Treibhausgas-Emissionen:

Noch erhebliches Einsparpotential bei Traktoren

Emissionen landwirtschaftlicher Schlepper in Deutschland müssen bis 2030 um weitere 17 Prozent reduziert werden – John Deere-Manager Kunz hält dazu die verstärkte Nutzung von Biokraftstoffen neben technischen Innovationen und neuen Antriebsarten für ausreichend – Biokraftstoffe auf Rapsbasis laut TFZ-Experte Remmele für schwere Zugmaschinen unverzichtbar und mit vielen Vorteilen

Treibhausgas-Emissionen: Noch erhebliches Einsparpotential bei Traktoren

Biokraftstoffe haben das größte Einsparpotential bei Treibhausgas-Emissionen.

Zumindest im Bereich der Land- und Zugmaschinen muss sich der Agrarsektor wohl keine Sorgen hinsichtlich der Erfüllung der von der Europäischen Union und der Bundesregierung ausgegebenen Einsparziele zu den Treibhausgas-(THG)-Emissionen machen.

Wie Dr. Axel Kunz von der John Deere GmbH & Co. KG Deutschland am 22. Januar im Rahmen des digitalen Fachkongresses „Kraftstoffe der Zukunft 2021“ feststellte, bieten regenerative Kraftstoffe und alternative Antriebsarten noch viel Potential zur Senkung des THG-Ausstoßes. Nach Abgaben von Kunz müssen die entsprechenden Emissionen landwirtschaftlicher Zugmaschinen bis 2030 gegenüber dem heutigen Stand um 17 % reduziert werden. Dafür kämen der Einsatz von Biokraftstoffen, sparsamerer Motoren und Anbauverfahren sowie der Einsatz innovativer Antriebe wie Elektromotoren in Frage. Das größte Einsparpotential sieht der Fachmann bei Biokraftstoffen mit einem möglichen Beitrag von mehr als 13 % bis Ende der Dekade, gefolgt von technischen Verbesserungen, die nach seiner Einschätzung bis zu 11 % an THG-Einsparungen liefern könnten. Zusammen mit den alternativen Antrieben mit einem möglichen Beitrag von knapp 3 % bestehe daher genügend Spielraum, die aktuellen Klimaschutzziele zu erreichen, konstatierte Kunz. Er zeigte sich optimistisch, dass selbst darüber hinausgehende Zielsetzungen unter Einsatz aller Instrumente erfüllt werden können. Dem im Wege stehen nach Darstellung des Fachmanns allerdings eventuelle Probleme bei der Zulassung geeigneter Motoren und Unsicherheiten beim möglichen Beitrag alternativer Traktorenantriebe. Dr. Edgar Remmele vom Technologie- und Förderzentrum im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe (TFZ) stellte klar, dass Biokraftstoffe und andere verwandte Kraftstoffarten allein aufgrund ihrer hohen Energiedichten bei Agrarschleppern noch lange unverzichtbar blieben.

Nach seiner Analyse bieten Rapsöl und darauf basierender Biodiesel darüber hinaus zahlreiche Vorteile, die für ihre Nutzung sprächen. So stärke der Anbau von Raps regionale Wertschöpfungsketten und liefere mit Rapsschrot ein wertvolles Nebenprodukt. Im Gegensatz zu anderen Treibstoffarten gehe von den pflanzenölbasierten Kraftstoffen kein Umweltrisiko aus und auch frühere technische Probleme am Motor seien inzwischen gelöst.

Dr. Werner Ortinger vom bayerischen Landwirtschaftsministerium will in diesem Zusammenhang auch die Tank-Teller-Diskussion nicht ohne weiteres gelten lassen. Er wies darauf hin, dass vor 100 Jahren noch rund 30 % der deutschen Nutzfläche der Sicherung der damaligen Mobilität gedient habe, nämlich in Form von Pferdefutter.

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