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SIMA 2019 :

Bei Bereifung Fortschritt durch Synergien

Der nachhaltigen Bodenschonung einen deutlichen Schritt näher – Druckluftregelanlagen und Laufwerke sind große Themen – Der eilbote informierte sich auf der SIMA in Paris bei den Reifenherstellern

SIMA 2019: Bei Bereifung Fortschritt durch Synergien

Mitas präsentierte auf der SIMA den Agriterra 02, HCM 2000 und HC 2000.

Auch die SIMA im Februar stand wieder unter dem Leitmotiv, die Landwirtschaft bei steigender Effizienz umweltfreundlicher zu gestalten. Eine Schlüsselrolle hat dabei die Bodenschonung. Fast alle dafür wesentlichen grundlegenden Innovationen waren schon auf der SIMA 2017 vorgestellt worden. Die SIMA 2019 zeigte die zwischenzeitig daraus entstandenen Serienprodukte sowie Weiterentwicklungen und ein paar prinzipielle Neuigkeiten sowohl bei Maschinen als auch bei Reifen, Druckluft-Regelanlagen (DRA), Laufwerken sowie Anwendungsprogrammen/Apps.

Jede einzelne dieser Komponenten liefert einen wichtigen Beitrag zum Fortschritt, aber nur mit deren Kombination ist optimale Bodenschonung realisierbar. Lösungsansätze waren auf den Ständen der namhaften Maschinen- bzw. Reifenhersteller zu sehen. Neben Bodenschonung und Ertragssteigerung führen diese Lösungen normalerweise auch zu einer Senkung des Treibstoffverbrauchs und damit des CO2 -Ausstoßes von Traktoren. Ein zusätzliches Potential bieten hier neue Motortechnologien wie der New Holland Methan-Motor, der im Prinzip klimaneutral arbeitet.

Maschinen-Oberklasse mit maximaler Bodenschonung

Viele Hersteller präsentierten für die maximale Bodenschonung konsequente Lösungen an ihren Hightech-Maschinen. So zeigte Claas auf einem mit Pick-up ausgerüsteten Jaguar 960 sein mit einer Goldmedaille prämiertes TerraTrac-Laufwerk an der Vorderachse sowie die SFT-Bereifung 500/85 R30 IMP mit Druckregelanlage (DRA) an der Hinterachse.

Dieses TerraTrac-Laufwerk mit Vorgewendeschonung zeichnet sich dadurch aus, dass bei Kurvenfahrt die vordere Antriebsrolle angehoben wird. Damit wird die Boden-Kontaktlänge des Laufbandes verkürzt und der in Kurven für Laufwerke typische Scher-/Radier-Effekt im Boden reduziert. Der Bodendruck soll auch bei verringerter Bodenaufstandslänge noch immer auf einem niedrigeren Niveau als bei Reifen liegen. Durch die zusätzliche Anpassung des Luftdrucks der Hinterachsreifen an die jeweiligen Einsatzbedingungen durch die DRA ist so die bestmögliche Bodenschonung erreichbar. Das gleiche Prinzip wurde auch am Lexion 780 Mähdrescher präsentiert mit Laufwerk vorn (aber ohne Vorgewendeschonung) und SFT-Reifen 710/60 R30 IMP mit DRA an der Hinterachse. Der HangmähdrescherTucano 560 stand auf großvolumigen Reífen, um unter allen Einsatzbedingungen ein optimales Ergebnis zu erzielen.

Bei Fendt waren zwei Traktoren der 900er Serie mit alternativen, bodendruckreduzierenden Kraftübertragungen zu sehen. Zum einen war es ein 938 Vario MT, der mit dem serienmäßig gefederten Laufwerk ausgerüstet war, und zum anderen ein 936 Vario, der mit der Fendt DRA und optimaler Bereifung (TM 1000-Reifen IF 900/65 R46 an der HA und IF710/60 R 38 an der VA) ausgestattet war. Für die Berechnung des jeweils aktuell besten Reifendrucks können dabei außer den momentanen Einsatzbedingungen auch Daten aus SmartFarming/Big Data mit herangezogen werden.

