Magazin Landtechnik

Pflanzenöltraktoren :

90 % weniger Treibhausgas-Emissionen mit Rapsöl im Tank

In einem Langzeitprojekt haben Wissenschaftler vom Technologie- und Förderzentrum (TFZ) moderne Traktoren auf Funktionalität, Effizienz und Umweltwirkung analysiert.

Pflanzenöltraktoren: 90 % weniger Treibhausgas-Emissionen mit Rapsöl im Tank

60.000 Stunden Praxistest – in einem Langzeitprojekt wies das TFZ die Eignung von Rapsölkraftstoff für Traktoren nach.

"Empfehlenswert!" so ließe sich die Bilanz der Wissenschaftler vom Technologie- und Förderzentrum (TFZ) beschreiben, die in einem Langzeitprojekt die Tauglichkeit von Rapsölkraftstoff bei modernen Traktoren auf Funktionalität, Effizienz und Umweltwirkung analysiert haben. In dem jetzt veröffentlichten Forschungsbericht fallen die Ergebnisse äußerst positiv aus: Sowohl bei der Praxistauglichkeit als auch beim Klimaschutz überzeugt der Biokraftstoff laut TFZ. 

60.000 Einsatzstunden

Die wissenschaftlichen Ergebnisse beruhen auf 60.000 Einsatzstunden von 20 Traktoren, die mit genormtem Rapsölkraftstoff (DIN 51605) betankt wurden. Motorleistung, Kraftstoffverbrauch und Abgasemissionen unterschieden sich in wiederkehrenden Messungen kaum von mit Diesel betriebenen Traktoren. Hinsichtlich der Abgasemissionen belegen die Messungen am Traktorenprüfstand sowie mit portabler Emissionsmesstechnik (PEMS) im Feld, dass im Rapsölbetrieb neueste Standards erfüllt werden und die Abgasnachbehandlungssysteme zuverlässig arbeiten.

Dr. Edgar Remmele, Sachgebietsleiter am TFZ, stellt den Nutzen für den Klimaschutz heraus: "Der Antrieb von modernen Traktoren mit regional erzeugtem Rapsölkraftstoff verursacht rund 90 Prozent weniger Treibhausgasemissionen als Diesel." Überall dort, wo die Elektromobilität an ihre Grenzen stößt, sollten deshalb bevorzugt Biokraftstoffe eingesetzt werden. Hierzu zählen laut Remmele vor allem Maschinen in der Land- und Forstwirtschaft.

Das Projekt wurde vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie finanziert. Der Forschungsbericht ist unter www.tfz.bayern.de als kostenloser Download abrufbar.


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