen Case IH Artikeln eindecken. Das Sortiment ist groß: Landtechnikbegeisterte finden dort T-Shirts und Mützen, Modell- und Stofftraktoren, Bücher und viele andere Utensilien. Für das neue Erlebniszentrum mussten Büro- und Produktionsflächen weichen und wurden über ein Jahr lang umgebaut.

Moderne Fertigung

Das Werk in Racine ist die Heimat des Magnum Traktors. Seit über 30 Jahren wird die erfolgreiche Serie dort gebaut. Mehr als 160.000 Magnum-Traktoren sind seither von den Bändern gelaufen.

Aber nicht nur der starke Radschlepper wird hier mit unterschiedlichsten Ausstattungen und Motorisierungen produziert, sondern auch der Magnum Rowtrac mit Hinterachs-Raupenantrieb. Täglich verlassen etwa 15 Traktoren das Werk. Laut Werksleiter Aron Oechsner werden insgesamt etwa 70 Stunden für die Produktion eines Traktors benötigt. Etwa zehn Stunden davon verbringt er in der Montagelinie. In der Regel vergehen rund zwei Monate von der Bestellung bis zur Auslieferung eines Traktors. Für den Export nach Europa kalkuliert Oechnser etwa fünf Wochen hinzu.

Die Fertigungstiefe im Werk, das rund 58.000 Quadratmeter Grundfläche auf dem 33 Hektar großen Gelände bietet, ist hoch. Neben den Case IH Magnum Traktoren werden hier verschiedenste Maschinenteile und Komponenten für andere Werke wie Fargo, Benson und Grand Island in den USA produziert. Aber auch die Fabriken in Belgien, Russland, China und Brasilien werden von hier aus beliefert. Darunter sind Getriebe für Mähdrescher und Baumwoll-erntemaschinen, Kabinen für SF-Feldspritzen, aber auch Achsen und Ventile für Case IH Steiger Traktoren.

Aron Oechsner leitet das Case-IH-Werk in Racine.

Aron Oechsner leitet das Case-IH-Werk in Racine.

Magnum 7130: 7856 Einheiten dieser Sechszylinder-Traktoren liefen in den Jahren 1987 bis 1993 in Racine vom Band.

Magnum 7130: 7856 Einheiten dieser Sechszylinder-Traktoren liefen in den Jahren 1987 bis 1993 in Racine vom Band.

Fokus auf Effizienz

Die modernen Fertigungslinien zeichnen sich durch ergonomische Arbeitsvorgänge, automatische Wasch- und Lackiersysteme sowie EDV-gestützte Diagnosesysteme aus – das soll höchste Qualität und Zuverlässigkeit garantieren. Im Minutentakt werden unterschiedlichste Komponenten am Band zeitgenau bereitgestellt und montiert. Nach jedem Montagetakt findet ein Qualitätscheck statt.

Beim Gang durch die Produktionshallen sieht man auch immer wieder Frauen an den Montagelinien und in den verschiedenen Bearbeitungszentren. Nach Angaben von Werksleiter Aron Oechsner beträgt ihr Anteil am insgesamt rund 500-köpfigen Team immerhin über 35 Prozent.

Damit die Fertigung in Racine auch in Zukunft wie geschmiert läuft, liegt der Fokus auf einer nachhaltigen Effizienzsteigerung im Produktionsprozess. „Der Schlüssel dafür ist World Class Manufacturing“, erklärt Oechsner den Fachjournalisten. Grundlage ist die japanische Produktionsmethodik, die auf einer kontinuierlichen Verbesserung basiert. Sie soll helfen, Wartezeiten zu verringen, aber auch unnötige Wege und Verpackungen sowie überflüssige Arbeitsschritte oder Mehrproduktionen zu vermeiden. Das soll auch in Zukunft eine hohe Qualität und Wettbewerbsfähigkeit der Produkte aus Racine sicherstellen.


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