Magazin Landwirtschaft

EU-Pflanzenschutznovelle :

Liste der betroffenen Wirkstoffe vorgelegt

Bundeslandwirtschaftsministerium kommt auf insgesamt 18 Substanzen – Verweis auf mögliche Ausnahmeregelung – Verbesserungen bei den Lückenindikationen

EU-Pflanzenschutznovelle: Liste der betroffenen Wirkstoffe vorgelegt

Laut Bundeslandwirtschaftsministerium stehen rund 7 Prozent der in Deutschland zugelassenen Wirkstoffe auf dem Index.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat im Zusammenhang mit der vom Europaparlament beschlossenen Novellierung des EU-Pflanzenschutzrechts eine Liste der Wirkstoffe veröffentlicht, die von den neuen Bewertungskriterien betroffen sind. Zusammenfassend stellt das Ministerium fest, dass in Deutschland vier Wirkstoffe unter die Einstufungen als erbgutverändernd, krebserzeugend und fortpflanzungsgefährdend der Kategorien 1 und 2 fielen. Werde die angenommene Bewertung der als endokrin schädlich eingestuften Wirkstoffe zugrunde gelegt, wären bis zu acht weitere Wirkstoffe in Deutschland betroffen. Würde man im Umweltbereich von sechs weiteren Wirkstoffen ausgehen, wären insgesamt 18 Wirkstoffe durch die in der Liste aufgeführten Kriterien betroffen, was etwa 7 % der derzeit in Deutschland zugelassenen Wirkstoffe entspräche, erklärte das Bundeslandwirtschaftsministerium, das davon ausgeht, dass die chemische Industrie in den nächsten Jahren zumindest einige der Wirkstoffe wird ersetzen können. Für die Fälle, in denen dies nicht möglich sei, aber eine anders nicht abzuwendende Gefahr für die Pflanzengesundheit bestehe und keine Alternativen verfügbar seien, sei eine Ausnahmeregelung vorgesehen, wenn dadurch der Gesundheits- und Umweltschutz nicht gefährdet würden, erläuterte das Ministerium. Zusätzlich seien für die Lückenindikationen in die EU-Verordnung wesentliche Verbesserungen aufgenommen worden. Durch die verpflichtende gegenseitige Anerkennung sei davon auszugehen, dass Zulassungen auch in Kleinkulturen für Unternehmen interessanter würden, was zu einer besseren Zulassungssituation führen werde. Das Bundeslandwirtschaftsministerium betonte außerdem, dass die Bewertung der Pflanzenschutzmittelwirkstoffe weiterhin grundsätzlich auf der Basis einer Risikobewertung erfolgen werde.

Grundsätzlich weiterhin Risikobewertung

Für einige als besonders gravierend eingestuften gesundheitsrelevanten Eigenschaften sei jedoch ein Bewertungsansatz gewählt worden, der gefahrenbasiert sei, der aber auch risikobasierte Elemente enthalte, die sogenannten „Ausschluss-Kriterien“. Im Umweltbereich seien ebenfalls einige Ausschluss-Kriterien festgelegt worden. Auch bislang hätten Pflanzenschutzmittel in Deutschland bereits einem strengen Zulassungsverfahren unterlegen, hebt das Ministerium hervor. Von der Zulassungsbehörde könnten die Pflanzenschutzmittel zugelassen werden, deren Wirkstoffe in einer Positivliste auf europäischer Ebene aufgeführt seien. Die Verordnung sehe vor, dass die neuen Bewertungskriterien dann anzuwenden seien, wenn auf EU-Ebene die derzeit bestehende Zulassung des Wirkstoffes ende. Dies sei bei vielen der potentiell betroffenen Wirkstoffe in acht, neun oder zehn Jahren der Fall, da sie bis dahin noch Zulassungen aufgrund der aktuell gültigen EU-Richtlinie besäßen.


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