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New Holland :

Schlagleisten geteilt – Knoter Loop Master für Pressen

Highlights sind die Dreschtrommel mit versetzt angeordneten Schlagleisten und die Großballenpresse BigBaler 1290 High Density mit dem Knotersystem Loop Master.

New Holland: Schlagleisten geteilt – Knoter Loop Master für Pressen

New Holland CX8.80.



Die versetzt angeordneten Schlagleisten an der neuen, 100 kg schwereren Dreschtrommel für die CX7- und CX8-Mähdrescher steigern nach Angaben des Herstellers die Durchzugskraft und sorgen für einen gleichmäßigen Gutfluss.

Die versetzt angeordneten Schlagleisten an der neuen, 100 kg schwereren Dreschtrommel für die CX7- und CX8-Mähdrescher steigern nach Angaben des Herstellers die Durchzugskraft und sorgen für einen gleichmäßigen Gutfluss.

Es gibt Innovationen, bei deren Präsentation man sich wundert, dass darauf nicht schon eher jemand gekommen ist. In diese Kategorie ließen sich mindestens zwei der Agritechnica-Neuheiten einordnen, die New Holland Ende August nahe Leipzig auf einem Getreideschlag vorstellte. Namentlich sind das die Dreschtrommel mit versetzt angeordneten Schlagleisten und der neue Knoter für die Quaderballenpressen. Beide Neuentwicklungen passen allerdings nicht in die Schublade „Genial einfach“. Denn obwohl die Ideen – zumindest aus jetziger Sicht – naheliegend erscheinen, erforderte deren technische Umsetzung nach Auskunft des Herstellers doch einige Entwicklungsleistung.

Durchzugskraft und gleichmäßiger Gutfluss

So wurde bei der neuen Dreschtrommel für die CX7- und CX8-Mähdrescher die Gusskonstruktion überarbeitet und verstärkt, auf der die insgesamt 32 Schlagleistensegmente in den vier Sektionen jeweils auf Lücke versetzt zueinander angeordnet sind. Das Aggregat wiegt dadurch nun 300 kg, also etwa 100 kg mehr als eine normale, 750 mm starke Dreschtrommel mit durchgehenden Leisten. „Die Kombination aus versetzt montierten Schlagleisten und höherem Gewicht verbessert die Durchzugskraft und sorgt für einen gleichmäßigen Gutfluss“, erläutert Dr. Daniel Fischer von New Holland. Gleichzeitig bewirke dies eine Absenkung des Geräuschpegels in der Kabine. Das sei neben dem höheren Fahrkomfort ein nicht zu unterschätzendes psychologisches Element bei der Ausschöpfung der Mähdrescherleistung. Denn Fahrer würden auf für die Maschine eigentlich unbedenkliche Annahmegeräusche, etwa bei Veränderung der Zufuhrmenge, meist reflexartig mit einer Verlangsamung der Fahrt reagieren. Der geringere Leistungsbedarf der neuen Dreschtrommel spare überdies Kraftstoff.

Knotertechnologie ohne Kunststoffabfall

Das neue Knotersystem Loop Master verwendet beim Binden der Strohquader den Einfachknoten (rechts) als auch den Loop-Knoten (links). Dadurch fallen erstmals keine Garnreste an.

Das neue Knotersystem Loop Master verwendet beim Binden der Strohquader den Einfachknoten (rechts) als auch den Loop-Knoten (links). Dadurch fallen erstmals keine Garnreste an.

