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Magazin on track – das Magazin 2022

Technik in der Innenwirtschaft 2021 :

In den Milchviehställen im Einsatz – von Oberschwaben übers Allgäu nach Vorarlberg

Simon Hilebrand betreut gemeinsam mit dem vierköpfigen Innenwirtschaft-Serviceteam Melktechnikanlagen

Technik in der Innenwirtschaft 2021: In den Milchviehställen im Einsatz – von Oberschwaben übers Allgäu nach Vorarlberg

Simon Hilebrand vereint in seinem Job technisches Know-how und ein Händchen für Tiere.

Das Serviceteam Innenwirtschaft (v. l.): Simon Hilebrand, Marc Rußmann (Koordinator), Ralf Mangold und Stefan Mangold.

Das Serviceteam Innenwirtschaft (v. l.): Simon Hilebrand, Marc Rußmann (Koordinator), Ralf Mangold und Stefan Mangold.

Das Familienunternehmen Knoblauch-Wohlgschaft beschäftigt an den vier Standorten vom Schwarzwald bis ins Allgäu 150 Mitarbeitende. Das Angebot erstreckt sich vom Traktor und Systemfahrzeug bis hin zum Aufsitzmäher und Mähroboter. Die Schwerpunkte liegen im Vertrieb und Service von Land-, Garten- und Kommunalmaschinen, der Kfz-Service rundet die Dienstleistungen ab.

Am Standort Wangen im Allgäu, in einer milchviehstarken Region, gehören neben der Land- und Kommunaltechnik die Melktechnik und die weitere Technik für den Milchviehstall des Herstellers DeLaval zum Produktportfolio. Die Melktechnik hat hier bereits lange Tradition. Begonnen hat es mit der Melktechnik der Firma Miele. Noch heute ist die Firma Miele mit Haushaltsgeräten am Standort Wangen vertreten. Ganz neu wurden die Motor- und Gartengeräte der Firma Husqvarna ins Produktportfolio aufgenommen.

Das vierköpfige Innenwirtschaft-Serviceteam des Unternehmens Knoblauch-Wohl- gschaft am Standort Wangen im Allgäu baut Neuanlagen wie Melkroboter, Melkstände und sogar Melkkarusselle, Spaltenschieber- und Futteranschieberoboter sowie Kuhbürsten, Milchtanks und die dazugehörige Kühlung von DeLaval in Milchviehställe ein und nimmt diese in Betrieb. Um eine zuverlässige Funktion der Anlagen zu sichern, führen die Techniker regelmäßige Wartungsarbeiten durch. Beim Auftreten einer technischen Störung wird die Ursache gesucht und der Fehler so schnell wie möglich behoben.

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Interview – Wie sieht Deine Arbeit aus?

on track: Was macht Dir an Deinem Beruf und vor allem an Deinen Tätigkeiten am meis-
ten Freude?

Simon Hilebrand: Bei dem Bau von Neuanlagen bringe ich eigene Ideen mit ein. Die Vorstellungen des Landwirts und die eigenen Ideen werden in jedem Projekt zusammengebracht und im Stall verwirklicht. Ein Projekt von Anfang an bis zum Einmelken beziehungsweise zur Inbetriebnahme zu leiten, ist für mich etwas ganz Besonderes.

Ich genieße es, jeden Tag zu den Landwirten rauszufahren und dort in Ställen zu arbeiten. Hierbei freue ich mich, wenn der Roboter läuft, die Kunden glücklich sind und ich ein positives Feedback erhalte.

Simon geht mit seinem Werkstattwagen auf Servicetour.

Simon geht mit seinem Werkstattwagen auf Servicetour.

Wie läuft üblicherweise ein ganz normaler Arbeitstag bei Dir ab?

Der grobe Plan für den Tag steht. Die Termine und Touren werden von unserem Koordinator Marc Rußmann geplant und organisiert. Es heißt aber immer, auch spontan für Notfälle zu bleiben.

Abends vor Feierabend werden die entsprechenden Ersatzteile bestellt. Die dringend benötigten Ersatzteile werden per Nachtexpress geordert und stehen mir somit am nächsten Morgen zur Verfügung.

