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Das Leistungspotenzial der Mitarbeiter steigern

Personalführung: Das Leistungspotenzial der Mitarbeiter steigern

Wertschätzung und freie Handlungsspielräume stehen ganz oben auf der Wunschliste von Mitarbeitern.

Von Dipl. Betriebswirt Rolf Leicher

Aktualisiert am

Warum strengt sich ein Mitarbeiter bei einer schwierigen Aufgabe besonders an? Warum gibt er sein Bestes? Lohnt sich der Einsatz überhaupt? Genügt „Dienst nach Vorschrift“? Für besondere Anstrengungen ist Motivation nötig. Sie entsteht nicht per Zufall, sondern ist das Ergebnis erfolgreicher Mitarbeiterführung.

Durch Motivation des Arbeitgebers lassen sich Leistungsreserven des Mitarbeiters aktivieren. Motivation fördert die Eigeninitiative der Mitarbeiter, das Engagement, den Schwung und die Begeisterung. Motivierte Mitarbeiter zeigen Antrieb, um ein Leistungsziel zu erreichen. Ihre innere Stimme „Ich muss jetzt X erledigen“, hat mit Druck zu tun, weniger mit ihrer Motivation. Ideal ist die Einstellung „Ich will jetzt X tun, weil es für den Betrieb (und für mich) einen Sinn macht“. Der Mitarbeiter muss sich nicht anstrengen, er will es. Freude an der Arbeit und Lust auf Leistung sind die Antreiber.

Der Klassiker ist immer noch die Anerkennung einer besonderen Leistung, Mitarbeiter legen laut aktuellen Umfragen immer Wert darauf, für ihre Leistung gelobt zu werden. Feedback über die Leistung wirkt wie Wertschätzung und verhindert ein Nachlassen der Motivation. Wer nur selten eine positive Rückmeldung erhält, ist nicht optimal motiviert. Wer dauernd nach Lob „hungert“ und es nicht erhält, wird gleichgültig und schraubt seine Leistungen zurück. Wer Anerkennung erfährt, ist eher bereit, auch Kritik zu ertragen, wenn es mal zu Fehlern kommt.

Es sollte für den Chef auch keine Lieblingsmitarbeiter geben, die ständig Anerkennung erfahren und im Meeting gehört werden. Die Gleichstellung aller im Team ist für die Motivation insgesamt von Bedeutung.

Emotionen spielen bei der Motivation eine große Rolle. Mitarbeiter können nicht gegen ihre eigenen Gefühle motiviert arbeiten. Die positive Ausstrahlung der Führung beeinflusst die Emotionen im Team und schafft eine Basis für die Mitarbeitermotivation. Es gilt, das Jammern wegen der Kosten und der hohen Kundenansprüche zu vermeiden.

Mitarbeiter müssen überzeugt werden, dass sich ihr Einsatz lohnt, dass die Arbeit Sinn macht (Sinnhaftigkeit). Gut, wenn Vorgesetzte Sinnhaftigkeit vermitteln und bei der Arbeitseinteilung die Belastungsgrenze der Mitarbeiter beachten.

Wunschliste des Personals

In der Wunschliste des Personals steht die Wertschätzung ihres Engagements ganz oben. Mitarbeiter wollen auch ein Mitspracherecht haben, nicht nur Befehlsempfänger sein. Freie Handlungsspielräume und Mitwirken bei bestimmten Entscheidungen werden besonders hoch eingeschätzt. Die meisten haben Verständnis dafür, dass es für Vorgesetzte nicht leicht ist, alle Vorschläge aus dem Team zu berücksichtigen, es jedem Recht zu machen. Jeder will aber gehört, verstanden und ernst genommen werden. Neben den materiellen Motiven wie Einkommen und Gehaltsgerechtigkeit sind auch die immateriellen Motive zu beachten: Anerkennung, Lob, Mitspracherecht, Vertrauen, Verständnis. Gut, wenn das in der Praxis eingehalten wird, meist ist es aber noch steigerungsfähig.

Was motiviert außerdem

Private Kontakte des Chefs zum Team schaffen ein „Wir-Gefühl“, führen zu einem Motivationsschub. So entsteht Bereitschaft, private Interessen mal zurückzustellen und Mehrarbeit ohne Frust zu leisten. Oft sind gerade die kleinen Dinge wichtig für Motivation – wie die Gratulation zum Geburtstag, die Frage nach der Familie oder einfach nur der Betriebsausflug mit dem Team oder die gemeinsame Weihnachtsfeier.

Für Motivation sind Ziele wichtig, aber das Unternehmen hat oft andere Ziele: Kosten senken, Kunden gewinnen, Aufträge termingerecht abwickeln, Investitionen planen. Mitarbeiter-Ziele sehen anders aus: gutes Einkommen, moderne Arbeitsplätze, super Betriebsklima, geregelte Arbeitszeiten.

Tipps für den Chef

Es ist wichtig, dass Vorgesetzte die Meinung ihrer Mitarbeiter gelten lassen. Mitarbeiter, die ihre Meinung klar äußern können, fühlen sich akzeptiert. Jeder Mitarbeiter muss wissen, dass nicht nur von seiner Seite Leistungen erwartet werden, sondern dass auch Leistungen für ihn erbracht werden, dass das Unternehmen sich für ihn einsetzt und auch seine persönlichen Wünsche möglichst erfüllt. Wenn die Ziele der Firma auch die eigenen Ziele sind, ist ein hoher Motivationsgrad erreicht. Für die Motivation brauchen Mitarbeiter Entscheidungsspielräume. Je mehr die Spezialisierung voranschreitet, desto weniger sind Führungskräfte die besten Fachleute. Der bessere Spieler zu sein, ist nicht ihre Aufgabe. Der Chef hat die Führungsaufgabe und holt aus jedem „Spieler“ das Beste heraus.

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