Magazin Innenwirtschaft

Praxistest :

Direkt vom Silo in den Trog

Nützlicher Helfer für den Stall – Futter entnehmen und verteilen per Frontlader – Leichte Futterverteilschaufel mit einer Dosierschnecke

Praxistest: Direkt vom Silo in den Trog

Mit der Futterverteilschaufel erledigt der Landwirt die komplette Fütterungsarbeit vom Silo bis zum Trog bequem vom Traktorsitz aus.

Landwirt Bernhard Niesing hat positive Erfahrungen mit der Futterverteilschaufel gesammelt.

Landwirt Bernhard Niesing hat positive Erfahrungen mit der Futterverteilschaufel gesammelt.

Einfacher, schneller und effektiver. Das ist der Wunsch vieler Landwirte, gerade wenn es um zeitintensive Routinearbeiten wie das Füttern geht. Insbesondere in Altgebäuden ist die Versorgung von Rindern oft zeit- und arbeitsaufwändig, in vielen Fällen ist sogar Handarbeit erforderlich. Da können Futterverteilschaufeln Entlastung bringen. Denn sie ermöglichen, das Futter direkt ohne Zwischenstation aus dem Silo an die Tiere dosiert zu verabreichen.

Für manche Rindviehbetriebe sind die vielseitig einsetzbaren Schaufeln zum Laden und Ausfüttern von Silage und verschiedenen Beiprodukten eine vergleichsweise kostengünstige Alternative. Wir haben uns eine Futterverteilschaufel von Schmihing auf dem Gemischtbetrieb von Landwirt Bernhard Niesing im Münsterland genauer angesehen. Hier findet die praktische Mechanisierungslösung vom Typ Single Feeder im Frontladereinsatz Verwendung. Die leichte Futterverteilschaufel mit einer Dosierschnecke hat neben einem 40 Zentimeter langen Austragsrohr zusätzlich eine Austragsklappe am Schaufelgrund und ist zudem mit einer Rührwelle ausgestattet.

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Anbaukonsolen sind schraubbar

Schmihing bietet eine ganze Palette verschiedener Größen an, die für diverse Hof-, Rad- und Teleskoplader geeignet sind, aber auch am Frontlader oder an der Dreipunkthydraulik eines Traktors eingesetzt werden können. Universalität bieten hier schraubbare Anbaukonsolen, die Schmihing passend für verschiedenste Trägerfahrzeuge im Programm hat.

Laut Schmihing eignet sich der Single Feeder für diverse Futtermittel wie Mais, CCM, Gras, Kartoffeln und sogar Rüben und kann je nach Kundenwunsch individuell konfiguriert werden. Dementsprechend sind verschiedene Entnahmewerkzeuge mit elektrohydraulischer Bedienung erhältlich, darunter Fräse, Greifer oder Stanze. Optional bietet das Meller Unternehmen überdies abnehmbare Schneidvorrichtungen mit 12 oder 15 Messern für Kartoffeln, Möhren und Zwiebeln an sowie eine spezielle Grasausführung, mit der auch unsere Testmaschine ausgestattet ist. Mehr dazu später.

Das Aufnahmevolumen der verschiedenen Single Feeder Modelle reicht von 0,93 beim SF 1660 bis zu 2,35 Kubikmeter beim großen SF 2400. Im Einsatzbetrieb wird das zweitkleinste Modell aus der Palette, der Single Feeder 1750 mit 1,70 Meter Aufnahmebreite und einem Gesamtgewicht von etwa 650 Kilogramm, eingesetzt. Hersteller ist übrigens der belgische Spezialist für Anbaugeräte VDW.

Der Landwirt Bernhard Niesing führt einen Gemischtbetrieb mit Ackerbau, Schweinemast und Rinderhaltung. Als vielseitiger Allrounder findet ein kompakter Deutz Agrotron K 410 mit 100 PS Maximalleistung auf seinem Hof Verwendung. Mit angebautem Frontlader kann er Futter entnehmen und aufladen, Stroh packen und Miststreuer beladen, darüber hinaus wird der Kompaktschlepper regelmäßig für Pflegemaßnahmen auf Acker und Weiden eingesetzt.

Weil in den Altgebäuden einige Futtertröge auf bis zu 80 Zentimeter Höhe verbaut sind, hat der Landwirt nach einer passenden Technik für seinen Frontladertraktor gesucht. Es sollte eine Schaufel sein, die nicht nur entnehmen, sondern auch in die hohen Tröge dosieren kann. Das war mit den zuvor verwendeten Geräten wie Blockschneider oder Schaufel nicht möglich, sodass die Verteilung in Handarbeit erfolgen musste. Darüber hinaus sollte die Mechanisierungslösung auch dazu dienen, die Tiere bei Bedarf auf den Weiden zuzufüttern.

Der Landwirt entschied sich für eine kleinere Version der leichten Single Feeder Futterverteilschaufel, die sein Frontladerschlepper auch gefüllt noch gut tragen kann, ohne dessen Vorderachse an ihre Grenzen zu bringen.

Anbau schnell erledigt

Über die Euroaufnahme kann die Verteilschaufel zügig an die Schwinge des Hofschleppers angebaut werden. Laut Hersteller muss die Hydraulikleistung des Schleppers einen Mindestdruck von 170 bar bereitstellen können. Durch die Verwendung des elektromagnetischen 6/2-Wege-Umschaltventils benötigt die Futterschaufel ein doppeltwirkendes Steuerventil, einen drucklosen Rücklauf und einen 12-Volt-Stromanschluss. Damit ist der An- und Abbau praktisch. Die Ölleitungen sind schnell gekuppelt. Anschließend muss noch das lange Stromkabel über die Schwinge bis in die Kabine geführt werden, wo die mitgelieferte Bedienbox mithilfe eines Haftmagnets befestigt wird. Darüber kann der Bediener alle Hydraulikfunktionen der Futterverteilschaufel, zum Beispiel Zange Schließen/Öffnen, Schnecke Start/Stopp und Austragsklappe Öffnen/Schließen, bequem steuern.

