Magazin Landwirtschaft

Landwirtschaft in der EU :

Plus und Minus

Agrareinkommen in elf EU-Staaten real unter dem Niveau von 2000

In elf Mitgliedstaaten der EU lag das landwirtschaftliche Einkommen je Arbeitskraft im vergangenen Jahr real unter dem Niveau des Basisjahres 2000. Das geht aus den jüngsten Berechnungen des Statistischen Amtes der Europäischen Gemeinschaften (Eurostat) hervor, die auf revidierten Angaben der Mitgliedsländer von Ende Januar 2007 basieren.

Die stärksten Einbußen hatten über den genannten Zeitraum die Landwirte in Griechenland, Irland und Italien zu verkraften; dort lag das Agrareinkommen je Arbeitskraft 2006 um 10 % und mehr unter dem Vergleichswert des Basisjahres. Auch in den Benelux-Staaten, in Frankreich und in Spanien reichten die Realeinkommen im vorigen Jahr nicht an das Ergebnis von 2000 heran. Im Gegensatz dazu verbuchten die landwirtschaftlichen Betriebe in den meisten neuen EU-Mitgliedsländern seither kräftige Einkommenszuwächse. Besonders stechen dabei die baltischen Staaten hervor, wo die realen Agrareinkommen je Arbeitskraft im vergangenen Jahr gegenüber 2000 doppelt so hoch und höher ausfielen.

In Polen betrug das Plus 81 %, in Ungarn 61 %, in Tschechien 52 %, in Slowenien 41 % und in der Slowakischen Republik 23 %. In Rumänien und Bulgarien, die erst seit Beginn dieses Jahres der Gemeinschaft angehören, lag das landwirtschaftliche Einkommen je Arbeitskraft im Berichtsjahr um 66 % beziehungsweise 4 % höher als 2000.

Von den „alten“ Mitgliedstaaten verzeichneten Großbritannien, Portugal, Deutschland und Österreich eine günstige Entwicklung. Das Einkommen der britischen Landwirte fiel 2006 real um 34 % höher aus als im Basisjahr; Portugal meldete im Vergleich dieser Jahre ein Plus von 32 %, Deutschland ein um 20 % und Österreich ein um 14 % besseres Ergebnis.

Plus von über 5 Prozent in Deutschland

Auch bezogen auf 2005 schnitten die deutschen und österreichischen Landwirte bei der Einkommensentwicklung im vergangenen Jahr gut ab. Laut Eurostat verbesserte sich das landwirtschaftliche Einkommen je Arbeitskraft in Deutschland real um 5,1 % und in Österreich sogar um 6,2 %.

Den größten Einkommenszuwachs verbuchten zuletzt die Niederlande mit 15,1 %, gefolgt von Polen mit 10,6 % und Belgien mit 9,2 %. Die Landwirtschaft in Frankreich, größter Agrarproduzent in der EU, verzeichnete ebenfalls einen kräftigen Anstieg, nämlich um 8,5 %. Zu den Gewinnern zählten im Jahr 2006 auch die Landwirte in Bulgarien, Dänemark, Großbritannien, Rumänien und in der Tschechischen Republik, wo die Einkommen je Arbeitskraft zwischen 6,2 % und 7,7 % zulegten.

Insgesamt sechs Mitgliedstaaten meldeten einen Rückgang der landwirtschaftlichen Einkommen. Eindeutiger Verlierer waren im Vergleich zu 2005 die Landwirte in Irland: Dort wurde bedingt durch niedrigere Subventionen mit einem Minus von 13,3 % der stärkste Einkommensrückgang registriert. In Finnland sank das reale Agrareinkommen je Arbeitseinheit um durchschnittlich 7,8 %, in Estland um 5,2 %, in Italien um 3,4 %, auf Malta um 2,5 % und in Slowenien um 1,9 %. Für die EU-27 berechneten die Luxemburger Statistiker im Mittel eine Steigerung des landwirtschaftlichen Einkommen je Arbeitskraft um 3,8 %.

In der EU-25 ergab sich ein Plus von 3,5 %, nachdem 2005 eine Abnahme um 3,9 % verbucht worden war.


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