An einem Fendt 828 Vario, der als Gespann mit Ladewagen präsentiert wurde, wurde die komplett automatische Luftanpassung durch seine DRA bei Belastungsänderung z.B. durch die Ladewagenlast herausgestellt. An dem Traktor waren EVOBIB- Reifen VF 710/70 R42 hinten und VF 600/70 R30 vorn montiert.

New Holland präsentierte alle seine Traktoren der T7-Reihe mit AutoCommand. Einer dieser T7 war zusätzlich mit der Michelin AgroPressure-DRA ausgerüstet und stand auf EVOBIB VF 710/70 R42 hinten und VF 600/70 R30 vorn.

Die anderen großen Maschinen bei Claas, Fendt und NH waren mit Reifen ausgerüstet, die einen niedrigen Druck auf dem Acker/Grünland ermöglichen, wie z.B. IF- oder VF- Reifen oder solche mit besonders großem Volumen. Dies war auch bei den anderen Erstausrüstern der Fall.

Bei Case IH konnte man ebenfalls Varianten zur Ausrüstung mit Laufwerk und Reifen sehen: von rundum mit Laufwerk ausgerüstet, wie der Knicklenker, über gemischt mit Laufwerk hinten und Reifen vorn, wie am Magnum 380, bis zum „Normalfall“ der Rundum-Bereifung beim Maxxum 145. Der neue Axial Flow-Mähdrescher stand auf Reifen der neuen Michelin-Linie CEREXBIB2 , vorn VF 900/60 R 38CFO+ und hinten VF 620/70 R 26 CFO+, die außer der Auflastung bei 15 km/h auch eine weitere bei 10 km/h für den zyklischen Einsatz zulassen. Auf dem John Deere-Stand waren die Standard-Einsatzfälle für Laufwerke zu sehen: beim großen Mähdrescher S780 auf der Vorderachse Laufwerk und Reifen an der Hinterachse, Rundum-Laufwerk beim Knicklenker 9520 RX bzw. Rundum-Reifen beim 8400 R mit TM 1000 IF710/75 R 42 hinten und IF 650/60 R 34 vorn.

DRA wurden auch an Spezialmaschinen eingesetzt, wie z.B. beim Trac Geräteträger von Vredo, der eine Allradlenkung besitzt. Bemerkenswert war auch die Allradlenkung an den Lindner Traktoren. Der Trend zu höheren Geschwindigkeiten zeigte sich auch bei SDF an Deutz-Fahr- und Lamborghini-Traktoren mit50 km/h. Eine auffallende Lösung stellte der Umladewagen von Gourdon dar, der auf einem Laufwerk stand. Auf der SIMA war praktisch das ganze Spektrum an Reifen-Marken mit eigenen Ständen vertreten, von renommierten Top-Marken über die Etablierten bis zu Newcomern aus Billiglohn-Ländern.

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Längere Garantiezeiten

Dabei waren erstaunliche Trends festzustellen. Es ist Bewegung in den Markt gekommen. Einige Firmen statten bestimmte Produkte mit Garantiezeiten von bis zu zehn Jahren aus. Auch die Vokablen Kundenfreundlichkeit und Kundenorientierung waren öfter zu hören.

Kundenwünsche zu erfüllen führt manchmal aber auch zu einer zunehmenden Komplexität der Normreihen, wenn weitere Reifen-Varianten erforderlich sind. Insbesondere bei VF-Reifen weichen grundlegende ursprüngliche Prinzipien auf, um höhere Tragfähigkeiten anbieten zu können. Das Image der Reifen-Marken manifestierte sich neben der Standgröße auch in der Präsenz und Wahrnehmbarkeit der Marken auf imageträchtigen Maschinen.

Premiummarken setzen sich ab

Unverändert führen dabei Michelin und Trelleborg die Rangliste an und sehen sich dabei gleichzeitig als die größten Premiummarken. Sie betonten ihre Position auch dadurch, dass sie serienreife, nachrüstbare Reifenluftdruck-Management-Systeme vorstellten, die Bodenschonung und Betriebskostenreduzierung verbinden können.

Michelin

Das beherrschende Thema auf dem Michelin-Stand war das neue System Agropressure für Bodenschonung durch Reifendrucküberwachung und -regelung.

