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Bucher :

Die Drei-Milliarden-Franken-Marke übersprungen

Alle Sparten mit zweistelligem Umsatzplus – Kuhn profitierte von der robusten europäischen Milch- und Viehwirtschaft – Besonders Frankreich und Brasilien entwickelten sich gut

Bucher: Die Drei-Milliarden-Franken-Marke übersprungen

Kuhn präsentierte auf der SIMA Direktsaattechnik.

Kuhn-Vertriebschef Rolf Schneider freut sich über ein zweistelliges Umsatzwachstum.

Kuhn-Vertriebschef Rolf Schneider freut sich über ein zweistelliges Umsatzwachstum.

Im vergangenen Geschäftsjahr 2018 steigerte Bucher Industries den Umsatz um 16 % und überschritt damit die Marke von CHF 3 Mrd. (EUR 2,6 Mrd.). Alle Divisionen legten beim Umsatz im zweistelligen Prozentbereich zu. Der Konzern erzielte eine Betriebsgewinnmarge von 9,1 %, das Konzernergebnis wuchs deutlich stärker als der Umsatz und betrug CHF 215 Mio. (EUR 186 Mio.). Der Verwaltungsrat beantragt eine Dividende von CHF 8,00 (EUR 6,93) pro Namenaktie.

Die Märkte der einzelnen Sparten entwickelten sich im Berichtsjahr insgesamt gut. In diesem positiven Umfeld legten alle Divisionen beim Umsatz im zweistelligen Prozentbereich zu. Der Konzern erzielte ein Betriebsergebnis von CHF 278 Mio. (EUR 241 Mio.), die Betriebsgewinnmarge nahm auf 9,1 % zu. Das Konzernergebnis stieg mit 28 % deutlich stärker als der Umsatz und betrug CHF 215 Mio. (EUR 186 Mio.).

Bucher Industries investierte in den Ausbau der Produktionsinfrastruktur und erhöhte die Ausgaben zur Entwicklung von neuen Produkten deutlich. Die betrieblichen Nettoaktiven konnten in Prozent des Umsatzes trotz Akquisitionen und höheren Investitionen leicht reduziert werden. Dies und die gestiegene Profitabilität führten zu einer Verbesserung der Rendite der betrieblichen Nettoaktiven nach Steuern (RONOA) auf 15,7 %. Mit einer Eigenkapitalquote von 53,7 % und einer Nettoliquidität von CHF 159 Mio. (EUR 138 Mio.) bleiben die finanzielle Unabhängigkeit sowie die Voraussetzungen für weiteres Wachstum gesichert.

Mit insgesamt fünf Akquisitionen wurde zudem die Produktpalette weiter ausgebaut sowie die Präsenz in Asien gestärkt. So übernahm Bucher Hydraulics einen Mehrheitsanteil an Wuxi Deli Fluid Technology und wurde damit zu einem weltweit führenden Anbieter von Kompaktaggregaten.

Die Kuhn Group übernahm den verbleibenden 62 %-Aktienanteil an Artec, einem führenden Anbieter von selbstfahrenden Feldspritzen in Frankreich. Bucher Specials mit dem Geschäftsbereich Bucher Landtechnik kaufte das Handelsgeschäft von Grunderco, Schweiz.

Das zweistellige Umsatzwachstum der Kuhn Group war in erster Linie der robusten Entwicklung der europäischen Milch- und Viehwirtschaft zu Beginn des Berichtsjahres zu verdanken. Der nordamerikanische Markt für Landmaschinen hingegen erwies sich erneut als anspruchsvoll, und der Ackerbausektor verzeichnete global gesehen einen verhaltenen Geschäftsgang. Positiv entwickelten sich hingegen der brasilianische Markt, der sich im Verlauf des Jahres erholte, sowie der wichtige Markt Frankreich, der eine deutliche Belebung erfuhr. Der leichte Rückgang der Betriebsgewinnmarge gegenüber dem Vorjahr war Herausforderung in der Lieferkette und bei den personellen Kapazitäten, dem weiterhin tiefen Umsatzniveau in Nordamerika sowie den hohen Stahlkosten zuzuschreiben.

