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Magazin Landtechnik

SIMA :

Innovation Awards 2021 verliehen

Traditioneller Innovationswettbewerb fällt trotz Corona nicht aus – Jury zeichnet 15 innovative Produkte aus – Anwenderschutz und -sicherheit im Fokus – Preisvergabe in virtueller Show

Noch bis November 2022 muss sich die Branche gedulden. Erst dann wird die SIMA wieder ihre Pforten öffnen und zeitgleich ihr 100-jähriges Jubiläum feiern. Bereits zweimal musste die große Fachmesse in Paris aufgrund der Corona-Pandemie bisher verschoben werden.

Der traditionelle SIMA Innovationswettbewerb fiel jedoch nicht dem Virus zum Opfer. Nach eigenen Angaben wollten die Organisatoren damit dem Wunsch der Landmaschinenhersteller entsprechen, ihre Innovationen präsentieren zu können.

In einer virtuellen Zeremonie wurden kürzlich die SIMA Innovation Awards 2021 vergeben. Zwölf Unternehmen konnten die begehrten Auszeichnungen in Gold, Silber und Bronze in den vier Produktkategorien „Boden und Pflanzen“, „Von der Ernte bis zur Lagerung“, „Tierhaltung und erneuerbare Energien“ sowie „Teile, Dienstleistungen und Bordelektronik“ entgegennehmen. Darüber hinaus wurden erstmals drei Sonderpreise vergeben.

40 Nominierungen

Zuvor hatten 75 Unternehmen insgesamt 110 Innovationen zum Wettbewerb eingereicht. 40 davon wurden von einer Expertenjury in die engere Auswahl genommen und nominiert, wovon 15 mit einer Auszeichnung bedacht wurden. Dabei wurden vor allem Entwicklungen in Bezug auf Komfort, Sicherheit, Automatisierung und Fahrunterstützung prämiert. Der eilbote stellt seinen Lesern einige der preisgekürten Innovationen vor:

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Die Guten ins Kröpfchen

„Crop Vision“ ist ein optisches Sortiergerät für ungewaschene Kartoffeln. Seine patentierte Kombination aus Industriekameras und einem Rechenmodell auf Basis künstlicher Intelligenz ermöglicht es, die Oberfläche der Knollen um 360 Grad zu analysieren, um sie nach verschiedenen Qualitäten oder Größen zu klassifizieren. Einzeln angesteuerte Auswurffinger trennen Beimengungen oder bestimmte Kartoffelgrößen bei einer Durchsatzleistung von bis zu hundert Tonnen pro Stunde aus dem Gutstrom.

Downs, F-Sainte Marie Cappel

Nicht mehr als nötig

Das Nachrüstsystem „Smart Apply Intelligent Spray Control System“ für Sprühgeräte in Raumkulturen erfasst mit Hilfe von LiDAR-Sensoren den aktuellen Bewuchs oder die Blattmasse von Pflanzen oder Bäumen und steuert die einzelnen Düsen entsprechend an.

Smart Guided System, USA-Indianapolis

Roboter füttert die Kühe autonom

Einen Gold-Award gibt es auch für den „Aura“, einen Fütterungsroboter für rinderhaltende Betriebe. Er entnimmt das Futter mittels einer Fräse autonom aus dem Fahrsilo, kann Rationen abwiegen und mischen sowie diese zu den gewünschten Stellen transportieren und dort austragen. Die Navigation erfolgt im Freien mit RTK- und in Gebäuden per LiDAR-System.

Kuhn, F-Saverne

Exakte Verteilung

Die Streutechnologie „Speed Control“ soll eine besonders exakte Querverteilung des Düngers bei unterschiedlichen Fahrgeschwindigkeiten ermöglichen.

Sulky-Burel, F-Châteaubourg

Kornqualität in Echtzeit analysieren

„NutriSense“ ist ein NIR-Sensor für den Mähdrescher, der eine umfassende Erntegutanalyse direkt auf dem Feld ermöglicht. Er erfasst Parameter wie Feuchtigkeit, Protein, Fett, Stärke, NDF und ADF. Die Daten können mit Hilfe des DGPS-Signals des Mähdreschers aufgezeichnet und zur Erstellung von feldspezifischen Auswertungen verwendet werden.

New Holland, Heilbronn

Die Bodenstruktur im Griff

Der „Cenius-TX Zone Finder“ ermöglicht eine Bodenkartierung in Echtzeit während der Bodenbearbeitung. Dazu werden Traktordaten wie Kraftstoffverbrauch, Schlupf und Motorlast mit denen des Cenius-TX Stoppelgrubbers verknüpft, darunter Arbeitstiefe und Neigung.

So entstehen während der Bodenbearbeitung Karten, auf denen kleinräumige Unterschiede der Bodenstruktur zu erkennen sind und die als Basis für die Entscheidung ackerbaulicher Maßnahmen genutzt werden können. 

Amazonen-Werke, Hasbergen-Gaste

Teure Leerfahrten vermeiden

Interessant für Biogasanlagen dürfte die 2-in-1-Transportlösung mit der Bezeichnung „Fusion“ sein. Das vielseitig einsetzbare Fahrzeug erlaubt nicht nur den Transport von festen Materialien, sondern ist auch für den Transport von Flüssigkeiten ausgelegt. Laut Hersteller fasst es bis zu 56 Kubikmeter Silage und bis zu 21 Kubikmeter Flüssigkeit.

Deguillaume, F-Eymoutiers

Körnerverluste verhindern

Einen Award in Bronze erhält New Holland für seine Mähdrescher-Reinigungseinheit mit sensorgesteuerter Druckluft. Das innovative System misst die Druckdifferenz am Obersieb, die präzise Rückschlüsse auf die Siebbelastung zulässt. Anhand dieser Daten sollen die Siebleistung maximiert und zugleich Körnerverluste verhindert werden. Sollten dennoch Verluste auftreten, kann das System zügig die Ursache ermitteln und korrigierend eingreifen.

New Holland, Heilbronn

Roboter sät und pflegt autonom

Der Farmdroid FD20 ist ein GPS-gesteuerter Roboter, der säen und jäten kann. Die mechanische Unkrautbekämpfung erfolgt dabei vollautomatisch sowohl zwischen den Pflanzreihen als auch in den Reihen zwischen den Pflanzen. Die notwendige Energie bezieht er aus einem Akku, der von vier Solarmodulen gespeist wird.

Farmdroid ApS, DK-Vejen

Sonderpreise für besondere Innovationen

Fremdbewuchs mechanisch regulieren

Der traktorgezogene Beikrautsammler „Top Cut Collect“ besteht aus zwei Auslegern mit einem Doppelmesser-Schneidsystem, an das ein Querförderband anschließt. Ungräser und -kräuter, die höher als der Bestand wachsen, werden von einem horizontalen Messer exakt über der Bestandsoberkante abgeschnitten. Das Zusammenführen, Sammeln und Abführen der Unkrautsamen soll die Feldhygiene verbessern.

Zürn, Schöntal-Westernhausen

Schont den Rücken

Die Vorrichtung „Easynet“ für Rundballenpressen soll einen sicheren und körperschonenden Wechsel der Netzrollen ermöglichen.

Dank der ausklappbaren Netzrutsche, die auch als Schlitten dient, kann die neue Netzrolle einfach eingelegt und muss nicht von Hand in die obere Position gehoben werden.

Krone, Spelle


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