
Aufmerksam schaut David Willer Schulungsteilnehmern beim Montieren einer Hochdruckverschraubung über die Schulter. Perfekt, alles okay! Der Schulungsleiter bei der Parker High Pressure Connectors Division (HPCE) aus Bielefeld weiß, welche entscheidende Bedeutung korrekt montierte Verschraubungen für die dauerhaft zuverlässige Funktion einer Landmaschine haben und worauf es bei der korrekten Montage ankommt:
EO-2 – millionenfach erfolgreich bewährt
Da ist zunächst die Hochdruckverschraubung selbst. Der Markt hält eine Reihe zuverlässiger Varianten in metrischen und zölligen Abmessungen unterschiedlicher Hersteller bereit. Dazu zählt das weltweit verfügbare, metrische EO-2 System von Parker, das sich seit 1984 erfolgreich im Markt bewährt. Es entspricht den etablierten Normen für 24° Schneidringverschraubungen, wie z. B. ISO 8434, DIN 2353, oder DIN 3861. Besonderes Kennzeichen des EO-2 Systems ist der Dichtring als elastomere Abdichtung. Wenn der Schneidring in das Rohr eingeschnitten hat, kann der Dichtring (DOZ) aber auch entfernt, ausgetauscht oder erneuert werden. Dieses großvolumige Elastomer sorgt selbst bei niedrigviskosen Medien wie Wasser oder Gasen für die hermetische Abdichtung der Rohrverbindung: Es ist zwischen dem Innenkonus der Verschraubung und der Rohroberfläche positioniert und macht somit den einzig möglichen Leckagepfad undurchlässig. Diese abdichtende Wirkung wird vom Systemdruck noch verstärkt, so dass EO-2 Verschraubungen für Hochdruckanwendungen bis 800 bar (PN) geeignet sind. Eine EO-2 Verschraubung muss auch nach Jahren nicht nachgezogen werden, da hier entsprechende Entwicklung im EO-2 Konzept steckt.
Die korrekte Montage wird beim EO-2 System im wahrsten Sinne des Wortes „spürbar“: Der EO-2 Schneidring schneidet in die Rohroberfläche ein. Möglicher Über- und Untermontage wird vorgebeugt, denn vor der Montage befindet sich ein Spalt zwischen den Stirnflächen von Dichtring und Schneidring, Dieser Spalt schließt sich, sobald der Schneidring die endgültige Einschnitt-Tiefe im Rohr erreicht. Durch den Festanschlag wird das Montageende deutlich spürbar angezeigt. Im Fachjargon wird von „Montage auf Anschlag“ gesprochen. Damit lässt sich selbst bei manueller Montage ein gleichmäßig gutes Montageergebnis erzielen. Zudem lässt sich die vollständige Montage durch die Sichtkontrolle des Spaltes schnell und eindeutig überprüfen.
Die Kombination aus weichdichtendem Elastomer und Schneidring ist in die EO-2 Funktionsmutter gesteckt. Bedeutet: Diese Komponenten können nicht vergessen, vertauscht oder verkehrt herum eingebaut werden. Für die Montage von EO-2 Stahlverschraubungen ist keine Schmierung erforderlich, bei EO-2 Edelstahlverschraubungen wird die Schmierung mit EO-Niromont empfohlen. Die Fittinge lassen sich mit handelsüblichen Schraubenschlüsseln beliebig oft lösen und sind mit anderen Komponenten aus dem Parker-Produktprogramm kombinierbar.
Intelligente Montagemaschinen entlasten „Faktor Mensch“
Doch selbst bei sorgfältigstem Arbeiten ist kein Monteur der Welt vor Fehlern gefeit. Hier kommen Montagemaschinen ins Spiel: Für ein gleichbleibend exaktes Montageergebnis in der Massenfertigung im Dauer- und Schichtbetrieb hat Parker die „EOMAT PRO“-Montagemaschine entwickelt, die es je nach Rohrabmessungen in zwei Ausführungen gibt. Beide Typen eint der schnell arbeitende Hydraulikantrieb, der für niedrige Stückkosten sorgt. Per Wegsteuerung wird ein gleichbleibend gutes Montageergebnis erzielt und über das Display die Stückmengen und Fehlermeldungen angezeigt. Die jeweiligen Einstellwerte für die Rohrmontage liest die Maschine von den eingelegten Montagewerkzeugen ab, so dass Fehlmontagen ausgeschlossen sind. Auch können im Automatikbetrieb die Montageparameter vom Bediener nicht verstellt werden.
Dort, wo der Einsatz von „EOMAT“-Maschinen nicht möglich ist, bietet Parker das transportable „EO-Karrymat“-Vormontagegerät für den mobilen Einsatz, z. B. in Werkstätten, an. Dieses Gerät ermöglicht die Montage von EO-2 und klassischen Schneidringverschraubungen und besteht aus einem hydraulisch angetriebenen Werkzeug und einer Handpumpe. Der hydraulische Montagedruck ist per Manometer ablesbar. Im Vergleich mit der Handmontage mit Gabelschlüsseln erfordert die Verwendung des „EO-Karrymat“ deutlich weniger Kraftaufwand, was das Risiko von Untermontagen und damit drohenden Verschraubungsausfällen gegen „0“ senkt. Nach der Vormontage kann das Montageergebnis bequem kontrolliert werden, bevor die Rohrleitung montiert wird.

