Insekten schonen – Schlagkraft stärken

Wir haben uns bei Herstellern und Händlern aus dem Bereich Landschaftspflege umgehört, was bei ihnen 2025 auf der Agenda steht. Dabei kristallisierte sich vor allem ein Thema als starker Trend heraus

Trends in der Landschaftspflege: Insekten schonen – Schlagkraft stärken

Die Ausleger Scorpion des dänischen Herstellers Greentec können links wie rechts des Traktors arbeiten, ebenso kann die hydraulische Parallelführung deaktiviert werden.

Trends in der Landschaftspflege: Insekten schonen – Schlagkraft stärken

Foras möchte 2025 das Geschäft mit Mähraupen weiter ausbauen, wofür man seit letztem Jahr die Produkte von Rapid im Programm hat.

Der in der Region Münster nahe der holländischen Grenze ansässige Hersteller Dücker hat sich auf Technik zur Landschaftspflege spezialisiert. „Wir sehen vor allem bei der insektenschonenden Mähtechnik eine sehr stark wachsende Nachfrage. Das ging in den letzten beiden Jahren quasi von null auf hundert“, berichtet uns Dücker-Mitarbeiter Lukas Ostendorf. Mit dem SGG 1200 hat man daher zusammen mit dem Praktiker Jan Gießelmann bereits einen ökologischen Mähkopf für Böschungs- und Randstreifenausleger entwickelt. Die Pflege des Straßenbegleitgrüns soll damit möglichst wenig Insekten schädigen (wir berichteten in eilbote 48/2024). Die ersten Geräte sind nun bereits an Kunden ausgeliefert, dennoch arbeiten die Dücker-Spezialisten weiter an der Kombination aus Messerbalken und mechanischer – und somit sogfreier – Schnittgutführung zum Gebläse. „Prinzipiell funktioniert das System bereits sehr gut, wir möchten aber beispielsweise das Gewicht noch weiter reduzieren“, sagt Ostendorf. Außerdem gibt es bei solchen frühen Serien viele Möglichkeiten, die Bauteile hinsichtlich einer einfacheren Fertigung noch weiter zu optimieren. „Da wird dann beispielsweise ein Blech anders gekantet, wodurch sich die Montage leichter gestaltet. Solche Dinge stellen sich meist erst heraus, wenn die ersten Geräte produziert und im praktischen Einsatz gewesen sind.“

Aber auch in der klassischen Flächenpflege fragen Ostendorfs Kunden zunehmend nach insektenschonender Technik: „Dafür konnten wir unsere bestehenden Mulcher einfach anpassen: Statt Schlegel verbauen wir dann Messerwellen und eine Rechenscheuche, zudem wird dabei generell höher geschnitten. Wir sind dahingehend also bereits gut aufgestellt. Wie genau es aber weitergeht, wird sich erst nach der Bundestagswahl im Februar zeigen. Daher müssen wir hier derzeit noch abwarten, wie sich Auflagen und Regularien und dementsprechend auch die Nachfrage zu diesen Geräten im Laufe des Jahres entwickeln werden.“

Auch der unter anderem auf Kommunaltechnik fokussierte Händler Farmtec im bayerischen Süden (Region Landshut) nennt als erstes das ökologische Mähen als Trend für 2025: „Messerbalken kommen immer stärker auch an Böschungsmähern zum Einsatz. Wir haben mit Geräten von Agrimaster bereits entsprechendes Equipment für unsere Kunden parat“, sagt Farmtec-Geschäftsführer Ludwig Trautmann. „Das sind eben gerade neue Varianten, die zunehmend nachgefragt werden. Im Vergleich zum klassischen Mulchkopf sind das aber nach wie vor eher Randerscheinungen.“ Zudem sieht er in der Heckenpflege einen Trend zu mehr Schlagkraft mit weniger Personal: Scheren, Sägen und Mulcher für diese Einsätze sind nach Trautmanns Erfahrung stark im Kommen: „Der Vorteil eines Mulchers ist hierbei, dass nach dem Einsatz kaum Material abgeräumt werden muss. Denn die Äste werden wir anderes Grün direkt stark zerkleinert, womit das Schnittgut meist vor Ort verbleiben kann.“ Die Grenze sind dabei Äste mit vier bis fünf Zentimetern Stärke, sprich die Wassertriebe. Der frische Zuwachs wird meist bereits im Sommer zurückgeschnitten, was auch in dieser Periode erlaubt ist. Massivere Rückschnitte sind laut Vorschriften dann erst wieder im Winter möglich, wofür dann auch Sägen eingesetzt werden. Dabei bleiben die Äste jedoch intakt und der Dienstleister bzw. Bauhof muss diese im Ganzen entsorgen oder in einem weiteren Schritt häckseln.

