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Doppelt oder einfach, vorne oder hinten? Was man über Striegelzinken wissen sollte!

Die Striegelzinken sind vielseitig und genügsam. Das dürfte nicht zuletzt durch die ansteigenden Verkaufszahlen im Bereich der konventionellen Landwirtschaft deutlich werden. Viele Betriebe sehen sich schon jetzt nach Alternativen für eine Zeit nach dem Totalherbizid um und der Striegel wird in diesem Segment sicherlich einen gewichtigen Anteil haben. Jan Hinrich Löken vom Industriehof Scherenbostel gibt einen Überblick der Bauformen.

Werkzeuge: Doppelt oder einfach, vorne oder hinten? Was man über Striegelzinken wissen sollte!

Doppelstriegel im Einsatz: Zwei Enden sind immer mit einer gemeinsamen Aufnahme verbunden.

Striegel sind aus der heutigen Maschinenwelt der Landwirtschaft nicht mehr wegzudenken. Egal, ob es um die ökologische Beikrautregulierung, die Bodenbearbeitung oder die Sä-Technik geht, Striegelzinken sind überall zu finden. Doch so einfach er auch erscheinen mag, es gibt einige grundlegende Dinge zu beachten, damit er seine Arbeit so macht, wie er soll.

Zuerst einmal gibt es eine Vielzahl verschiedener Modelle und Ausführungen. Es gibt Striegel mit mehreren Windungen, aber auch Ausführungen, die ganz ohne auskommen. Dann gibt es unten und oben liegende Windungen. Manche dicht beieinander oder weit ausgestellt. Gerade Enden, gekröpfte, abgewinkelte und flach aufliegende. So vielfältig die Formen der Hersteller auch sein mögen, einige Sachverhalte sind für alle gleich. Wer also einen Striegel für eine neue Maschine sucht oder auch ein bestehendes Arbeitsgerät verändern möchte, tut gut daran, sich zu überlegen, welche Zinkenart für den Zweck passend ist.

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Fangen wir bei den Grundlagen an. Der Striegelzinken wird immer „gezogen“. Das heißt: er läuft immer mehr oder weniger schräg nach hinten aus. Die Federrate des Striegels hängt von einigen wenigen Faktoren ab. Wichtigstes Kriterium dafür ist die Materialstärke. Je dicker der Federdraht, umso stabiler, aber auch weniger elastisch ist der Striegel. Dies ist beispielsweise bei Strohstriegeln der Fall. Oft haben diese einen Durchmesser von 12 bis 16 Millimetern. Sie sind in der Regel als Doppelstriegel konzipiert. Das heißt, es sind immer zwei Enden mit einer gemeinsamen Aufnahme verbunden. Hier muss der Striegel einem sehr hohen Druck standhalten, während er durch den Boden gezogen wird, um das gehäckselte Stroh zu verteilen und den Boden aufzureißen. Abb. 1

Als nächstes Kriterium gibt es die Hebellänge hinter den Windungen, beziehungsweise bei Striegeln ohne Windung, hinter dem Befestigungspunkt. Hier gilt die Faustformel: Je länger er ist, desto mehr federt der Striegel nach. Dies kann gerade bei etwas empfindlicheren Pflanzen ein Vorteil sein. Abb. 2

In Hackgeräten werden häufig eher Striegel aus einem dünnen Material und mit einer größeren Hebellänge verbaut. Sie sollen die auf der Oberfläche befindlichen Pflanzenreste und die aufgeworfene Erde wieder verteilen. Hier ist kein so hoher Gegendruck erforderlich. Es ist daher auch sinnvoll, bei einem Präzisions- striegel für die Unkrautbekämpfung nicht mit zu kurzen Striegelzinken zu arbeiten. Oft kann man zwar den Druck verstellen, allerdings gibt es bei einem zu kurzen Hebel irgendwann Schäden an der Kultur, egal, wie weich man die Maschine einstellt. Zudem wird der Durchgang geringer und die Maschine verstopft schneller.

Natürlich spielt auch die Anzahl der Windungen eine Rolle. Je mehr Windungen, desto elastischer verhält sich der Striegel bei der Arbeit. Hier schleicht sich oft auch der größte Fehler beim Einbau ein. Es gibt Zinken für den Front- und den Heckeinbau. Es ist sehr wichtig, den passenden Striegel für die gewünschte Position zu finden. Dabei gibt es nur eine Grundregel. Das Coil, also die Windungen, müssen sich bei der Arbeit zusammenziehen. Andernfalls kann der Striegel verbiegen und/oder brechen. Deshalb gibt es unterschiedliche Ausführungen für die unterschiedlichen Einbausituationen. Grundsätzlich kann aber jeder Striegel vorne und hinten eingesetzt werden. Es ist dabei nur auf die korrekte Richtung beim Einbau zu achten. Manchmal kann die Bauform einer Maschine und der zur Verfügung stehende Raum den Gebrauch einzelner Typen ausschließen.

Im Folgenden ein kurzer Überblick über die Bauformen und die Arbeitsrichtung.

Der Striegel 3 ist generell eher für den Einbau in der hinteren Position gedacht. Er hat ein oben liegendes Coil und wird mit der Aufnahme in Fahrtrichtung eingebaut. Dadurch wird die Spitze nach hinten gezogen und das Coil rollt sich ein.

Striegel 4 ist eher für den Einsatz in einem Frontanbaugerät gedacht, bei dem hinter dem Balken kein Platz zur Montage ist. Die Aufnahme zeigt dabei nach hinten und das Coil liegt unterhalb der Aufnahme.

Striegel 5 ist ein Saatstriegel. Dieser hat ein abgeflachtes Ende, das die Erde glattstreichen und verteilen soll. Der Einbau erfolgt auch hier eher hinten.

Beim Striegel 6 ist es genau andersherum. Er erfüllt denselben Zweck, wird jedoch vorne eingesetzt.

Soll der Zinken besonders intensiv arbeiten, nutzt man einen Striegelzinken wie 7. Durch die gerade nach unten zeigenden Enden reißt er besonders intensiv durch den Boden und kann so auch angewachsene Pflanzen ausreißen. Es gibt auch Modelle, bei denen die Spitze so abgewinkelt ist, dass sie leicht schräg nach vorne weist. Vorsicht ist hierbei jedoch oberstes Gebot, da sonst auch die Kulturpflanze Schaden nehmen kann. Wie man bei diesem Zinken auch noch erkennen kann, gibt es hier keine Windungen im eigentlichen Sinne.

Abb. 8

Abb. 8

Zum Schluss noch etwas aus der Praxis. Die großen Strohstriegel erfreuen sich immer größerer Beliebtheit beim Stoppelbruch. Hier kann, durch Anbauen eines Zusatzes 8 unten am Ende des Striegelzinkens, die Wirkung des Gerätes noch gesteigert werden, sodass zum Teil kein weiterer Bearbeitungsgang – beispielsweise mit dem Grubber – erforderlich ist, um das Auflaufen von Ausfallgetreide zu ermöglichen. Zudem hat der Striegel einen geringeren Zugkraftbedarf und eine höhere Arbeitsgeschwindigkeit als ein Grubber.


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