© Kälble
David Willer hält die Schnittdarstellung einer EO-2 Verschraubung in der Hand. Der HPCE-Schulungsleiter hat die Erfahrung gemacht, dass sich Produktschulungen von neu zusammengestellten Teams besonders fördernd auf deren „Team-Spirit“ auswirken.

© Parker
Nach dem Anziehen der Funktionsmutter hat der Schneidring ins Rohr eingeschnitten. Die vollständige Montage ist bei Erreichen des Festanschlages deutlich spürbar.
Stecken statt schrauben: Parker Universal Push to Connect
In Sachen „Sicherheit“ und „Kostenersparnis“ ist das weichdichtende „Universal Push to Connect-Stecksystem“ (UPTC) mit der genormten Schnittstelle ISO 8434 einen Blick wert. Hier werden Stahlhydraulikrohre und Hydraulikschläuche nicht geschraubt, sondern werkzeuglos gesteckt. Die daraus resultierende Zeitersparnis ist deutlich und gerade bei der „Überkopfmontage“ – beispielsweise in engen Bauräumen in der Serienfertigung von Landmaschinen - zeigt sich „UPTC“ nicht nur aus ergonomischen Gründen als interessante Montage-Alternative. „Universal Push to Connect“ ist für Druckbereiche bis 400 bar PN und die Medien Hydrauliköl, Diesel und Luft geeignet.

© Parker
Das EO-2 Verschraubungssystem in der Schnitt- Darstellung: Die Elastomerdichtung und der metallische Stützring sind unverlierbarer Teil der EO-2 Funktionsmutter. EO-2 Verschraubungen verfügen über die neue Tough Shield Plus-Oberfläche. Diese zeichnet sich durch eine Korrosionsbeständigkeit von 3.000 Stunden gegenüber Weißrost aus.

© Parker
Das tragbare EO-KARRYMAT Vormontagegerät ist ideal für die Verschraubungsmontage vor Ort.
Das A und O: Sauberkeit und Ordnung am Arbeitsplatz
Doch was nutzt die intelligenteste Verschraubungstechnik, wenn es am Montageplatz an den „Basics“ mangelt? Für Experten wie David Willer sind Sauberkeit und Ordnung am Arbeitsplatz nach wie vor ein Muss. Denn nur so lassen sich unter anderem Verwechslungen von Arbeits- und Montagematerial wirksam vermeiden.

© Parker
Für die wirtschaftliche Montage von EO-2 Verbindungen eignet sich das EOMAT-PRO Gerät und sichert ein gleichbleibend perfektes Montageergebnis bei hohen Stückzahlen.

© Parker
Mit dem Universal Push to Connect-System werden Hydraulikrohre und -Schläuche werkzeuglos gesteckt. Dieses System bietet sich als zeitsparende und ergonomisch vorteilhafte Produktalternative unter anderem für die Montage in engen Bauräumen an.
Das Parker Schulungsprogramm
Für einwandfreie Montageergebnisse und mehr Vertrautheit mit der Produktwelt sorgt das breit gefächerte Schulungsprogramm von Parker. Es richtet sich vom Berufsanfänger oder neuen Mitarbeitern bei Parker-Kunden und -Vertragshändlern bis hin zum ausgewiesenen Experten, der sein Wissen an andere weitergeben will, an unterschiedliche Zielgruppen. David Willer berichtet, dass im Jahr mehr als 600 Teilnehmer in siebzig verschiedenen Trainings geschult wurden. Die Veranstaltungen finden zum einen im modernen Trainingszentrum von Parker in Bielefeld oder bei Bedarf vor Ort bei Kunden oder Fachhändlern statt. Standortunabhängige Webinare runden das Schulungsprogramm ab. Die Trainings sind in der Regel kostenlos, können je nach Geschäftsbeziehung zwischen dem Interessenten und Parker im Einzelfall aber auch schon mal beitragspflichtig sein, berichtet David Willer. Der Verschraubungs-Experte ergänzt, dass Produktschulungen die Teambildung nachweislich stärken, wenn in einem Unternehmen neu zusammengestellte Gruppen die Produktschulung gemeinsam durchlaufen.
Frag‘ doch mal das Netz – die Parker Trainings-Website
Einen umfassenden Sofortüberblick über Schulungsinhalte, Zielgruppen und vieles mehr bietet die Website „HPCE Training (https://discover.parker.com/HPCETrainingsDE). Hier können Trainings und Live-Webinare angefragt werden.
Was verbirgt sich hinter HPCE
Die High Pressure Connectors Europe (HPCE) ist Teil des weltweit agierenden US-amerikanischen Parker Hannifin-Konzerns aus Cleveland/Ohio. Am HPCE-Stammsitz in Bielefeld sowie in Augustdorf und Schloss Holte bei Bielefeld, Siechnice (Polen), Annemasse (Frankreich) und Skövde (Schweden) entwickeln und fertigen knapp 1.000 Mitarbeiter neben Verschraubungssystemen wie EO-2 weitere hydraulische Komponenten wie Steckverbindungen, Rohre, Kupplungen und vielem mehr. Zum Produktportfolio gehören auch Montagemaschinen und Senso Control-Messgeräte zum Erfassen von Druck, Temperatur, Durchfluss und Volumenstrom.
www.parker.com/hpce