Anhand einer großen transparenten Traktorsilhouette wurden die Komponenten und Funktionsweisen des Michelin Agropressure-Systems dargestellt und erklärt. Das Display in der Traktorkabine zur Kontrolle und Steuerung des Luftdrucks ist mit dem im Traktor installierten Computer verbunden, der die Steuer- und Messsignale verarbeitet und mit der Drucksteuereinheit (Luftdruckkompressor und Ventilsteuerung) verbunden ist. Diese Prinzipdarstellung entspricht dem auf dem New Holland-Stand mit der Michelin Druckregelanlage gezeigten T7 Traktor. Die Druckreglung des Vorderachsreifens erfolgt über eine außenliegende, über das Rad hinweg verlegte Leitung, die zur Radnabe führt und dort über eine Rotationsdichtung und einem radfesten Schlauch mit dem Reifenventil verbunden ist. Kompressor und Ventilsteuereinheit liegen am Chassis im Bereich der Vorderachse.

An der Hinterachse ist die Druckregelanlage (DRA) von außen nicht zu sehen. Kompressor und die Ventil-Steuereinheit liegen auf dem Achskörper und sind durch das Rad verdeckt. Die Druckleitung ist auf dem Achskörper verlegt und führt über eine Rotationsdichtung, die zwischen Rad und Achskörper liegt, zu einem radfesten Schlauch, der mit einem auf der Radinnenseite liegenden Reifenventil verbunden ist. Diese von der Michelin-Tochter PTG entwickelte DRA ist von ersten Traktorenherstellern zur Nachrüstung akzeptiert worden.

Aufgrund der hohen Kompressorleistung (1.000 ltr/min auf 2,0 bar) sieht Michelin/PTG keinen Bedarf für einen separaten Druckbehälter, wie z.B. von der Firma Sodijantes mit ihrem auf der SIMA prämierten Tank Air Wheel angeboten, einem unter dem Felgenring platzierten torsoähnlichen Speicher.

Passend zur DRA war auf dem Stand der EVOBIB in VF710/70 R42 179 D ausgestellt, der aufgrund seiner speziellen Auslegung druckabhängig einsatzspezifische Bodenkontaktflächen für Acker bzw. Straße ausbildet. Die EVOBIB-Reihe ist derzeit in vier Dimensionen erhältlich.

Eine weitere Neuheit war der FLOATXBIB IF 1000/55 R 32 CFO 191D/188E, ein Flotationreifen, der für selbstfahrende schwere Fahrzeuge mit wechselbaren Aufbauten wie Gülletank o.ä. entwickelt wurde und bis 70 km/h zugelassen ist. Ferner war der neue Mähdrescherreifen CEREXBIB 2 in den Ausführungen VF 900/60 R 38 CFO+ vorn und VF 600/70 R 26 CFO+ hinten an Messemaschinen zu sehen. Für diesen VF-CFO+ Reifen ist bei zyklischem Einsatz und 10 km/h eine weitere Auflastung zulässig.

Auf bei Erstausrüstern ausgestellten Top-Maschinen war eine große Bandbreite der Michelin-Palette montiert.

Trelleborg

Trelleborg präsentierte auf seinem sehr großen Stand beide TWS-Marken: Trelleborg und Mitas. Bei Trelleborg standen das Luftdruckmonitoring–Sytem TLC PLUS, der neue TM 1000 Progressive Traction , der PNEU TRAC und die Druckregelanlage VIP im Fokus.

Das TLC PLUS-System für Traktoren basiert auf der seit sieben Jahren im Markt befindlichen TLC-APP zur Berechnung des einsatzabhängigen optimalen Luftdrucks. Es wird ergänzt durch Druckmess-Sensoren, die den aktuellen Druck-Istwert drahtlos an den im Traktor befindlichen Empfänger des TLC-Displays übertragen. Auf diesem werden der Ist-Wert und die Abweichung zum Sollwert angezeigt. Außerdem können die Werte an eine zentrale Stelle weitergeleitet werden, die dann mehrere Traktoren im Blick hat und entsprechend Maßnahmen zur Optimierung der Einsätze oder Wartung der Traktoren ergreifen kann.

