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Von null auf fünfzehn Prozent – Was nun?

Wir befragten Hersteller zur 15-Prozent-Zolleinigung und ihre Bedeutung für Landtechnikexporte in die USA

Umfrage: Von null auf fünfzehn  Prozent – Was nun?

Aktualisiert am

Nach der Ende Juli erzielten Einigung im transatlantischen Zollstreit zwischen den USA und der EU richten sich die Blicke deutscher Landmaschinenhersteller erneut auf einen der wichtigsten Exportmärkte außerhalb Europas. Die Vereinigten Staaten gelten als stabiler Absatzmarkt für innovative Landtechnik „Made in Germany“. Bislang blieb die Branche weitgehend von Zöllen verschont.

Bereits im Februar dieses Jahres betonte Dr. Tobias Ehrhard vom VDMA Landtechnik in einem eilbote-Interview die Relevanz des US-Markts: „Die Vereinigten Staaten zählen zu den bedeutenden Exportmärkten der europäischen Landmaschinen- und Traktorenhersteller.“ Laut Ehrhard machen die USA im langjährigen Schnitt rund 10 bis 15 Prozent der Gesamtausfuhren der Branche aus. Was bedeutet die Einigung vom Sonntag nun für deutsche Landmaschinenhersteller? Der eilbote hat nachgefragt.

Die drei Fragen

1. Wie bedeutend ist das US-Geschäft für Ihr Unternehmen?

2. Welche Maschinengruppen führen Ihre USA-Exportstatistik aktuell an?

3. Was hat die nun angekündigte Einigung auf 15 Prozent Zoll für Exporte aus der EU in die USA für Konsequenzen für Ihr Unternehmen?

Umfrage: Von null auf fünfzehn  Prozent – Was nun?

Andreas Hemeyer.

Andreas Hemeyer, Geschäftsführender Direktor Vertrieb, Marketing, After Sales der Amazonen-Werke:

zu 1. Der US-amerikanische Markt ist für unser Unternehmen von Bedeutung und bietet erhebliches Potenzial.

zu 2. Wir exportieren Landmaschinen aus all unseren Kompetenzbereichen in die USA, also Bodenbearbeitungstechnik, Sätechnik, Düngetechnik und Pflanzenschutztechnik. Eine feste Rangfolge lässt sich über die Jahre nicht festlegen.

zu 3. Politisch begrüßen wir die grundsätzliche Einigung im Zollstreit der USA mit der EU. Dass eine weitere Eskalation im Handelskonflikt vorerst abgewendet wurde, ist für alle Partner sehr wichtig. Wir wünschen uns natürlich niedrige Zölle und offene Märkte, um die wirtschaftlichen Beziehungen mit unseren Partnern in den USA weiter zu stärken und einen fairen Wettbewerb zu sichern.

Wir sind uns bewusst, dass die neuen Zölle Auswirkungen auf unsere Preisgestaltung haben könnten. Es ist jedoch noch zu früh, um die genauen Folgen abzuschätzen. Wir beobachten die Situation aufmerksam und werden entsprechende Maßnahmen ergreifen, um die Auswirkungen von steigenden Preisen zu minimieren.

Insgesamt sind wir jedoch zuversichtlich, dass wir durch geeignete Maßnahmen, Anpassungen und Innovationskraft in der Lage sein werden, auch diese Herausforderungen zu bewältigen.

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Claas montiert in Omaha, Nebraska/USA, Lexion Mähdrescher.

Ein Unternehmenssprecher von Claas gibt folgende Antworten:

zu 1. Im Geschäftsjahr 2024 lagen die Umsatzerlöse der Region Nord- und Südamerika bei 819 Mio. Euro, nach Ländern schlüsseln wir nicht genauer auf.

zu 2. Selbstfahrende Feldhäcksler, Traktoren, Futtererntetechnik und Ballenpressen führen unsere USA-Exportstatistik an.

zu 3. Sowohl die USA als auch Kanada sind für Claas sehr wichtige Wachstumsmärkte, auf denen wir bereits seit mehr als 70 Jahren vertreten sind – davon über 25 Jahre auch mit einem eigenen Mähdrescherwerk in Omaha/Nebraska, in dem bis heute mehr als 10.000 Lexion Mähdrescher produziert wurden. Grundsätzlich unterstützt Claas einen möglichst freien Handel im Sinne vergleichbarer Produktions- und fairer Wettbewerbsbedingungen für Kunden in den USA und in der EU. Bei unseren Importen in die USA spielen selbstfahrende Feldhäcksler, Traktoren, Ballenpressen und Futtererntetechnik eine relevante Rolle, daher sind wir über die kommenden Zölle natürlich nicht erfreut. Jedoch bringt die Einigung im Zollstreit nun zumindest eine gewisse Planungssicherheit.

Umfrage: Von null auf fünfzehn  Prozent – Was nun?

John Deere baut die 6er-Baureihe in Mannheim.

Ein Unternehmenssprecher von John Deere Walldorf gibt aufgrund der zu diesem Zeitpunkt noch unklaren Details der Vereinbarung und aus börsenrechtlichen Gründen diese zusammenfassende Antwort:

„John Deere verfolgt die jüngste Zollvereinbarung zwischen den USA und der Europäischen Union mit großer Aufmerksamkeit. Da die Details der Vereinbarung noch finalisiert werden, bleibt die Lage dynamisch. Wir analysieren derzeit sorgfältig die möglichen Auswirkungen auf unser Unternehmen und unsere Kunden.

Unser Engagement, Landwirte weltweit zu unterstützen, bleibt unverändert stark. Wir wissen, dass viele bereits mit wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert sind. Deshalb setzen wir alles daran, flexible und lokal angepasste Lösungen bereitzustellen, die unseren Kunden helfen, auch in unsicheren Zeiten produktiv und wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben. Dank unserer engen Kundenbeziehungen und unserer starken lokalen Präsenz konzentrieren wir uns weiterhin darauf, nachhaltigen Mehrwert zu schaffen – und diese sich wandelnde Situation mit Transparenz und Verantwortung zu begleiten.“


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