Beim zur Fricke-Gruppe gehörenden Franchisesystem von Foras – bekannt für das aus über 50 Herstellern zusammengestellte Gartenland-Sortiment – stockt man zunehmend das Profi-Portfolio auf. „Wir konnten bundesweit den Vertrieb der dänischen Traditionsmarke Parkland übernehmen und haben deren Mähcontainer seit Jahresanfang im Programm. Diese können Mähen, Laubaufnahme, Vertikutieren, Kompostieren, Holzhäckseln und Transport erledigen. In großen Parks wie etwa in München laufen bereits mehrere davon. Das passte daher sehr gut zu den bereits von uns angebotenen Geräten wie klassischen Sichelmähdecks und Auslegemulchern für die kommunalen Kleinschlepper von Kubota“, sagt Rene Zuidema, bei Foras als Verkaufsleiter zuständig für die Profitechnik. Notwendig sei das seiner Erfahrung nach auch, da Kunden immer öfter gerne eine komplett ausgerüstete Maschine aus einer Hand kaufen möchten, statt sie sich mühsam über verschiedene Händler selbst zusammenstellen zu müssen.

Als weiteren Trend sieht Zuidema die Mähraupe: Daher hat man bereits im vergangenen Jahr begonnen, die Produkte des Schweizer Herstellers Rapid zu vertreiben. Dieser übernahm Ende 2022 die Mähraupen der Niko GmbH: „Das Segment wollen wir 2025 auf jeden Fall weiter ausbauen, von klassischen Böschungen bis zum Mooreinsatz kommen hier viele Einsatzgebiete in Frage. Auch der angebaute Doppelmesser-Balkenmäher wird immer stärker ein Thema. Die Stadt Bremen hat davon beispielsweise gerade zwei entsprechende Maschinen angeschafft, da dort das Mulchen untersagt wurde.“

Trends in der Landschaftspflege: Insekten schonen – Schlagkraft stärken

Der Schneid-Greif-Sauger SGG1200 von Dücker soll insektenschonend mähen. Dafür wird das Schnittgut durch mechanische Arme vom Messerbalken weg transportiert, der gitterförmige Schacht lässt die Kleinlebewesen nach unten herausfallen. Erst danach greift der Sog eines Gebläses zum Sammelcontainer.

Trends in der Landschaftspflege: Insekten schonen – Schlagkraft stärken

Die Mähcontainer von Parkland können auch häckseln, vertikutieren oder Laub aufnehmen. Bei Foras erweitern sie seit Jahresbeginn das Profi-Equipment für Kleintraktoren.

Flexibles Arbeiten

Beim dänischen Ausleger-Spezialist Greentec stehen Flexibilität und Schlagkraft im Fokus: Mit den Spider-Auslegern kann der Fahrer auf jeder Seite des Traktors arbeiten und dabei den Mulchkopf so platzieren, dass er den Bereich davor noch direkt im Blick hat. Der Arbeitsbereich des Arms beträgt dafür 270°, der des Kopfes ebenso. Realisiert wird das durch einen mittig auf der Maschine sitzenden Drehpunkt, der um 180° von links nach rechts geschwenkt werden kann. Auf diesem sitzt seitlich versetzt der Arm, welcher sich nochmals um 45° schwenken lässt. Dadurch kann der Mulcher sehr weit nach vorne reichen, ohne an die Kabine zu stoßen. Das Arbeiten auf beiden Seiten vermeidet unter anderem Leerfahrten bei breiten Flächen, die in mehreren Zügen gemulcht werden müssen. Dadurch steigt die Wirtschaftlichkeit. Außerdem sind ohne Umbauten so auch Mittelstreifen links der Fahrbahn erreichbar.

Die hydraulische Parallelführung ermöglicht zudem den hybriden Betrieb – also mit oder ohne. Die Umschaltung erfolgt direkt aus der Kabine. Der Vorteil ohne Parallelführung macht sich vor allem bemerkbar, wenn in der Heckenpflege die Platzverhältnisse beengt sind oder an Steilhängen gearbeitet werden muss. Neben den hauseigenen können auch fremde Köpfe an die Greentec-Arme montiert werden. In Deutschland vertreibt die Geräte der auf Landschaftspflege spezialisierte Anbieter Vogt bereits seit 25 Jahren in der westlichen Bundesrepublik. Ende 2024 erweiterte man das Verkaufsgebiet um Bayern, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt.


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