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Vogt :

Mit Drachen und Bären groß geworden

Von der Schmiede über die klassische Werkvertretung zum Spezialisten für Landschaftspflegetechnik

Vogt: Mit Drachen und Bären groß geworden
Der Vogt Stammsitz im säuerländischen Schmallenberg.

Der Vogt Stammsitz im säuerländischen Schmallenberg.

Seichte Hügel umrahmen den Ort Schmallenberg. Auffallend sind die vielen Weihnachtsbaumanlagen. In Reih und Glied stehen die Fichten und Nordmanntannen hier an den Hängen des Sauerlands. Im Jahr 2007 tobte sich hier der Orkan Kyrill aus. Er sorgte für tausende Festmeter Sturmholz. Schmallenberg wurde deshalb 2008 Ausrichtungsort für die KWF-Tagung mit dem Schwerpunktthema Sturmholzbergung und ist seitdem in der Forstwirtschaft bekannt. Hier hat die Firma Vogt ihren Sitz. Heute noch auf dem gleichen Grundstück, an dem vor fast 100 Jahren das Unternehmen mit einer Schmiede begann. In den siebziger und achtziger Jahren entwickelte man sich zu einer klassischen Werkvertretung mit einem Produktprogramm, das von der Innenwirtschaft bis zur Forsttechnik reichte. Der Strukturwandel in der Landwirtschaft schritt voran, die Zahl der Betriebe und damit der Kunden ging auch im Sauerland zurück.

Das gleiche Produktprogramm zu vertreiben, wie andere Wettbewerber auch – das befriedigte Wolfgang Vogt nicht. Bei der Analyse des Marktes und der angebotenen Technik rückte sein Fokus auf Geräte für die professionelle Landschaftspflege. Die Sauerländer intensivierten die Zusammenarbeit mit der dänischen Firma Greentec, den italienischen Unternehmen MDB und Dragone sowie Tifermec und Herstellern von Holzhackern wie TP Linddana (siehe Kasten) und HS sowie Stubbenfräsen des dänischen Herstellers FSI. Die ersten drei Unternehmen dieser Aufzählung stehen heute für den Hauptteil der 15 Mio. Euro Jahresumsatz der Firma Vogt. Die Firma Dragone führt einen Drachen, MDB einen Grizzly-Bären im Logo.

Die MDB-Funkraupen arbeiten dort, wo bemannte Mähfahrzeuge am Ende sind. Auch im Forst verrichten sie ihren Dienst.

Die MDB-Funkraupen arbeiten dort, wo bemannte Mähfahrzeuge am Ende sind. Auch im Forst verrichten sie ihren Dienst.

„Auf der Demopark 2013 gab es mit uns drei Aussteller von Funkraupen, auf der Agritechnica 2017 waren es schon zwölf“, berichtet Andre Vogt vom Trend zu den ferngesteuerten Multifunktionsmaschinen. Der 29-Jährige ist seit 2013 im väterlichen Unternehmen. Nach seiner kaufmännischen Ausbildung verbrachte er jeweils einige Monate bei den Hauptlieferanten in den verschiedenen Ländern. Bei seinen Aufenthalten in Italien und Dänemark bekam er Einblick in die Entwicklung und den Bau der Maschinen. Er lernte die Inhaberfamilien und die Mitarbeiter kennen. „Das vereinfacht viel in unserer täglichen Zusammenarbeit. Das gegenseitige Verständnis für die Anforderungen ist enorm gewachsen“, so Vogt. Dragone und MDB haben jeweils um die 50 Mitarbeiter. Vogt ist mittlerweile ihr größter Vertriebspartner und damit auch in die Produktentwicklung einbezogen. Mitarbeiter der Vogt GmbH sind nahezu jeden Monat in Italien, um technische und vertriebliche Details für den deutschen Markt zu besprechen.

