Magazin Pflanzenschutz & Düngung

VDI-MEG :

Hundertmal mehr Stickstoff als Wirtschaftsdünger

VDI-MEG: Hundertmal mehr Stickstoff als Wirtschaftsdünger

Teilnehmer des VDI-Pressegesprächs auf der Agritechnica 2017: Dr. Andreas Herrmann, VDI-Fachbereich Max-Eyth-Gesellschaft Agrartechnik (MEG), Hubertus Paetow, Landwirt und Vorstand DLG e.V., Dr. h.c. Norbert Rauch, Gesellschafter Rauch Landmaschinenfabrik GmbH, Dr. Carola Schuster, Leiterin Zentralbereiche Forschung und Entwicklung, SKW Stickstoffwerke Piesteritz GmbH und Prof. Dr.-Ing. Peter Pickel, Vorsitzender VDI-Fachbereich MEG und Deputy Director John Deere European Technology Innovation Center (v. l.).

Harnstoff-Dünger ist eine Welthandelsware, die in vielen Varianten am Markt angeboten wird. Darauf verwies Dr. Norbert Rauch, Gesellschafter des Düngerstreuerherstellers Rauch, beim VDI-Pressegespräch während der Agritechnica 2017. Entsprechend vielfältig seien die Flugeigenschaften des Granulats bei der Ausbringung. Da es leider keine Norm für Form, Größe und Gewicht der Körner gebe, seien aufwändige Tests für die Erstellung von Streutabellen unabdingbar. „Angesichts einer gegenüber organischem Dünger einhundert mal höheren Stickstoffkonzentration ist eine hohe Präzision bei der Ausbringung von Mineraldünger jedoch enorm wichtig“, so Rauch. Die aktuell lieferbaren Scheibendüngerstreuer seien in dieser Hinsicht bereits sehr weit entwickelt und böten viele automatische Einstellfunktionen. Allerdings nähere sich diese Technologie ihren Grenzen. Wer noch mehr Präzision wünscht, komme um einen pneumatischen Streuer nicht herum.

Landwirt Hubertus Paetow sieht Potenzial in der Verknüpfung der bereits vielerorts eingesetzten, aber seiner Ansicht noch oft unrentablen N-Sensortechnik mit Bodensensoren und der Hinzuziehung weiterer Datenquellen, etwa von fliegenden Sensorplattformen, um daraus situationsangepasste Algorithmen für die Steuerung der Düngerstreuer zu entwickeln. Er zeigte sich überzeugt, dass Landwirte künftig mehr in moderne Düngetechnik investieren, weil die wirtschaftlichen Nachteile einer ungenauen Verteilung zunehmend schwerer wiegen.

Prof. Dr. Peter Pickel informierte über die Ergebnisse einer Mitgliederumfrage des VDI-Fachbereichs Max-Eyth-Gesellschaft. Demnach glaube u. a. kaum jemand an einen umfassenden Einsatz von „smartem“ Mineraldünger, der die Nährstoffe in Abhängigkeit von Pflanzenbedarf und Niederschlag freigibt.


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