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Rostselmash :

Auf dem Sprung nach Westen

Das russische Traditionsunternehmen betreibt in Rostow am Don eines der größten Landmaschinenwerke der Welt. Hier werden Mähdrescher, Feldhäcksler, Versatile Traktoren und andere Landmaschinen gebaut.

Rostselmash: Auf dem Sprung nach Westen

Der Schüttlerdrescher Vektor ist mit Schneidwerken bis sechs Meter auszurüsten.

In Rostow baut Rostselmash auch Versatile Traktoren.

In Rostow baut Rostselmash auch Versatile Traktoren.

Der russische Hersteller Rostselmash reklamiert für sich den dritten Platz unter den Herstellern von Mähdreschern weltweit. Sein Anteil am weltweiten Mähdreschermarkt beträgt nach eigener Schätzung ca. 20 Prozent. 80 Prozent des Getreides in Russland werden mit Rostselmash-Maschinen geerntet.

Seit der Gründung im Jahr 1929 verließen mehr als 2,6 Millionen Maschinen das Werk in Rostow am Fluss Don. Die Stadt liegt rund 1.000 km südlich von Moskau am Delta, wo der Don in das Asovische Meer mündet.

Gut 70 Prozent der Maschinen mit dem Rostselmash-Logo werden auf den Märkten der ehemaligen Sowjetunion verkauft. Der Hersteller dringt jedoch seit kurzer Zeit in die mittel- und westeuropäischen Märkte vor.

In Polen erfolgt der Vertrieb seit dem 1. Januar 2018 über die Firma Korbanek. Ende September 2017 hatte der russische Landmaschinenhersteller seinen ersten eigenen Standort in Deutschland in Melle-Riemsloh eröffnet – auch als Vertretung für Westeuropa.

Zum Bestseller in der Geschichte der Firma wurde das Modell Niva mit mehr als 1,2 Millionen produzierter Maschinen. Das ist, wenn es um die Herstellung nur eines Modells geht, Guinness-Rekord.

In den neun Werken rund um die nördliche Erdhalbkugel arbeiten 11.500 Menschen. Eigner von Rostselmash – der Jahresumsatz erreicht eine Milliarde Euro, sind private Aktionäre.

 

 

Heute produziert Rostselmash Mähdrescher, selbstfahrende Feldhäcksler sowie nach Übernahme der kanadischen Buhler Industries große Versatile-Traktoren. Pro Jahr sind dies 700 Schlepper.

An Geräten baut man Futtererntemaschinen wie Mähwerke, Schwader und Pressen sowie Spritzen, Kommunalmaschinen und Anhänger. Insgesamt umfasst das Portfolio des russischen Herstellers 24 Produktgruppen mit mehr als 150 Modellen.

Zu Rostselmash gehören unter anderem durch die Buhler-Akquise Produktionsstätten und Entwicklungszentren in den USA und Kanada. In Morden, Kanada, baut man unter der Marke Farm King Bodenbearbeitungsgeräte und Getreideschnecken, in Wiinipeg Versatile-Traktoren von 190 bis 575 PS.

In Fargo, USA, stellt die Buhler-Tochter Farm King Ballentransport- und Sammelwagen her, in Villmar werden Anbau-, gezogene- und selbstfahrende Spritzen gebaut.

Im russischen Rostow werden derzeit ca. 22.000 verschiedene Komponenten für Mähdrescher und andere Maschinen hergestellt, davon 80 Prozent für den Eigenbedarf. 20 Prozent gelangen über Partner wie Indesit, Bosch und Renault auf europäische Märkte. Die Gesamtfläche des Werks beträgt 120 Hektar, im Jahr werden gut 6.000 Mähdrescher, davon 50 bis 60 mit Raupenfahrwerk, gebaut.

Zum Programm gehören Rotor- sowie Schüttlerdrescher. Der Schüttlerdrescher Vektor 420 kann mit Schneidwerken bis zu sechs Meter Breite ausgerüstet werden, ein Motor von Cummins versorgt ihn mit 220 PS. Bis 380 PS aus einem Cummins QSL 8,9 treiben den Schüttlerdrescher RSM 161 mit Schnittbreiten von sechs, sieben und neun Metern an.

Jeden Monat werden im Werk mehr als 8.000 Tonnen Stahl für die Produktion von verschiedenen Komponenten verbraucht. Die Produktion arbei tet sieben Tage in der Woche, 24 Stunden am Tag. Die Gesamtfläche des Werks beträgt 120 Hektar. Pro Jahr baut man 6.000 Mähdrescher.

Jeden Monat werden im Werk mehr als 8.000 Tonnen Stahl für die Produktion von verschiedenen Komponenten verbraucht. Die Produktion arbei tet sieben Tage in der Woche, 24 Stunden am Tag. Die Gesamtfläche des Werks beträgt 120 Hektar. Pro Jahr baut man 6.000 Mähdrescher.

Bis zu neun Meter Schnittbreite schafft auch der Rotordrescher Torum 760. Ein Sechszylinder Cummins versorgt ihn mit 520 PS aus 11,9 Litern Hubraum. Der Rotor ist 3.200 mm lang und hat 762 mm Durchmesser. Das Besondere des Torum ist die zusätzliche Rotation des Dreschkorbs. Die gegenläufige Dreschkorbdrehung soll „tote Zonen” vermeiden und das Erntegut immer in Bewegung halten. Laut Hersteller reduziert dies die Verstopfungsgefahr und erlaubt das Dreschen auch mit höheren Feuchtigkeiten. Der Energiebedarf sinke außerdem um acht bis zehn Prozent. Der Korntank fasst 12.000 Liter.

Der Sechszylinder Reihen-Turbodieselmotor von MTU versorgt den Rostselmash Feldhäcksler RSM 1403 mit 500 PS Leistung. Der Motor ist mit einem Untersetzungsgetriebe mit Kupplung ausgestattet. Die ermöglicht den Direktantrieb der Häckseltrommel, des Körnerprozessors und des Hydrostaten ohne weiteren Kraftverlust. Der Häcksler ist gerade auf Vorführtour in Deutschland (siehe Kasten).

Und Rostselmash nimmt weiter Tempo auf! Innerhalb der nächsten zwei Jahre soll eine moderne Lackieranlage in Betrieb genommen werden. Die Investition wird voraussichtlich 50 Mio. Euro kosten. Fläche für die Erweiterung steht ausreichend zur Verfügung: Die Kapazitäten lassen sich auf rund 10.000 Mähdrescher im Jahr erhöhen.

Rostselmash/RSM Agrartechnik – Feldhäcksler-Vorführungen starten

Der deutsche Rostselmash-Tochter RSM Agrartechnik GmbH startet eine Vorführtour des Rostselmash Feldhäckslers RSM-1403 mit Gras-Pick-up. Am 18. Mai um 11 Uhr ist Premiere in der Luzerneernte in 06578 Oldisleben, Thüringen, in der Frankenhäuser Str. 67. Ebenfalls um 11 Uhr beginnt die zweite Demonstration am 9. Juni in 88410 Bad Wurzach, Oberschwaben. Treffpunkt ist die Krattenweiler Str. 31. Weitere Vorführungen sollen folgen.


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