Weniger emissionen durch Ansäuern

Biogasproduktion verzeichnet aber wirtschaftliche Verluste

Das Ansäuern von Wirtschaftsdüngern mit Schwefelsäure senkt Ammoniakemissionen, führt in der Biogasproduktion aber zu wirtschaftlichen Verlusten. Diese Erkenntnis hat das Projekt „AcidDigSoil“ geliefert, das die Universität Kiel und die Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern (LFA) jetzt gemeinsam abgeschlossen haben.

Wie die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) als Projekträger mitteilt, führte die Ansäuerung in den durchgeführten Bodenversuchen unter Raps und Mais bei emissionsfördernden Witterungsbedingungen zu einer maximalen Absenkung der Ammoniakemissionen um etwa 70 Prozent. Nachteilige Auswirkungen auf das Bodenmikrobiom seien nicht festgestellt worden. Die Bodenversauerung und die Änderung des Phosphathaushaltes seien minimal ausgefallen.

Als problematisch habe sich erwiesen, dass die erhöhten Schwefelfrachten schnell zu einem Überschreiten der Düngeempfehlungen geführt hätten, erläuterte die FNR die Projektergebnisse. Zudem seien diese für die Betreiber von Biogasanlagen „ernüchternd“. Denn durch das Ansäuern sinke der Methanertrag bei Schweinegülle im Mittel um ein Fünftel, bei Rindergülle um 27 Prozent. Daneben stiegen die Schwefelwasserstoffkonzentrationen im Biogas stark an, weshalb überproportional hohe Mengen an Eisenpräparaten zur Entschwefelung nötig würden. Schließlich falle die Schwefelkonzentration im Gärrest gegenüber Gärresten aus nichtangesäuerter Gülle um das Vier- bis Fünffache höher aus.


Weitere Artikel zum Thema

weitere aktuelle Meldungen lesen