Welche waren denn Deine spannendsten Neuanlagen?

Jede Anlage ist anders und individuell, und deshalb ist jede Anlage spannend und interessant.

Zu meinen schönsten Erinnerungen zählen jeweils meine ersten Melkroboter, Spaltenschieberoboter, Futteranschieberoboter oder die erste Kuhbürste mit dem Landwirt und dem Team geplant zu haben, für den Einbau selbst verantwortlich gewesen zu sein und die Anlage erfolgreich in Betrieb genommen zu haben.

Eine ganz besondere Melkstandmontage im österreichischen Hinterland fand auf über 1.000 Metern Höhe statt. Bei der Anfahrt ging es steil nach oben zu einem Bergbauernhof. An den dreistöckigen Kuhstall kann ich mich noch gut erinnern. Im Erdgeschoss wurde eine Sennerei eingerichtet und im zweiten Stock sollte später das Heu und Stroh gelagert werden. Der Kuhstall war im ersten Stock geplant.
Mein Kollege und ich installierten zum Melken der Kühe einen Vierer-AutoTandem-Melk-
stand in U-Form.

Ebenfalls hoch oben auf einer Alm mit etwa sechs Kühen in Vorarlberg führe ich an der Rohrmelkanlage in regelmäßigen Abständen einen Kundendienst durch. Nach getaner Arbeit kann ich noch das spektakuläre Bergpanorama genießen.

So läuft es in der Praxis

Gemeinsam mit Simon, einem der vier Techniker für die Innenwirtschaft, für einen Tag im Einsatz

Mitte August begleiteten wir Simon einen Tag bei seinen abwechslungsreichen Tätigkeiten. Bei ausführlichen Gesprächen erzählte er uns, welche Beweggründe er für seine Berufswahl hatte.

Simon ist in Oberschwaben ganz in der Nähe von Ravensburg auf einem landwirtschaftlichen Betrieb aufgewachsen. Die Faszination für die Technik hat ihn bereits seit seiner Kindheit begleitet. Deshalb war die Ausbildung zum Land- und Baumaschinenmechatroniker für ihn genau das Richtige.

Nach dem Abitur begann Simon die duale Ausbildung zum Land- und Baumaschinenmechatroniker im Ausbildungsbetrieb Knoblauch-Wohlgschaft in Wangen im Allgäu. Begleitend besucht er die Max-Eyth-Schule in Kirchheim unter Teck. Bereits während der Ausbildung war Simon öfter beim Einbau von neuen Melkständen oder Melkrobotern mit dabei.

Nach erfolgreich absolvierter Gesellenprüfung im Februar 2018 wurde Simon von der Firma Knoblauch-Wohlgschaft übernommen und arbeitet seitdem im Serviceteam Innenwirtschaft.

In den vergangenen drei Jahren absolvierte der junge Geselle zahlreiche Schulungen beim Melktechnikhersteller DeLaval und ist heute der Melkroboterspezialist im Team. Zu den überwiegenden Tätigkeiten gehören Fehleranalyse und Reparaturen an Melkrobotern. Im täglichen Einsatz kümmert sich Simon jedoch auch um sämtliche weitere Aufträge.

Unsere gemeinsamen Einsätze

Für die Fehleranalyse benötigt Simon vor allem einen kleinen Schlitz- und Kreuzschlitzschraubenzieher und seinen Kopf. Bei der Fehleranalyse ist es wichtig, die jeweilige Ursache zu finden und somit den Fehler beheben zu können.

Vor der Abfahrt gegen acht Uhr stellen wir zusammen die nötigen Verschleiß- und Ersatzteile im Lager zusammen und verstauen diese in Simons Servicefahrzeug.

Am Ende jedes Einsatzes wird gleich auf dem Laptop der Rapportzettel geschrieben, welcher, sobald Internet verfügbar ist, im Büro in Wangen im Allgäu automatisch aus dem Drucker kommt.

Während des gemeinsamen Servicetages war deutlich zu spüren, dass Simon viel Freude an seinem Beruf mit vorwiegend technischen Anforderungen, jedoch auch dem direkten Kontakt zum Landwirt und seinen Kühen hat.


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