Alle Großballenpressen BigBaler Plus rüstet New Holland ab Modelljahr 2020 mit dem Knotersystem Loop Master aus. Die neue Technologie verbindet beim Verschnüren der Strohquader die Vorteile des Doppelknoters mit denen des Einfachknoters. Positiv bei Doppelknotern ist die lastfreie Führung des Ober- und Unterfadens, während der Ballen in die Länge wächst. Technologisch bedingt verbleibt jedoch nach dem Binden des zweiten Knotens ein etwa 3 cm langer Rest des Kunststoffgarns auf dem Ballen und gelangt so auch ins Futter. Beim Einfachknoter, der mit dem sicheren Loopknoten bindet, entsteht dieser Schnipsel nicht. Ein Problem ist hier aber die mit der Pressdichte zunehmende Garnspannung. Der für New Holland patentgeschützte und bei Rasspe gebaute Loop Master arbeitet beim Schließen der Garnwicklung mit dem Loop-Knoten, bei dem kein Garnrest verbleibt. „Der Loop Master ist damit der weltweit erste Doppelknoter ohne diese verfluchten Schnipsel“, freut sich Gerd Gerdes vom Produktmanagement. Er hat ausgerechnet, dass beim Einsatz der umweltfreundlichen Schlaufenknottechnik in 900 Pressen pro Saison über 29 t weniger Plastikmüll in Form von Garnresten auf die Felder und ins Futter gelangen würden. Gleichzeitig erlaube die Technologie den Einsatz schwächerer Garne bei gleicher Pressdichte, wodurch sich pro Saison und Presse 550 kg Garn einsparen ließen. Bei 900 Pressen sind das immerhin fast 500 t. Nach Auskunft von Gerdes lassen sich vorhandene Pressen mit dem neuen Knotersystem nachrüsten. Pro Knoter sei dafür mit etwa 1.000 Euro zu kalkulieren.

Der neue Star in der Strohkette

Bereits Standard ist die innovative Knotertechnologie bei der Großballenpresse BigBaler 1290 High Density. Der neue Star von New Holland für die Strohkette kann nach Überzeugung von Gerdes darüber hinaus mit zwei weiteren Alleinstellungsmerkmalen aufwarten. Dies sind das Antriebskonzept für die Pressmechanik und die hydraulische Tandemachse.

Die neue Großballenpresse BigBaler 1290 High Density bei der Strohbergung.

Die neue Großballenpresse BigBaler 1290 High Density bei der Strohbergung.

Das im Vorfeld der Agritechnica 2019 mit einer Silbermedaille ausgezeichnete neuartige Antriebskonzept der Maschine entstand in Zusammenarbeit mit der Firma Walterscheid. Es schafft die Voraussetzung, um die gewaltige Schwungmasse der Großpresse mit ihrer hohen Verdichtungsleistung in Bewegung zu setzen, ohne dass die Kupplung und das Zapfwellengetriebe auf Dauer Schaden nehmen oder der Traktormotor abgewürgt wird. Durch die Schaltvorgänge beim Start steht über die gesamte Phase des Hochfahrens der Presse ausreichend Drehmoment zur Verfügung. Der Motor verbleibt dabei jedoch stets im normalen Drehzahlbereich.

Immer optimales Drehmoment

Das Anfahren der Presse erfolgt mit einer Zapfwellendrehzahl von 850 U/min. Die Powershift Automatik fährt dabei den Getriebeausgang zur Presse zunächst im 1. Gang bis auf 684 U/min hoch, schaltet dann selbständig in den 2. Gang und erhöht die Drehzahl der Pressmechanik bis auf 1244 U/min. Nun kann die Drehzahl der Traktorzapfwelle auf 1.000 U/min eingeregelt werden. Das Getriebe an der Presse erhöht diese auf die für den Kolbenantrieb optimale Drehzahl von 1.440 U/min. Das sind gut 200 Umdrehungen mehr als bei den Standardmaschinen. Das Hauptgetriebe der Presse setzt die Drehzahl in 48 Kolbenhübe pro Minute um. Daraus resultiert eine komfortable Drehmomentreserve für einen gleichmäßig ruhigen Lauf ohne extreme Lastspitzen, wie sie sonst üblicherweise im Traktor zu spüren sind.

Am Getriebe angeflanscht sind Hydraulikpumpen für die eigenständige Bordhydraulik, zwei Pumpen für die Pressdichteregulierung und eine für die Schaltvorgänge der Lamellen-Kupplung beim Starten der Ballenpresse.

Beim Herunterfahren der Maschine bleibt der Kolben dank einer entsprechend wirkenden Scheibenbremse stets kurz hinter dem Totpunkt stehen. Dies gewährleistet einen sanften Anlauf, da bereits viel Energie im Schwungrad gespeichert ist, wenn der Kolben bei der erneuten Inbetriebnahme auf den Ballen trifft.

