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Kramp :

Echte Fachinformationen und Feierstimmung in Strullendorf

Über 6000 Besucher aus dem Landmaschinenhandel besuchten die Kramp Open Hausmesse

Kramp: Echte Fachinformationen und Feierstimmung in Strullendorf

Ein Blick aus dem knapp 15 Meter hohen Stapler in das Hochregallager.

„Atemlos durch die Nacht“ – über 2000 Besucher der Kramp Open ließen am vorletzten Samstag die Hausmesse „Kramp Open“ im Festzelt mit kräftigem Gesang am Abend ausklingen. Und die Gruppe Klangkarat heizte mit bekannten Hits die Stimmung an und trieb die Besucher auf die Biertische. Diese ausgelassene Oktoberfeststimmung bildete jeweils abends den Ausklang einer großen Hausmesse in der deutschen Kramp-Zentrale in Strullendorf bei Bamberg.

Über 6000 Händler und ihre Mitarbeiter nutzten vom 7. bis 9. November die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen der roten Mehrwegkisten mit dem weißen Kramp-Schriftzug zu werfen, die mehrmals pro Woche in ihrer Werkstatt eintreffen. In geführten Rundgängen informierten Kramp Mitarbeiter an Info-Points im 30.000 m2 großen Lager in den verschiedenen Bereichen von Kleinteilen bis zum Hochregallager die vorher angemeldeten Besucher.

Logistikdirektor Siegfried Gößwein erläutert die Überwachung der Picks pro Station.

Logistikdirektor Siegfried Gößwein erläutert die Überwachung der Picks pro Station.

Logistikdirektor Siegfried Gößwein stoppt bei unserem Presserundgang vor einem großen Bildschirm voll mit unterschiedlich langen Balken voller bunter Kästchen. „Hier kann ich in Echtzeit an jeder Station die Picks kontrollieren“, erläutert er diese an einen Rangierbahnhof erinnernde Grafik. „Wenn ich hier in der Saison einen Stau produziere, bricht der mir das Genick“, macht Gößwein schmunzelnd auf die Herausforderung eines reibungslosen Ablaufs aufmerksam. Täglich sind 170.000 Artikel in dynamischer Lagerhaltung verfügbar. Auf 1,7 km langen Rollenbändern bewegen sich im Kramp Lager Strullendorf die roten Mehrwegkisten zu den Lagerstätten für die Kleinteile. Bis zu 60.000 Kisten, die bei den Händlern unterwegs sind mitgezählt, schicken Gößwein und sein Team in den gesamten Logistikumlauf. Neben den Kisten gibt es Lager für sperrige Teile, die soweit möglich Stapler auf Paletten zum Versand transportieren. In der Saison verlassen pro Tag 17.000 Pakete in rund 30 Lkw das Lager in Strullendorf mit Adressen in ganz Europa. Besonders hektisch geht es in den Abendstunden am so genannten Packkarussel zu. Bestellungen nach Österreich, die bis 18 Uhr eintreffen, verlassen bereits um 18.30 Uhr via Lkw den Hof in Strullendorf.

Von der Zündkerze bis zur Lenkachse

Nach Muster oder Zeichnung fertigt Schmidts Team die Bauteile.

Nach Muster oder Zeichnung fertigt Schmidts Team die Bauteile.

190 eigene, in der Hochsaison von bis 150 externen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützt, sorgen für 20.000 bis 25.000 Picks pro Tag. Dabei leitet sie ein Handheld Terminal zu den entsprechenden Regalplätzen. Bei der Vielzahl an Artikeln und Aufträgen staunt man über eine geringe Fehlerquote von 0,1 Prozent. „Unsere Zustellquote zum Händler pendelt zwischen 98,5 und 99 Prozent“, erläutert Gößwein. Wenn etwas passiere, dann meist auf der Strecke zum Kunden, bedingt durch Stau oder widrige Wetterlagen erläutert der Logistikexperte, der vor seinem Wechsel zu Kramp die Logistik beim Versandhaus Quelle verantwortete. Im hinteren Ende des Lagers besuchen wir jetzt Jörg Schmidt vom Kramp Werkstattservice. Ein von Schmidts Team aus Messing und Aluminium auf den CNC-Maschinen selbst gefertigtes Schachspiel stieß auf großes Besucherinteresse. „Eigentlich wollten wir damit nur unsere technischen Möglichkeiten demonstrieren. Mittlerweile haben wir bereits mehrer Kauf-anfragen für den Figurensatz vorliegen“, so Schmidt schmunzelnd.

Über 60.000 rote Mehrwegkisten hat Kramp im Umlauf.

Über 60.000 rote Mehrwegkisten hat Kramp im Umlauf.

Vollständige Zerspanungsarbeiten nach Zeichnung erledigen die Kramp Experten bis zu einem Durchmesser von 700 mm und einer Länge von 2,5 m. Die Werkstätten sind hierfür mit modernen CNC-Dreh- und Fräsmaschinen ausgestattet. Für kleine und mittelgroße Serien können beispielsweise Wellen, Gewinde und komplette Kolbenstangen bearbeitet werden. Ketten- und Modulräder erhalten ihre individuelle Bohrung und Nut. Und Hydraulikschläuche werden auf Kundenwunsch bereits mit den richtigen Armaturen gefertigt. Auch komplette Pumpensysteme und Getriebe werden vom Werkstatt-Team vormontiert: Der Kunde spart so in der Folge wertvolle Produktionszeit ein.