Gemeinsam mit dem bekannten VIP , eine autarke, radfeste DRA, die aufgrund der jeweils aktuellen Last- bzw. Temperaturwerte den Luftdruck für dieses Rad anpasst, wird ein umfassendes Druckmanagement angeboten. Das VIP wurde als Demonstrations-Schnittmodell mit einem IF 800/0 R32 TM3000 gezeigt.

Mit dem TM 1000 Progressive Traction hat Trelleborg eine neue Reifenreihe für hochmotorisierte Traktoren entwickelt. Als erste Größe wurde der VF 800/70 R38 präsentiert. Er ist das neue Flaggschiff und besitzt die Stufenstollen-Technologie Progressive Traction. Die TM 1000 High Power-Reihe soll in den nächsten Monaten durch die Progressive Traction-Linie abgelöst werden.

Der PNEU TRAC, ein Reifen, der eine Mittelstellung zwischen Reifen und Laufband einnimmt, war in der Größe VF 480/65 R 28 ausgestellt. Diese Reifenart ist wegen ihrer Traktions- und Hangfähigkeits-Eigenschaften für den Einsatz im Weinberg und in Obstplantagen besonders geeignet.

Daneben waren noch eine neue VF-Version des TM 600 – der VF 520/85 R46 – sowie ein TH500 in 460/70 R 24 IND für Teleskoplader ausgestellt.

Mittelfeld mit neuen Ideen ATG (Alliance)

Alliance präsentierte mehrere neue Reifenreihen, die einen abgesenkten Luftdruck von 30 bis 40 % gegenüber herkömmlichen Produkten ermöglichen. ATG setzt dabei in großem Umfang auf Stahlcordgürtel. Im Mittelpunkt standen drei Produkte der Agriflex+ Version mit einer Garantie von zehn Jahren:

■ der VF 710/75 R 42 181 D CFO A 372 , ein Stahlgürtel-Reifen für schwere Einsätze der aufgrund der CFO Stempelung bei zyklischen Erntearbeiten <15 km/h mit reduziertem Luftdruck eingesetzt werden kann.

■ der VF 800/60 R32 188 D IMP 389, ein Flotation-Stahlgürtel-Reifen, der wegen seiner VF-Stempelung eine Luftdruckreduzierung von 30 % gegenüber Standardreifen ermöglicht, laut ATG das weltweit erste Produkt mit dieser Möglichkeit.

■ ein VF-Reifen für selbstfahrende Sprayer mit D-Geschwindigkeitsindex (=65 km/h) VF 380/90 R 46 173 D 354.

Daneben wurden zwei neue Linien vorgestellt:

■ Die Linie 585 für Teleskoplader wurde in der Dimension 460/70 R 24 gezeigt. Sie ist für harten Untergrund ausgelegt und mit Stahlcordgürtel ausgerüstet. Die Produktreihe ist in sechs Dimensionen verfügbar.

■ die Winterreifen-Allround-Linie 551 wurde anhand des 440/80 R 34 mit Speedindex D präsentiert. Diese Stahlcordgürtel-Reifen werden momentan in 8 Größen angeboten. Vier weitere Dimensionen sollen in diesem Jahr folgen.

Außerdem gab es als Diagonalreifen-Neuheit den Niederdruck-Forstreifen 710/45 – 26.5 ELIT.

BKT

BKT will weiter wachsen, besonders in den USA. Der Hersteller will dort seine erste Fertigung außerhalb Indiens aufbauen. Die Jahreskapazität soll 20.000 t betragen. Ziel ist ein globaler Marktanteil von 10 % in 2025 bei Nicht-Straßen-Reifen (OTR =off the road) .

Auf dem Stand spielten traditionell wieder der Fußball mit Fußballstars und Fußballgeschenken eine große Rolle. Auch der stilisierte Plexiglas-Traktor war wieder ein Hingucker.

