Magazin Wirtschaft

Raiffeisenverband :

Weniger als 44 Millionen Tonnen Getreide erwartet

Vorjahresergebnis um 1,80 Mio. t oder fast 4 Prozent unterschritten

Raiffeisenverband: Weniger als 44 Millionen Tonnen Getreide erwartet

Im Norden Deutschlands erwartet man einen frühen Erntestart.

Die Aussichten für die deutsche Getreide- und Rapsernte haben sich in den vergangenen Wochen deutlich verschlechtert. Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) erwartet jetzt nur noch ein Getreideaufkommen von 43,76 Mio. t; im Mai hatte er noch mit einer leichten Steigerung der Produktion gerechnet. Der aktuellen Prognose zufolge würde das bereits unterdurchschnittliche Vorjahresergebnis um 1,80 Mio. t oder fast 4 % unterschritten. „Gründe dafür sind die hohen Temperaturen und fehlenden Niederschläge der vergangenen Wochen in weiten Teilen Deutschlands. Es könnte sogar passieren, dass sich eine Mähdrescherernte auf einzelnen Flächen nicht lohnen wird“, sagte DRV-Hauptgeschäftsführer Dr. Henning Ehlers letzte Woche vor Journalisten in Berlin.

Während die Bestände im Westen und Süden des Landes in der Summe gut mit Niederschlägen versorgt seien, zeige sich im Norden und Nordosten ein anderes Bild, berichtete Ehlers. Dort hätten die Kulturen unter dem fehlenden Regen und der Hitze gelitten. In manchen Regionen seien seit sechs Wochen keine nennenswerten Niederschlagsmengen mehr gefallen. Die Bestände zeigten daher teilweise deutliche Trockenschäden. Dies betreffe insbesondere die Gerste, die auf leichten Standorten bereits notreif werde. Sollte sich das Wetter der vergangenen Wochen fortsetzten, könnte die Ernte in den nördlicheren Bundesländern bereits zum Monatsende beginnen.

Die Gerstenernte veranschlagt der DRV aktuell auf 10,69 Mio. t, womit das Ergebnis von 2017 trotz einer deutlichen Anbauausdehnung um 1,5 % verfehlt würde. Die Weizenproduktion wird derzeit auf 22,90 Mio. t veranschlagt; das wären 6,5 % weniger als im Vorjahr. Den Weizenanbau haben die Landwirte gegenüber 2016 um fast 4 % eingeschränkt. Für Roggen sagt der Raiffeisenverband noch eine leichte Steigerung der Produktion voraus, und zwar um knapp 1 % auf 2,76 Mio. t. Die Körnermaisernte soll trotz einer größeren Anbaufläche mit 4,36 Mio. t um gut 4 % kleiner ausfallen als 2016.

Weiter nach unten gesetzt hat der DRV mit Hinweis auf die Witterung auch seine Ernteprognose für Winterraps, nämlich von 4,13 Mio. t auf 4,06 Mio. t. Damit würde 2018 die zweitniedrigste Rapsmenge der vergangenen zehn Jahre eingefahren werden. Im Vorjahr waren 4,27 Mio. t Winterraps gedroschen worden.


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