Höhenverstellbares Fahrwerk

Die neuartige hydraulische Tandemachse an der BigBaler 1290 High Density hat zwei nützliche Effekte. Erstens lässt sich das Fahrwerk und damit die gesamte Ballenpresse mit den Hydraulikblocks auf beiden Seiten anheben als auch absenken. Dies ermöglicht nicht nur die Montage großer 26er Räder mit einem Durchmesser von bis zu 1400 mm ohne die Verwendung von Distanzstücken, sondern erleichtert überdies dank der Absenkfunktion den Zugriff auf die Garnkästen. Zweitens sind bei dem Achskonzept Vorder- und Hinterrad hydraulisch miteinander verbunden. Das heißt, wenn das Vorderrad nach oben ausweicht drückt das System das Hinterrad auf der gleichen Seite nach unten und umgekehrt. „Dies verhindert ein holpriges Fahren auf dem Feld und sorgt auf der Straße dafür, dass die Presse wie auf Schienen rollt“, sagt Gerdes. Zudem verringere sich der Bodendruck aufgrund der durchgängig gleichmäßigen Gewichtsverteilung auf alle vier Räder. Zwischen den Vorder- und Hinterrädern auf jeder Seite sei überdies reichlich Platz für Wartung und Pflege.

Zu den weiteren technischen Details, die den Nutzwert der Presse erhöhen, gehört die überarbeitete Deichselkonstruktion, die das Manövrieren im Vorgewende und die Höhenanpassung an unterschiedliche Traktoren erleichtert. Die Hydraulikzylinder zum Verschieben der seitlichen Führungsbleche für die Quader sind doppelwirkend. Zur Einstellung eines optimalen Pressdrucks, etwa bei der Heubergung, lassen sich die Flanken also auch zwangsweise öffnen. Angenehmer Nebeneffekt: Die Bleche klappern nicht bei der Fahrt auf der Straße.

Das Pick-up-Aggregat mit fünf Federzinkenreihen der BigBaler 1290 High Density läuft deutlich schneller, um die angestrebte Durchsatzgeschwindigkeit des Ernteguts von 6,7 m/sec zu gewährleisten.

Feinjustierung für effizienten Drusch

Darüber hinaus zeigte New Holland bei den Vorführungen nahe Leipzig eine Reihe weiterer Neuheiten in Sachen Erntetechnik. So lässt sich der bislang nur direkt an der Maschine der CX-Mähdreschermodelle mit einem Hebel einstellbare Abstand zwischen Zentrifugalabscheider und Korb jetzt von der Kabine aus in fünf Abstufungen regeln. Dies erlaubt eine feinere Austarierung zwischen Abscheidequalität und Durchgangsleistung über den Tag, etwa bei der Anpassung an das Korn-Stroh-Verhältnis. Ebenso ist es nun möglich, Sieb und Vorsieb während der Fahrt zu verstellen. Ebenfalls per Knopfdruck kann der Fahrer die Geschwindigkeit der neuen Doppelscheiben-Spreuverteiler an die Drusch- und Witterungsbedingungen anpassen.

In die Kategorie Komfortverbesserung gehören außerdem der ein- und ausfahrbare rechte Außenspiegel und ein Warnsignal, wenn vergessen wurde, vor dem Anfahren die Steinfangmulde zu schließen. Nach dem CR 8.80 (517 PS) und dem CR 10.90 (700 PS) verpasste New Holland jetzt auch den Mähdreschern der Modellserie CR Revelation ein Power-Upgrade. Die Leistungserhöhung der Motoren, die dank ECOBlue-HI-eSCR-2-Technik die Abgasstufe V erfüllen, beträgt zwischen 11 und 29 PS. Weitere Detailänderungen an der gelben Erntetechnik betreffen die Verbesserung der Druscheffizienz des 17-Zoll-Rotors bei den kleineren CR-Modellen unter anderem durch eine von 800 auf 1.300 U/min erhöhte Drehzahl der Auswurftrommel. Das um zehn Prozent gesteigerte Fördervolumen des Kornelevators in den Spitzenmodellen CR 9.90 und CR 10.90 mit 14.500-l-Korntank verhindert das Ausbremsen der Erntemaschinen in Hochertragsbeständen.

Halle 3, Stand A49


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