Bucher Municipal

Bucher Municipal profitierte im Berichtsjahr von der starken Nachfrage nach Kommunalfahrzeugen in den Hauptmärkten Europa und Australien. Alle Geschäftseinheiten operierten nahe an der Kapazitätsgrenze und steuerten dazu bei, dass der Umsatz um mehr als ein Viertel auf ein außerordentlich hohes Niveau gesteigert werden konnte. Dank dieser ausgezeichneten Entwicklung sowie der optimierten Organisation der Kehrfahrzeugproduktion stieg die Betriebsgewinnmarge auf 9,0 %.

Die Märkte von Bucher Hydraulics entwickelten sich äußerst dynamisch. Die Nachfrage nach hydraulischen Komponenten kam vor allem aus den Seg-menten Baumaschinen, Fördertechnik sowie sonstige mobile Anwendungen. Einen Beitrag zur Umsatzsteigerung leistete auch die Erstkonsolidierung des Joint Ventures Bucher Hydraulics Wuxi. Der Auftragsbestand stieg aufgrund der sehr hohen Kapazitätsauslastung markant an. Die Konsolidierung von Bucher Hydraulics Wuxi, Zusatzkosten infolge der sehr hohen Kapazitätsauslastung sowie gestiegene Material- und Personalkosten führten zu einer leicht tieferen Betriebsgewinnmarge im Vergleich zum hohen Vorjahreswert.

Bucher Landtechnik gelang es, vor allem dank neuer Produkte, den Umsatz zu steigern, obwohl die Investitionsbereitschaft der Schweizer Landwirte eher verhalten war. Jetter profitierte von der weiterhin steigenden Nachfrage nach Automatisierungslösungen. Im Zusammenhang mit der Übernahme des Handelsgeschäfts von Grunderco und den damit verbundenen Akquisitions- und Integrationskosten verzeichnete Bucher Specials einen leichten Rückgang der Betriebsgewinnmarge gegenüber dem Vorjahr.

Aussichten 2019

Der Konzern geht für das laufende Jahr von einem insgesamt weiterhin positiven Marktumfeld mit einer auf hohem Niveau abnehmenden Wachstumsdynamik aus. Die Kuhn Group erwartet global gesehen eine flache Marktentwicklung und rechnet daher für das laufende Geschäftsjahr mit einem Umsatz in der Größenordnung von 2018. Die Betriebsgewinnmarge dürfte leicht ansteigen.

Bei Bucher Municipal bestehen insbesondere im wichtigen Markt Europa Unsicherheiten, wobei der Brexit speziell hervorzuheben ist. Insgesamt geht die Division für 2019 von einem leichten Umsatzrückgang im Vergleich zum rekordhohen 2018 aus, das von einer außerordentlich hohen Auslastung geprägt war. Die Betriebsgewinnmarge dürfte leicht nachgeben.

Bucher Hydraulics erwartet, dass die Nachfrage weiter abflachen wird. Zusammen mit der Akquisition des Joint Ventures Bucher Hydraulics Wuxi rechnet die Division für das laufende Jahr mit einer leichten Umsatzsteigerung. Die Betriebsgewinnmarge dürfte wegen Kapazitätserweiterungen und der Konsolidierung von Bucher Hydraulics Wuxi leicht tiefer als 2018 ausfallen.

Das Marktumfeld von Bucher Specials dürfte sich heterogen entwickeln. Dank der Akquisition des Handelsgeschäfts von Grunderco und einer weiterhin positiven Entwicklung in der Mobil- und Industrieautomation rechnet die Division für das laufende Jahr jedoch mit einer leichten Umsatzsteigerung sowie einer Betriebsgewinnmarge in der Größenordnung von 2018.

Für den Konzern dürfte sich der Umsatz aufgrund des hohen Auftragsbestands zu Beginn des laufenden Jahres und der erwarteten Konjunkturlage im Rahmen des guten Geschäftsjahres 2018 bewegen. Das Betriebs- und das Konzernergebnis dürften ebenfalls in der Größenordnung des vergangenen Jahres ausfallen.


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