Zeit sparen hilft auch der jüngste Service im Kramp Programm: Kramp holt defekte Diesel-Einspritzsysteme direkt beim Kunden ab und lässt sie von erfahrenen Technikern detailliert prüfen. Innerhalb von 24 Stunden erhält der Kunde ein ausführliches Angebot zur Instandsetzung. Die Werkstatt-Experten stellen sicher, dass auf der Basis einer effizienten Fehlersuche mit modernsten Prüfgeräten nur wirklich defekte Komponenten repariert oder ausgetauscht werden. Sollte die Reparatur des Einspritzsystems sich nicht lohnen, dann tauscht das Serviceteam das Aggregat auf Wunsch gegen ein neues bzw. aufbereitetes aus. Auf das reparierte und komplett montierte Dieseleinspritzsystem gibt Kramp ein Jahr Garantie.

Mit dem iPad bestellen

Nach der Werkstatt folgt als nächste Station: Der Kramp Demonstrationshop. Hier können sich die Besucher über verschiedene Regal- und Shopsysteme sowie Material zur Verkaufsförderung ein Bild machen. Viele Gäste probierten auch das jüngste Bestellsystem „scan to mobile“ selbst aus. Mit dem kleinen Handscanner erfasst man den Barcode des entsprechenden Artikels, der zeitgleich dann auf dem I-Pad erscheint und dort sofort per Knopfdruck bei Kramp zu bestellen ist.

Parallel zur Tour begleiteten im Academy Zentrum noch über 30 Fachvorträge zu Themen wie Kupplungsverschleiß und Anhängetechnik die Veranstaltung. Nach dem ausführlichen Rundgang durch Lager, Werkstatt und Shop erwarteten die Besucher über 120 Messestände. Hier standen die Kramp Lieferanten von A wie Agria bis Z wie Zeller + Gmelin den Fachbesuchern Rede und Antwort. „Für uns haben sich die drei Tage sehr gelohnt. Keine Jäger und Sammler, sehr viele interessierte Fachfragen rund um den Einsatz unserer Produkte – aber auch Kritik“, so das Fazit eines Ausstellers gegenüber dem eilboten.

Das Spektrum der Aussteller in den vier mal drei Meter großen Systemmesseständen reichte von Dienstleistern aus der EDV über Werkzeuglieferanten über alle Warengruppen bis zu Ölmotoren und Achsen. Der eilbote war ebenfalls mit einem Stand vertreten. Er richtete sich mit der gemeinsam mit Kramp ausgerichteten Tagung „Frauen. Wissen. Landtechnik“ am 21. und 22. Januar 2015 in Fulda gezielt an die Besucherinnen dieser Kramp Open.

Die Tour endete im Festzelt

Blick in das Hausmessezelt: Der Samstag war der besucherstärkste Tag.

Blick in das Hausmessezelt: Der Samstag war der besucherstärkste Tag.

Das Festzelt, mit dem dieser Beitrag begann, bildete dann den Schlusspunkt der Kramp Open-Tour. Tagsüber gab es im Zelt zwei von Kramp-Auszubildenden organisierte Modenschauen. Hier zeigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aktuelle Kollektionen für Berufs- und Arbeitschutzkleidung. Am Freitag- und Samstagabend startete die Party, die manchen Besucher nahezu „atemlos“ feiern ließ. „Atemlos“ – etwas erschöpft, aber glücklich waren auch Ute Katemann und Josef Spöhler vom Kramp Open Organisationsteam nach dem offiziellen Schluss der Veranstaltung am Sonntagnachmittag. Gemeinsam mit allen ihren Kollegen sorgten sie für eine topp organisierte Veranstaltung, die Ausstellern und Besuchern beides – Spaß und Informationen – bot.

Kramp Gruppe – „2015 moderates Wachstum von acht Prozent“

1951 im niederländischen Varsseveld gegründet, ist Kramp heute in 22 europäischen Ländern tätig. Die heute tätige Kramp Gruppe existiert offiziell seit dem 8. November 2013 – dem Tag der Fusion von Grene und Kramp. In 22 europäischen Ländern sind rund 2.600 Mitarbeiter in insgesamt neun Vertriebszentren und 20 Vertriebsbüros im Einsatz. Zusammen bieten Kramp und Grene ein Sortiment von mehr als 700.000 verschiedenen Ersatz- und Verschleißteilen sowie Zubehör für die Sektoren Landwirtschaft, Forst und Garten sowie Baumaschinen an. Als Bestellplattforum nutzen Kunden zu über 90 Prozent den Webshop von Kramp bzw. von Grene. In die meisten europäischen Länder liefern die Unternehmen standardmäßig über Nacht.

Mario Babic (links) und Christoph Serini auf dem eilbote-Messestand.

Mario Babic (links) und Christoph Serini auf dem eilbote-Messestand.

Kramp Verkaufsleiter Christoph Serini prognostiziert für Deutschland im Jahr 2014 einen Umsatz in Höhe von 160 Mio. Euro. Weitere 30 Mio. erwartet er für Österreich und die Schweiz. Mario Babic, Geschäftsfüher der Kramp GmbH, schätzt den Gesamtumsatz der Kramp Gruppe im Jahr 2014 auf 675 Mio. Euro. Für 2015 rechnet er mit „einem moderaten Umsatzwachstum von acht Prozent“. Ziel sei es, nahezu jedes Teil aus dem 700.000 Artikel umfassenden Programm für jeden Händler in jedem Land, in dem Kramp und Grene präsent sind, sofort zu liefern. Auch für strategisch sinnvolle Akquisitionen sei man offen: „Die Kriegskasse ist voll“, so Babic. In Frankreich plane man aktuell aber keine Engagements, da man mit der eigenen Kramp Niederlassung dort bereits auf einem guten Weg sei.


Herstellerdaten Kramp
Website: www.kramp.com

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