„Wir arbeiten dort, wo bemannte Mähfahrzeuge am Ende sind. Die Schmierung der Dieselmotoren sorgt bis 75° Hangneigung dafür, dass alle erforderlichen Bereiche des Aggregats auch mit einem Ölfilm benetzt sind. Durch die patentierte, im Fahrwerksrahmen integrierte Spurbreitenverstellung können die MDB Mulchraupen dank des sehr niedrigen Schwerpunkts auch in extremen Steilhängen kippsicher arbeiten. Die Hochfrequenz-Funkanlage des deutschen Herstellers HBC steht für eine dauerhaft zuverlässige Funkverbindung. Unter der Motorhaube der Mähraupe steckt sogar eine Ladestation für den Wechselakku der Funksteuerung. Soviel Technik hat auch ihren Preis. Das Topmodell mit 76 PS erreicht das Niveau eines 75 PS Mittelklassetraktors.

Der Vogt Standort in Untermünkheim, Baden-Württemberg.

Der Vogt Standort in Untermünkheim, Baden-Württemberg.

Neben der aufgereihten Raupenflotte in der Ausstellungshalle steht das Ansichtsmodell eines Mulchrotors. Ein aufgeschnittener Rotor demonstriert die Besonderheit der Dragone Mulcher. Statt Wellenstummeln links und rechts am Rotor verfügen die Mulcher mit dem roten Drachen über eine durchgehende Rotorachse. Mit der Rotorachse und dem Rotor verschweißte Stützteller dienen als zusätzliche Abrisssicherung. „Die durchgehende Rotorachse mit Mittenabstützung verhindert beim Auftreffen von größeren Steinen Wellenunwucht. Die Aufhängung der Hammerschlegel ist extra breit ausgelegt – für eine hohe Standfestigkeit. Die Schlegel sind in einer Doppelspirale auf dem Rotor angeordnet, was für Laufruhe sorgt. Der Antriebsstrang ist mit einem Heavy Duty Getriebe und breiten Riemenscheiben sowie Power-Belt Riemen ausgestattet. „Der geht auch unter extremen Bedingungen nicht in die Knie“, betont Vogt lächelnd.

Bei MDB- und Dragone-Maschinen ist Vogt für ganz Deutschland und Österreich der Importeur. Der Vertrieb läuft ausschließlich über Händler, gut 400 sind es deutschlandweit. Räumliche Nähe ist auch für die Betreuung der Händlerschaft wichtig. Seit 2009 hat man für den Südwesten Deutschlands einen Stützpunkt in Schwäbisch Hall.

Dragone Mulcher haben eine durchgehende Rotorachse.

Dragone Mulcher haben eine durchgehende Rotorachse.

Andre Vogt: „Die praktische Vorführung unserer Technik beim Kunden ist unser bestes Verkaufsargument.“

Andre Vogt: „Die praktische Vorführung unserer Technik beim Kunden ist unser bestes Verkaufsargument.“

2012 entschlossen sich Andre und sein Vater Wolfgang Vogt (53) dort eine eigene Niederlassung zu errichten. Nach der Auswahl eines geeigneten Standortes in Autobahnnähe (direkt an der A6 Heilbronn-Nürnberg) war es die Aufgabe von Andre, die Struktur und Vertriebsorganisation des Hauptstandortes Schmallenberg auf den neuen Standort in Untermünkheim zu übertragen. Neue Mitarbeiter aus der Region verstärkten das Team in den folgenden Jahren und etablierten die Vogt GmbH auch im Süden Deutschlands als Anbieter für professionelle Landschaftspflege-Technik.

In Untermünkheim wie in Schmallenberg gibt es Ansprechpartner für Verkauf und Service als auch für Sonderanfertigungen und Ersatzteile. „Diese Investition im Südwesten hat unserem Geschäft einen deutlichen Schub gegeben. Es ist nicht zu unterschätzen, wie bedeutend die regionale Nähe in unserer Branche ist,“ so Vogt.

Deshalb soll in Zukunft auch die Kundennähe im Osten Deutschlands verstärkt werden. Dafür hat man kürzlich einen neuen Vertriebsmitarbeiter aus der Region eingestellt.

Der Umsatz der Technikexperten für die Landschaftspflege hat sich von 2012 auf 2018 auf 15 Mio. Euro verdoppelt, die Anzahl der Mitarbeiter von zehn auf 30 sogar verdreifacht. Zwei eigene Lkw liefern die Maschinen aus. Die Fahrer können die Maschinen erklären, vorführen oder auch einsetzen. Fast in allen Fällen, in denen wir vorführen, überzeugt die Maschine und bleibt beim Kunden“, resümmiert der junge Unternehmer. Selbst in der Hand behält man auch das Marketing. Flyer, Prospekte, Anzeigen, Messeauftritte und die Online-Präsenz gestaltet das eigene Marketing-Team.