Da die Rinder in mehreren Altgebäuden mit Stichfuttertischen untergebracht sind, benötigt der Praktiker eigentlich eine Schaufel mit beidseitiger Austragsmöglichkeit. Auch die bietet das Modell Single Feeder auf Wunsch: Neben dem 40 Zentimeter langen Austragsrohr befindet sich links unten am Schaufelgrund eine zusätzliche hydraulisch gesteuerte Austragsklappe. Allerdings kann der Landwirt wegen der vergleichsweise großen Spurweite seines Traktors damit links nur in Rückwärtsfahrt ausfüttern, um nicht mit den Rädern über das frische Futter fahren zu müssen. Das ist aber im Routineeinsatz kein Problem.

Gefüttert werden in der Grundration mindestens 50 Prozent Maissilage aus dem Fahrsilo sowie Grassilage aus Rundballen und Biertreber. Dank ihrer großen Öffnungsweite von 1,6 Meter kann die Schaufel problemlos die Silage aus dem Stock aufnehmen. Zwei hinten an der Schaufel und damit geschützt angebrachte doppeltwirkende Hydraulikzylinder mit einer Zugkraft von jeweils etwa fünf Tonnen bei 200 bar drücken die 1,35 Meter breite Schneidstanze mit 16 Millimeter flacher Schürfschiene aus verschleißfestem Hardox-Stahl in den Silostock, sodass Maissilage schichtweise in den Schaufelbehälter geschoben werden kann. Dabei wird die Anschnittfläche etwas aufgelockert. Weil aber täglich größere Silagemengen verfüttert werden, ist die Gefahr von Nachgärungen gering. Vorteil der geschlossenen Futterverteilschaufel ist aber, dass sie hoch gefüllt und die Maissilage ohne Bröckelverluste transportiert wer- den kann – auch seitlich fällt kein Futter heraus.

Die Hubkräfte des Traktors reichen problemlos aus. Dennoch ist der Schlepper als Trägerfahrzeug eher eine Kompromisslösung; er ist nicht so wendig wie zum Beispiel ein kompakter Hoflader und auch nicht für intensive Dauerbelastungen dieser Art ausgelegt. Nach Werksangaben hat die Single Feeder Schaufel ein maximales Ladevolumen von etwa einem Kubikmeter. Bei Silage ist da schnell ein zusätzliches Gewicht von 600 Kilogramm erreicht, das die Traktorvorderachse natürlich ordentlich belastet. Mit entsprechender Heckballastierung ist der Schlepper aber standsicher genug, so dass mit der Schaufel sicher gearbeitet werden kann.

Auch das Zerteilen und Laden von kurzgeschnittener Grassilage aus Rundballen ist für den Landwirt kein Problem. Die Wickelfolie inklusive Netz muss er allerdings von Hand beseitigen. Um einen „Rationsmix“ zu erreichen, legt der Praktiker zunächst die entnommene Grassilage vor dem Maissilo ab, entnimmt die Maissilage, gibt sie hinzu und nimmt anschließend beide Futtermittel auf, um sie dann den Tieren zu verabreichen.

Dosierung in hohe Tröge

Das anschließende Ausfüttern – selbst in hohe Tröge – ist schnell erledigt. Dabei wird die Menge über die Zapfwellenumdrehung und Fahrgeschwindigkeit reguliert. Für einen störungsfreien Austrag durch das Austragsrohr rechts sorgt eine robuste 180 Zentimeter lange Schnecke mit 350 Millimeter Außendurchmesser, die auf Kunststoff-Führungen gelagert ist und von einem Danfoss Ölmotor angetrieben wird. Die Windungsstärke beträgt acht bzw. zehn Millimeter am Schneckenende, damit der Austrag reibungslos erfolgt. Darüber hinaus gehört eine Rührwelle zur Grasausstattung, die das Futter auf die Austragsschnecke zieht, Brückenbildungen verhindert und eine gleichmäßige Dosierung gewährleistet. Zudem dreht sie die Gras- und Maissilage regelrecht um und sorgt so nebenbei für eine Lockerung und einen leichten Mischeffekt.

Nach Angaben des Landwirts muss die Grassilage kurz geschnitten oder gehäckselt sein, damit die Schnecke die Ration gleichmäßig ausdosieren kann. Sollte es dennoch einmal zu einer Verstopfung kommen, reicht ein kurzzeitiges Rückwärtslaufen der Schnecke, um das Problem zu beheben.

Ein Wort zur Wartung: Die zehn Schmiernippel in gerader oder abgewinkelter Bauweise zum Abschmieren der Lager und Drehpunkte sind leicht zugänglich und damit problemlos zu versorgen.

Fazit

Dank des Futterverteilgerätes hat sich für Landwirt Bernhard Niesing die mühsame Fütterung des Grundfutters von Hand in hohe Tröge erledigt. Der Single Feeder ist einfach von der Handhabung und bietet kurze Entnahmezeiten. Zudem kann er durch gute Verarbeitung und stabile Bauweise überzeugen. Auch am Frontlader macht die leichte Futterverteilschaufel eine gute Figur, die Hydraulikleistung des 100-PS-Schleppers reicht locker. Angesichts des hohen Transportgewichts einer hochgefüllten Futterverteilschaufel von mehr als 1,2 Tonnen sollte man für den täglichen Dauereinsatz eher einen Lader als Trägerfahrzeug verwenden. Aber auch dafür hat Schmihing die passende schraubbare Anbaukonsole im Programm.

 

 


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