An ihm wurde die neue M+S-Reifen-Linie RIDEMAX 697M+S präsentiert. Diese Reifen sind besonders für den Wintereinsatz sowohl auf der Straße als auch auf dem Feld konzipiert. Sie wurden in den Größen 710/70 R42 180 D/185 A8 IND und 600/70 R30 166 D/171 A8 IND gezeigt. Die Linie umfasst derzeit sechs Dimensionen. Zielgruppe sind Lohnunternehmen.

Als weiteres Highlight präsentierte BKT seinen neuen IF 750/75 R 46 AGRIMAX FORCE, den größten BKT-Traktorreifen mit einem Durchmesser von 2,3 m.

Daneben war der Flotationreifen 630 Super in der Größe 650/55 R 26.5 mit einer neuen Gummimischung für schwere Einsätze zu sehen. Diese ermöglicht, dass der 630 Super gegenüber dem 630 eine erhöhte Tragfähigkeit besitzt. Für den Einsatz an Erdbewegungsmaschinen wurde der 20.5 R 25 EARTHMAX vorgestellt.

Mitas

Mitas stellte seine neuesten Produkte in den Mittelpunkt. Der HCM in der Ausführung VF 650/65 R42 IND 176 A8/171 B ist ein Treibrad-Ganzjahresreifen für Allround-Einsätze sowohl auf winterlichen Straßen als auch auf dem Grünland und dem Acker. Der Reifen ist mit einem Stahlcord-Gürtel ausgerüstet. Die Reihe wird aktuell um drei Dimensionen auf sechs erweitert.

Die HC 2000 Reihe für moderne schnelle Maschinen ist um den VF 450/80 R 46 175 D erweitert worden. Die SFT-Linie hat mit dem 1050/50 R32 178 A8/178 B für Traktoren und Mähdrescher ein weiteres Topprodukt erhalten, die zweite Last-/Geschwindigkeitsangabe gilt für den um 0,4 bar höheren Luftdruck.

Im Implement-Sektor ist das neue Spitzenprodukt der AGRITERRA 02 in der Größe 850/50 R 30.5 IMP 182 D, der bis zu 15.300 kg Tragfähigkeit bei 10 km/h hat.

Nokian

Nokian setzte den Schwerpunkt traditionsgemäß auf Reifen für schwere und raue Einsätze. Eine neue Reifenreihe ist der Tractor King, der in der Größe 710/75 R 42 ausgestellt war. Diese Linie besitzt neben einer robusten Karkasse mit Stahlcord-Gürtel und Aramid-Verstärkungslagen in der Seitenwand ein neues Profil mit charakteristischen Doppelstollen im Schulterbereich, das zusammen mit der schnittresistenten Laufflächen-Mischung besonders für Forst- und Erdbewegungseinsätze konzipiert ist. Die Maximalgeschwindigkeit ist 65 km/h. Die Linie bietet sieben Größen, von 540/65 R28 bis 710/7 R42, und wird in der zweiten Jahreshälfte 2019 um acht Dimensionen erweitert.

Ferner wurde die TRI Winterreifen-Reihe um Teleskopladergrößen erweitert. Daneben wurde mit dem der TRI 2 ein Reifen mit Blockprofil für Baustelleneinsatz präsentiert. Der Bagger-Reifen Excavator für Einsatz auf weichem Untergrund ergänzt das Programm.

Die bewährten Flotation-Reifen-Linien CT für schwere Erdbewegungsarbeiten und Country King-Trailerreifen für Transporte auf Straßen rundeten das Bild ab.

Vredestein

Bei Vredestein standen die VF-Traktionsreifen Traxion Optimall im Mittelpunkt. Anhand der Reifen dieser Linie, VF 900/60 R42 189 D NRO und VF 710/60 R 34 176 D NRO, wurden die systembedingten Vorteile der VF-Reifen gegenüber Standard-Reifen demonstriert: höhere Tragfähigkeit bei gleichem Innendruck, keine Geschwindigkeitsabhängigkeit der Tragfähigkeit sowie geringerer Bodendruck bei gleicher Last. Die Linie umfasst zehn Dimensionen zum Teil mit NRO-Stempelung und beginnt bei VF 600/70 R 30 168 D.

Die NRO-Stempelung gibt die zusätzlich zulässigen schmaleren Felgenmaulweiten gegenüber der VF-Norm an. Dieser Zusatz ist mittlerweile bei vielen VF-Dimensionen aller Hersteller zu finden.