Die Firma Vogt zeigt, dass man mit einem schlanken Verkaufsordner in einer definierten Nische erfolgreich sein kann. Die Pläne für einen großen Neubau in Schmallenberg gegenüber dem jetzigen Standort hängen schon an der Pinnwand im Chefbüro.

Tifermec Auslegemulcher ergänzen das Programm.

Tifermec Auslegemulcher ergänzen das Programm.

Die funkgesteuerte Stubbenfräse von FSI im Einsatz.

Die funkgesteuerte Stubbenfräse von FSI im Einsatz.

TP Linddana – Vogt übernimmt Holzhacker Vertrieb in Deutschland

Die Profi-Holzhacker des dänischen Spezialisten TP Linddana wurden mehr als 25 Jahre über die Firma Dücker unter eigenem Namen sehr erfolgreich in Deutschland verkauft. Jetzt übernimmt Vogt den Vertrieb.

Mehr als 25 Jahre hat die Firma Dücker unter eigenem Namen sehr erfolgreich in Deutschland Profi-Holzhacker des dänischen Herstellers TP Linddana verkauft. Da sich Dücker künftig nur noch auf die Mulch- und Mähtechnik aus eigener Produktion konzentrieren will, hat TP Linddana die Vertriebsverantwortung für Deutschland der Vogt GmbH mit Standorten in 57392 Schmallenberg (NRW) und 74547 Untermünkheim (BadenWürttemberg) übertragen.

Das TP Programm umfasst Holzhacker von 100 bis 400 mm Hackstärke, mit Eigenantrieb über Benzin- oder Dieselmotoren auf PKW-Fahrgestell oder Kettenfahrwerk sowie Geräte für den Schlepperanbau.

Das TP Programm umfasst Holzhacker von 100 bis 400 mm Hackstärke, mit Eigenantrieb über Benzin- oder Dieselmotoren auf PKW-Fahrgestell oder Kettenfahrwerk sowie Geräte für den Schlepperanbau.

Wolfgang Vogt, geschäftsführender Gesellschafter der Vogt GmbH, freut sich über die Erweiterung: „Die Marke TP steht schon seit vielen Jahren für eine besondere Einzugskraft, hohe Hackschnitzelqualität und Bedienkomfort. Allein in Deutschland sind weit über 5000 Maschinen in Betrieb. Hinzu kommt, dass TP Linddana als absoluter Spezialist zu 100% auf Holzhacker fokussiert ist.“

Das TP Programm umfasst Holzhacker von 100 bis 400 mm Hackstärke, mit Eigenantrieb über Benzin- oder Dieselmotoren auf PKW-Fahrgestell oder Kettenfahrwerk, sowie Geräte für den Schlepperanbau, die auch für die Beschickung mit Kran angeboten werden. Dank der qualitativ hochwertigen Verarbeitung und Leistungsstärke eignen sich die TP Hacker ideal für professionelle GaLaBau-Betriebe, Baumpfleger, Kommunen, Straßenmeistereien sowie für Mietparks. Neben technisch interessanten Entwicklungen wie die Doppel-Hackscheibe Twin Disc oder die vollautomatische Kupplung mittels patentierten TP Starter-System hat TP zur GaLaBau-Messe in Nürnberg als erster Hersteller weltweit einen Hacker mit Akkubetrieb vorgestellt. Besonderen Wert legt TP auf das Know-How aus über 40 Jahren und die moderne Produktionstechnik mit hohen Qualitäts- und Sicherheitsstandards. Um die Zuverlässigkeit der Geräte zu unterstreichen, sind alle TP Holzhacker immer mit einer 3-Jahres-Garantie für alle Komponenten inkl. Motor, Getriebe, Hydraulik etc. (außer Verschleißteile) ausgestattet. Alle TP Holzhacker sind ab sofort bei Vogt verfügbar.


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