Magazin Landtechnik

VDMA Landtechnik :

Rekordzuwachs in der Landtechnikindustrie

Die zum Teil extreme Trockenheit der vergangenen Wochen hat sich auf das Landmaschinengeschäft in Deutschland und Europa bislang noch nicht ausgewirkt. Der Umsatz der Hersteller stieg um 14 Prozent auf gut 5 Milliarden Euro.

VDMA Landtechnik: Rekordzuwachs in der Landtechnikindustrie

Traktorproduktion in Deutschand: Die Landmaschinenhersteller sind mit dem Geschäftsergebnis nach den ersten sechs Monaten sehr zufrieden.

Die in Deutschland produzierenden Landmaschinenhersteller ziehen eine positive Halbjahresbilanz. Mit einem Umsatzplus von 14 Prozent auf gut 5 Milliarden Euro hat die Branche einen Rekordzuwachs erzielt. „Die Fabriken sind im Durchschnitt für die nächsten drei Monate voll ausgelastet. Damit erreichen wir einen Spitzenwert, der im August nur selten gemessen wird“, sagt VDMA-Geschäftsführer Dr. Bernd Scherer.

Die zum Teil extreme Trockenheit der vergangenen Wochen hat sich auf das Landmaschinengeschäft in Deutschland und Europa bislang noch nicht ausgewirkt. „In den kommenden Monaten dürfte es aber zumindest im Auftragseingang erste Bremsspuren geben“, erläutert der Geschäftsführer.

Das starke Halbjahresplus geht vor allem auf die dynamische Marktentwicklung in der Eurozone zurück, teilt der VDMA mit. Spitzenreiter ist weiterhin der deutsche Markt. Die Umsätze aus Geschäften mit den heimischen Vertriebspartnern sind in den ersten beiden Quartalen um 19 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro gestiegen. Ähnlich gute Ergebnisse wurden in nahezu allen Euroländern verbucht. Frankreich, der wichtigste Exportmarkt der Branche, meldet sich nach einem schwierigen Jahr zurück. „Da die Franzosen von der Trockenheit nahezu komplett verschont geblieben sind, profitieren sie jetzt ganz besonders von den guten Getreidepreisen“, erläutert Scherer.

Aber auch das Überseegeschäft hat seit Jahresbeginn kräftig angezogen. „Dass der Eurokurs wieder deutlich nachgegeben hat, ist für unsere Exportaktivitäten auf jeden Fall vorteilhaft“, sagt Scherer.
Im ersten Halbjahr gingen Landmaschinen im Wert von rund 400 Millionen Euro nach Russland und in die Ukraine. Aufgrund schwacher Getreidepreise war vor allem die Erntetechnik von den Rückgängen betroffen.

Ernsthafte Sorgen bereitet der Branche die anhaltende Protektionspolitik der russischen Regierung. „Die russischen Landwirte sind weiterhin klar auf Modernisierungskurs, werden aber immer wieder ausgebremst. Ganz aktuell werden die Lokalisierungsregeln für die Traktorfertigung massiv verschärft“, sagt Scherer. So seien detaillierte Vorschriften in Vorbereitung, die den Anteil lokaler Wertschöpfung für jeden einzelnen Prozess-Schritt exakt definieren.

Der VDMA-Geschäftsklimaindex, der auf einer repräsentativen Befragung von Spitzenmanagern der europäischen Landtechnikindustrie beruht, hat zuletzt zwar etwas nachgegeben, bewegt sich aber nach wie vor auf sehr hohem Niveau. Für das Gesamtjahr 2018 rechnet der VDMA mit einem guten Branchenergebnis. Der vorhandene Auftragsbestand werde in den nächsten Monaten für sichere Umsätze sorgen. Zum Jahreswechsel dürfte dieses Polster jedoch allmählich abschmelzen, erwartet der Verband.


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