Der zweite Schwerpunkt war die Ausstellung eines stilisierten Weinbergtraktor-Modells mit speziell für den französischen Markt entwickelten Reifen.

Daneben wurden Reifen der bekannten Reihen TRAXION für Traktoren und Mähdrescher sowie FLOTATION für Trailer ausgestellt.

Einige Hersteller fehlten

Die nicht mit einem eigenem Stand vertretenen traditionsreichen Marken Bridgestone/Firestone, Continental, Goodyear/Titan werfen die Frage nach dem Grund für ihre Abwesenheit auf. Darauf könnte die Agritechnica 2019 eine Antwort geben.

Interessante Newcomer

Im Markteintrittssegment war eine zunehmende Anzahl von in Europa neuen Herstellern aus der Türkei und dem asiatischen Raum mit eigenem Stand festzustellen. Hierzu zählen CEAT, GRI, Maxam, MRL, Petlas und Tianli. Außer Masse und günstigen Preisen kommen von dort aber auch Signale wie Kundenfreundlichkeit durch Garantieverlängerung und guter Service.

Der Newcomer CEAT präsentierte seine Europa- Strategie. Ziel ist eine Etablierung der Marke in zahlreichen Ländern der EU sowie in Russland und der Ukraine. Dafür ist ein funktionierendes Großhändlernetz aufgebaut worden. Momentan existiert eine lieferbare Palette von 126 Radialreifen (Traktion, Pflege und Flotation) nebst diversen Diagonalreifen. Die Reifen werden in Indien und Sri Lanka gefertigt. An einer Erweiterung des Radialreifen-Angebotes wird permanent gearbeitet. Das weltweit für Entwicklung zuständige Zentrum sitzt in Frankfurt. Der Vertrieb erfolgt in Deutschland über die Großhändler Grasdorf und Kock & Sohn. Auf seine Radialreifen gibt CEAT 7 Jahre Garantie, ein Argument, mit dem gepunktet werden kann.

Die vertretenen Marken im unteren Preissegment weisen mittlerweile alle ein Produktportfolio auf, das auch Agro-Radialreifen umfasst. Damit erhöht sich der Preisdruck von unten. Daneben ist Kreativität gefragt, um sich aus der Menge hervorzuheben. Die Firmen Petlas und Galileo zeichneten sich dadurch aus, dass sie auf ihren Ständen jeweils ein Produkt präsentierten, das wie ein eineiiger Zwilling des Trelleborg PneuTrac aussieht.

Die zunehmende Anzahl von Reifenherstellern aus der Türkei und dem asiatischen Bereich mit eigenen Ständen signalisiert deren Willen, sich nachhaltig im Markt zu etablieren.

Weitere Marken, meist aus dem untersten Preissegment, wurden nur durch Händler vertreten. Die Zukunft dieser Marken bleibt abzuwarten.

Laufwerke schneller und vielfältig

Bei den Laufwerken war ein Trend zu höheren Geschwindigkeiten und breiterem Einsatzspektrum festzustellen. Die Neuerungen betrafen meistens eine Ausweitung der Produktpalette, wie bei Camso. Dort reichte das Angebot von Laufwerken für schwere Maschinen über Trailer bis zu Schneemobilen. Camso betonte die bessere Anpassung ihrer Traktor-/Mähdrescher-Laufwerke an die Maschinen der unterschiedlichen Erstausrüster durch Einbau eines Getriebes, das auch den bisherigen Nachteil der 30% geringeren Höchstgeschwindigkeit eliminieren soll.

Nächste Station Agritechnica

Auf der Agritechnica 2019 wird man sehen, wie sich die Trends entwickelt haben. Alle Hersteller haben sich für 2019 viel vorgenommen. Die Prognosen für ein „ziemlich normales“ Jahr ohne gravierende Dellen wie Wetterkapriolen, Marktverwerfungen oder Preiseinbrüche am Agrarmarkt sind unsicher. Im November wird dann hoffentlich auf eine robuste Entwicklung des Marktes und des technischen Fortschritts geblickt werden können.


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